Feuerwehr zog Jahresbilanz

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Nach wie vor nur provisorisch gesichert: Die B20-Brücke, auf der im März 2012 ein verheerender Lkw-Unfall passierte.

Ainring – Die beeindruckende Leistungsbilanz der Feuerwehr Ainring im Jahr 2012 dokumentierte Kommandant Martin Waldhutter in der gut besuchten JHV im „Haus der Kultur“.

Bewältigt werden mussten 102 Einsätze, die sich in 24 Brandalarme, 77 technische Hilfeleistungen und eine Sicherheitswache aufgliederten. Um stets einsatzbereit zu sein, galt es regelmäßige Übungen unter realistischen Szenarien durchzuführen. Das erbrachte Arbeitspensum, einschließlich immenser Mithilfe am neuen Feuerwehrgerätehaus in Mitterfelden, ergab eine enorme Steigerung freiwillig geleisteter Freizeitstunden. Die ehrenamtlichen Aktiven halfen tatkräftig und fachmännisch dank ihrer technischen und handwerklichen Leistungen beim Umbau ihres neuen Domizils mit. Insgesamt 12.000 Stunden hatte Kommandant Martin Waldhutter festgehalten, davon brachten die Ehrenamtlichen 4250 Stunden für die Ausbildung auf.

„Eine solche Truppe zu führen, bei der alle an einem Strang ziehen, ist einfach hervorragend“, lobte der Kommandant die Einsatzkräfte. Mit dem vor einem Jahr erfolgten Umzug aus der nicht mehr tragbaren Enge des früheren Gebäudes im Ortsteil Ainring in das bestens funktionelle Gerätehaus in Mitterfelden sei quasi ein neues Zeitalter für die FFW Ainring angebrochen. Das viele Geld, das die Gemeinde investiert habe, sei sehr gut angelegt. Nach Alarmierung sei man nun tagsüber noch deutlich schneller und erstaunlich positiv entwickle sich die personelle Situation, denn Einwohner in Mitterfelden, teils zugezogen und andernorts bestens schon ausgebildet, hätten sich angeschlossen. „Wir sind sehr froh um die neuen Kräfte“, betonte Waldhutter.

Die zielgerichtete funktionelle Ausgestaltung des neuen Feuerwehrgerätehauses bringe in vielerlei Hinsicht Arbeitserleichterungen, auch könnten dadurch die Aktiven nach Einsätzen schneller an ihre Arbeitsstelle zurückkehren. Man erfahre durch den Standort Mitterfelden seitens der Bevölkerung zudem mehr Resonanz und Interesse, das habe auch die Einweihung, verbunden mit einem „Tag der offenen Tür“ bestätigt. „Wir werden auch weiterhin beim täglichen Betriebsablauf die Öffentlichkeit keineswegs ausschließen“, sagte der Kommandant, der dann angesichts der statistischen Einsatzzahlen von einem insgesamt eher „ruhigen“ Jahr 2012 sprach.

In Bildern per Powerpoint zeigte Martin Waldhutter die größten Einsätze auf. Neben der Großbrände Lagerhalle in Freilassing und Gaststätte auf dem Johannishögl, erinnerte der Kommandant an den besonders spektakulären Transporter-Unfall auf der B 20 mit Absturz des mit Milchprodukten beladenen Anhängers auf den Rad- und Gehweg bei der Unterführung Feldkirchen, zum Glück ohne tödliche Folgen. Durch die explosionsartige Hitze, bei der eine Gerätehütte abbrannte, galt es ein in der Nähe und in Mitleidenschaft befindliches Wohnhaus vor dem Übergreifen der Flammen bei starker Hitzeeinwirkung zu schützen Die B 20 musste in diesem Abschnitt bis Mitternacht komplett gesperrt werden. Die Unfallstelle beim Brückenbauwerk ist übrigens nach nunmehr fast einem Jahr seither immer noch nur lediglich provisorisch gesichert. Da würde man sich schnelleres Handeln einen ordnungsgemäßen Zustandes seitens der zuständigen Stellen wünschen, ließ der Kommandant durchblicken.

Aufgezeigt wurden im Einsatzjahr 2012 neben technische Hilfeleistungen bei Verkehrsunfällen mit leider zweimal tödlichem Ausgang, auch jeweils drei Wasserrettungs- und Drehleiterrettungen, sechs Wohnungsöffnungen, und Unterstützung bei Verkehrsregelung. Zur ständigen Ausbildung der eigenen Kräfte, unter anderem der Atemschutzträger am Brandübungscontainer, Fahrsicherheitstraining des Kreisfeuerwehrverbandes, führt die FFW Ainring auch traditionell externe Ausbildungen für Lehrkräfte und Seminarteilnehmer des ortsansässigen Polizei-Fortbildungsinstituts durch. In seinem Ausblick für dieses Jahr erwähnte Waldhutter das Gemeinschaftsprojekt der Ausrüstung eines förderrechtlichen Versorgungsfahrzeuges gemeinsam mit der Marktgemeinde Berchtesgaden. Dank galt abschließend der Ausführungen allen, die durch couragiertes Mitwirken zum Gelingen beitragen, sei es Gemeinde, Kreisbrandinspektion, Polizei, Rotes Kreuz, THW, Arbeitgeber der engagierten Feuerwehrleute. Ein besonderes Lob galt der angenehmen Zusammenarbeit mit 2. Kommandanten Thomas Schlosser und weiterer Führungskräfte sowie natürlich allen Aktiven rund um die Uhr einsatzbereit zu sein.

Auch Jugendfeuerwehr ist top

Jugendwart Florian Reiter hat in seinen Reihen 13 Jugendliche, die mit Gemeinschaftsgeist und Lernbereitschaft Freude bereiten. Im Rückblick wurde aufgezeigt, was vorjährig alles geleistet wurde und dabei auch die Geselligkeit nicht zu kurz kam. Wissenstest, Erste-Hilfe-Kurs und Truppmann-Ausbildung, war für alle Beteiligten bei einem Zeitaufwand von über 80 Stunden erfolgreich verlaufen. An einer Kreisübung in Anger hat man sich beteiligt, ebenso - von der FFW Laufen mustergültig vorbereitet - am Zeltlager beim Abtsee. Erinnert wurde an einer von vielen Zuschauern beobachteten Löschübung eines selbsterbauten, jedoch „schwer entzündbaren“ Minihauses beim „Tag der offenen Tür“. Erwähnt wurden ferner von Florian Reiter technische Hilfeleistungen, Mitgestaltung eines Gedenkgottesdienstes für Martin Eschlberger, dem Mitgründer der Jugendfeuerwehr Ainring, Ferienprogramm im Erlebnisbad mit Rekordteilnahme, fachmännischem Bau eines Fahnenschranks im neuen Gerätehaus in Mitterfelden.

Im Ausblick 2013/14 informierte Reiter über das Absolvieren eines Truppmannlehrganges und statt des Ferienprogramm heuer die Durchführung eines Feuerwehrtages, der speziell der Werbung für Teilnahme an der Jugendfeuerwehr dienen soll. Für Martin Eschlberger entstehe ein Wegkreuz. Das Eichenholz sei gestiftet worden, das professionelle Schnitzen des Heilands einer Schnitzerin in Saaldorf übertragen worden. „Wenn alle so zusammenhalten wie bisher, dann sind wir bei der Jugendfeuerwehr Ainring weiterhin auf einem sehr guten Weg“, argumentierte Florian Reiter und dankte allen jenen, die sich unterstützend mit einbrachten, vor allem nannte er an seiner Seite Gerhard Kufner und Andi Krautz.

Dankbarkeit, Zufriedenheit, Zuversicht

Bürgermeister Hans Eschlberger stellte seine Empfindungen „Dankbarkeit, Zufriedenheit, Zuversicht“ in den Vordergrund seiner Ansprache. Bei allen diesen aufgeschlüsselten Schlagwörtern zeigte das Gemeindeoberhaupt in seiner Rückblende das Jahr 2012 durch bekannte und vielfach auch in den Medien berichtete Ereignisse (unter anderem Zitat: „Aus Supermarkt wird Superfeuerwehrhaus“) als markanten Meilenstein in der Geschichte der Wehr, gleichermaßen aber auch für die Gemeinde auf. Hierbei erwähnte er unter anderem die interkommunale und effektive Zusammenarbeit mit den Nachbarwehren. Nicht hoch genug gewürdigt werden können die Tausende Stunden selbstlosen Freizeit-Einsatz und Hilfsbereitschaft „unserer“ Wehr für die Gesundheit und Sicherheit der Mitbürger. „Das Riesenkompliment gehört euch allen, einschließlich der nachweislich geleisteten ausgezeichneten Jugendarbeit.“ Den Wunsch nach stets gesunder Heimkehr von den Einsätzen, weiterhin viel Freude am Feuerwehrdienst und Gottes Segen, erwähnte Hans Eschlberger getreu dem Leitspruch im Eingansbereich der neuen Feuerwache: „...und wenn`s keiner macht, ich tue es doch!“

Grußworte

Kreisbrandrat Rudi Zeif überbrachte die Grüße von Landrat Georg Grabner und entbot sein Grußwort auch namens des ebenfalls anwesenden Kreisbrandinspektors Heinrich Waldhutter. Für die beiden Bürger der Gemeinde Ainring ist es die letzte offizielle Teilnahme in ihren bisherigen 18-jährigen verantwortlichen Funktionen an einer Hauptversammlung der FFW Ainring, kurioserweise - genau wie die Notrufnummer - 112 Tage vor ihrem Ausscheiden. Eine entsprechend würdige Verabschiedung ist den Führungskräften der Kreisbrandinspektion und Kreisfeuerwehrverbandes beim diesjährigen Florianifest gewiss.

Rudi Zeif stellte zunächst die erfolgreichen und arbeitsintensiven Aktivitäten der Ainringer Wehr und deren Führungskräfte heraus. Angewiesen sei man auf die unersetzlich wichtige Arbeit des Landesfeuerwehrverbandes, der sich erfolgreich für die Beschaffung von Planstellen einsetze mit der Folge, dass wieder mehr Lehrgänge stattfinden und besucht werden könnten. Nicht einfach sei es, wenn man bei Einsätze mit schrecklichen Folgen – mit tödlichem Ausgang oder schwerstverletzte Personen – konfrontiert werde. Es sollte sich keiner scheuen, die bestens geschulte Krisenintervention in Anspruch zu nehmen. Betreffs notwendiger Wohnungsöffnungen riet der Kreisbrandrat bei nicht zwingendem Grund vorsichtshalber auf die Polizei zu warten. Wie jüngst Nachrichten wieder bestätigten, gebe es immer wieder Verrückte, die hinter der Tür bewaffnet lauern.

Den Kauf von Rauchmeldern für Wohnräume legte Rudi Zeif beispielgebend allen ans Herz. Die Investition würde sich lohnen und zeigte, wie schon zuvor der Kommandant in seinem Jahresbericht auf, was ein an und für sich simpler Waschmaschinenbrand alles an nachfolgende Schäden in einem Gebäude anrichten kann. Wie der Kreisbrandrat weiter sagte, werde die Gemeinde Ainring von einer Digitalfunkstation nicht betroffen sein, doch auf die Effizienz des Digitalfunks könne nicht verzichtet werden. Dieser Funk müsse und werde kommen. Unentbehrlich einer Wehr sei der Nachwuchs, „der mal in unsere Fußstapfen steigen soll“. Ainring mit seinen jungen Helfern und bewährten Jugendwarte, an der Spitze Florian Reiter, gelte großer Dank für die ausgezeichnete Arbeit und Betreuung.

Vertrauensvolle Zusammenarbeit und gemeinsames Miteinander der Hilfsorganisationen prägten die weiteren Grußworte von Gerhard Maier, Leiter der Polizeiinspektion Freilassing, Rochus Häuslmann, frisch gewählter 1. Kommandant der FFW Freilassing und Walter Eder, Ortsfeuerwehrkommandant von Wals, der die bravouröse Kameradschaft der Feuerwehrleute von „drent und herent“ hervorhob. „Gott zur Ehr, dem Nächsten zur Wehr“ hieß dann abschließend der Leitspruch, der allen Anwesenden die Gewissheit gab, dass die Ainringer Wehr auch künftig allen Grund zur Zuversicht hat.

schl

Quelle: BGland24.de

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