Beschlossen: Neuer Lkw für die Feuerwehr

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Ainring - Was für ein Fahrzeug für die Feuerwehr von Ainring erhält, musste erst einmal ausdiskutiert werden. Letztlich war sich der Gemeinderat einig.

Es bedurfte schon exakter Auskünfte von Ainrings 1. Feuerwehrkommandant Martin Waldhutter hinsichtlich der Beschaffung zweier Lkw für die Feuerwehren Ainring und Berchtesgaden.

Die Zusammenarbeit mit der Marktgemeinde im südlichen Landkreis ist damit begründet, dass sich die Beschaffung von zwei baugleichen Fahrzeugen, jeweiliger Wert 120.000 Euro, in einem günstigeren Kostenfaktor ausdrückt. Basierend auf einer um zehn Prozent erhöhten Förderung bei interkommunaler Beschaffung. Das sind neben der Zuwendung des Freistaates in Höhe von 30.500 Euro je Fahrzeug nochmals pro Fahrzeug 3.050 Euro. Der Gemeinde Ainring als Aufwandsträger verbleiben somit Fixkosten von etwa 86.000 Euro.

Die Gemeinderäte wurden von Martin Waldhutter informiert, dass beim Bau der neuen Feuerwache ein sechster Stellplatz berücksichtigt sei. Bereits bei der Antragstellung auf die neue Unterkunft sei seitens der Feuerwehrführung darauf hingewiesen worden, dass ein Versorgungs-Lkw erforderlich sei, und nur deshalb bisher nicht zur Verfügung gestanden sei, da die beengten Platzverhältnisse im alten Gerätehaus in Ainring dies verhindert hätten. Beim Bau der neuen Wache sei darauf geachtet worden, dass sich hinter dem sechsten Stellplatz das Einsatzalarmlager befinde und somit das Nachschubmaterial betriebssicher und optimal auf einen etwaigen V-Lkw verladen lasse. Von Seiten der Feuerwehrführung sei die Beschaffung für das Jahr 2015 angedacht gewesen. Nun sei durch eine Anfrage der Feuerwehr Berchtesgaden, die derzeit die Beschaffung eines Versorgungs-Lkw plane, die Idee entstandnen, die beiden Fahrzeuge interkommunal und gemeinsam baugleich auszuschreiben und zu beschaffen.

Mindestens 4.000 Kilo Nutzlast

Ein V-Lkw ist ein Fahrzeug zum Transport von Material, das zum Bewältigen verschiedenster Einsatzlagen benötigt werde. Er sei in Bayern mittels Baubeschreibung faktisch genormt. Der V-Lkw besitze ein handelsübliches Fahrgestell der Kraftfahrzeuggewichtsklasse „Mittel“ mit Allradantrieb und Differentialsperren sowie eine Ladefläche mit Plane und Spriegel. Am Heck des Fahrzeuges müsse eine Ladebordwand mit einer Mindestnutzlast von 1.500 Kilogramm vorhanden sein. Wie Waldhutter erklärte, müssten auf der Ladefläche zudem mindestens sechs Rollcontainer oder Gitterboxen transportiert werden können. Die Nutzlast des Fahrzeuges bezifferte er mit mindestens 4.000 Kilo.

Die Besatzung bestehe grundsätzlich aus einer Staffel mit sechs Mann. Aus Sicht der beiden Feuerwehren sei aber eine kostengünstigere, werkseitig gefertigte Truppkabine mit maximal drei Mann vollkommen ausreichend. Durchschnittlich wäre das Fahrzeug künftig bei zirka 30 bis 40 Einsätzen pro Jahr und jährlich etwa 40 bis 50 Ausbildungsstunden beansprucht.

Die beiden Feuerwehren erwarten sich durch eine interkommunale Ausschreibung folgende Vorteile: Geringerer Anschaffungspreis durch höhere Stückzahl, bei Baugleichheit leichter für Anbieter zu kalkulieren, zehnprozentig erhöhter Staatszuschuss, und schließlich fällt der Verwaltungsaufwand zur Erstellung der Ausschreibungsunterlagen von VOL nur einmal an.

Durch die Beschaffung eines V-Lkw könnten die momentan vorhandenen Transport- und Geräteanhänger veräußert werden. Außerdem führte der Kommandant an, dass derzeit aufgrund eines fehlenden geeigneten V-Lkw in den beiden Löschfahrzeugen Geräte untergebracht werden, die künftig in Rollcontainern mit dem Lkw herangeführt werden könnten. Dadurch ergäben sich erhebliche Gewichts- und Platzeinsparungen, insbesondere im nun 21 Jahre alten Tanklöschfahrzeug. Martin Waldhutter schilderte, dass aus heutiger Sicht im Falle einer Ersatzbeschaffung des Tanklöschfahrzeugs die momentan noch genutzten Platz- und Gewichtsreserven dann nicht mehr nötig wären und hier ein deutlich kleineres genormtes (Tank)-Löschfahrzeug beschafft werden könne, was zu erheblichen Kosteneinsparungen führen würde. Im Falle einer Beschaffung des V-Lkw sei mit Folgekosten von zirka 2.000 Euro p.a. für den Unterhalt zu rechnen, die naturgemäß mit dem Fahrzeugalter ansteigen.

Beim nachfolgenden Meinungsaustausch bezweifelte Martin Strobl die Notwendigkeit zur Beschaffung des Fahrzeuges. Es sollte geprüft werden, ob Synergie-Effekte mit verschiedenen Bauhoffahrzeugen genutzt werden können, insbesondere aufgrund der räumlichen Nähe zwischen dem neuen Feuerwehrgerätehaus und dem Bauhof. Feuerwehr-Kommandant Martin Waldhutter entgegnete, es könnten auf Bauhoffahrzeuge nicht uneingeschränkt zugegriffen werden und führte beispielhaft den Winterdienst auf. Strobl hinterfragte, ob denn die Einsätze der Feuerwehr in den letzten Jahren „nicht so gelaufen sind?“. Waldhutter sagte, man sei tatsächlich zu Notlösungen bei der Ladesicherung gezwungen gewesen und es sei schon beizeiten auf diesen Zustand hingewiesen worden. Doch die Enge im alten Feuerwehrhaus und die Aussicht auf ein neues, geräumiges Gebäude waren dann maßgebend, dass man die Forderung nach einem V-Lkw nicht an erste Stelle der Wünsche stellte.

Reicht auch ein Standardfahrzeug?

Franz Eder vertrat die Auffassung, dass die Fahrzeuge nicht unbedingt baugleich sein müssten, ein „Standardfahrzeug“ täte es sicher auch. Waldhutter erinnerte, die Regierung verlange für die Förderung zwei baugleiche Fahrzeuge, außerdem sei es aus Sicht der personellen Planung kostensparender. Ob für die zusätzliche Förderung neben der baugleichen Beschaffung der beiden Fahrzeuge auch eine zeitgleiche Beschaffung Voraussetzung wäre, erkundigte sich Hans Pöllner, was von Bürgermeister Hans Eschlberger bejaht wurde.

“Als Polizeibeamter habe ich viele positive Erfahrungen mit der Feuerwehr gemacht. Ich vertraue auf die Aussage der Feuerwehr und auf deren Sach- und Fachverstand, weshalb ich der Beschaffung uneingeschränkt zustimmen werde“, betonte Franz Sommerauer. 2. Bürgermeisterin Gabriele Noreisch stellte die Frage, ob seitens der Feuerwehr auch an eine Kooperation mit den Fahrzeugen des THW gedacht sei. „Ja, wir arbeiten zusammen und wird auch bestens praktiziert. Doch speziell das Fahrzeug der Bergungsgruppe müsste für einen Einsatz unsererseits wiederum bei entsprechendem Zeitverlust komplett entladen werden, und wie beim THW soll es ja auch bei uns schnell gehen, um zum Einsatzort zu gelangen“, bekräftigte Martin Waldhutter. Der Bürgermeister beendete die Debatte mit dem Hinweis, die Gemeinde investiere für die Sicherheit, das Geld sei gut angelegt. Er dankte in diesem Zusammenhang für die Verlässlichkeit der Ainringer Wehr.

Einstimmig beschloss der Gemeinderat gemeinsam mit dem Markt Berchtesgaden eine interkommunale Beschaffung von zwei baugleichen Versorgungs-Lkw gemäß Baubeschreibung Bayern einzuleiten und dafür Haushaltsmittel im kommenden Haushaltsjahr zu veranschlagen. Hinsichtlich des Wegfalls der Mannschaftskabine soll, zusammen mit dem Antrag auf vorzeitigen Maßnahmenbeginn, eine Ausnahmegenehmigung beantragt werden. Nach Vorliegen der Genehmigung seitens der Regierung ist die Ausschreibung einzuleiten und durchzuführen. Das Ausschreibungsergebnis ist den zuständigen Gremien zur Vergabeentscheidung vorzulegen.

schl/bit

Quelle: BGland24.de

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