Bürgermeister bekommt eigenen Weg

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Ainring - Der Gemeinderat hat sich dazu entschlossen, dem ehemaligen Bürgermeister Blasius Hogger einen Straßennamen zu widmen.

Eine heißer Meinungsaustausch entwickelte sich im Gemeinderat um die Vergabe des Straßennamens für das neue, derzeit zu erschließende Bauland in Feldkirchen. Mehrere Räte brachten den Vorschlag, in Erinnerung und Würdigung großartiger Verdienste des einstigen, von 1957 bis 1983 amtierenden 1. Bürgermeisters Blasius Hogger den bogenförmig verlaufenden Weg nach ihm zu benennen. Das Thema wurde bereits im Finanzausschuss vorberaten.

Für die Bezeichnung „Blasius-Hogger-Weg“ machte sich gleich zu Beginn der Diskussion Herbert Meigel stark. Er gehörte damals bereits unter Bürgermeister Blasius Hogger dem Gemeinderat an und erläuterte von dessen enormen Bemühungen, die kommunale Entwicklung der Gemeinde mit weitsichtigen Entscheidungen voranzubringen.

Erinnerung an große Leistungen des Bürgermeisters

Erwähnt wurde dabei unter anderem der Bau des Schwimmbades, des Schulzentrums, langwierige Gebietsreformverhandlungen zur beabsichtigten Erschließung des ehemaligen Flughafengeländes in ein Wohn- und Gewerbegebiet in Mitterfelden, damit verbunden auch Bau eines Fernheizwerkes.

Ebenfalls wurde in diesem Zusammenhang die Anstrengung Hoggers gewürdigt, eine schwere Krisenzeit in den 1970er Jahren zu meistern. Diese sei entstanden durch eine allgemeine Rezession. So sei man nach der Heizwerk-Übernahme aus Privathand in gemeindliche Verwaltung mit erheblich verteuerndem Öleinkauf und zwangsläufig schleppender Bautätigkeit in Mitterfelden A konfrontiert worden.

Auf oberster politischer Ebene habe Hogger einen Schuldenerlass für seine Gemeinde erreicht und es sei wieder aufwärts gegangen. Ainring habe sich weiter kontinuierlich entwickeln können. Die Last der Verantwortung in seinem Ehrenamt hatte allerdings Blasius Hogger zweifellos gesundheitlich sehr zugesetzt. Mitten in seinem Schaffen kam der Tod. „Es wäre völlig gerechtfertigt, unserem einstigen verdienten Bürgermeister in seinem Wohnort einen Straßennamen zu geben“, plädierte Herbert Meigel abschließend seiner geschichtlichen Rückblende.

Uneinigkeit bei Lattenbergstraße

Durch die unmittelbare Nähe der Lattenbergstraße sei es vernünftiger, die Wegführung des gesamten Plangebietes ebenfalls so zu bezeichnen, dann vermeide man Verwechslungen, gab Hans Pöllner zu verstehen Auch Martin Unterrainer fand, das Baugebiet sei zu klein für zwei Namensbezeichnungen und gab generell Pöllner recht. Hans Galler meinte, die Lattenbergstraße möge unverändert so bleiben, doch auch er sehe – wie Meigel – dass Blasius Hogger eine Persönlichkeit gewesen sei, der man einen Weg widmen sollte. Da es sich in Feldkirchen vorerst wohl um eine Baulanderschließung handele, die sich auf Jahre hinaus nicht wiederholen werde, sei es vernünftig jetzt Zeichen für diese vorgeschlagene Namenswegbezeichnung zu setzen, zumal dies in Hoggers Wohnort möglich sei.

Sepp Ramstetter meinte, Hogger sei ein dominanter Bürgermeister gewesen. Deshalb gebühre ihm eine dominantere Straße als dieses Fleckchen in Feldkirchen. Eine Gelegenheit werde sich sicher noch irgendwann mal woanders ergeben. 2. Bürgermeisterin Gabriele Noreisch unterbreitete den Vorschlag auch die östlich gradlinig verlaufene Lattenbergstraße in den Blasius-Hogger-Weg einzubinden. Ihre Fraktionskollegin Rosmarie Bernauer fand, dies sei mit zu großem Aufwand verbunden. Für die Anlieger mit Postanschrift Lattenbergstraße solle sich möglichst nichts ändern.

Von den „Feldkirchner Räten“ sprach sich neben Hans Galler auch Stefan Kern für den Beschlussvorschlag des Finanzausschusses aus, der beinhaltet, die neue Erschließungsstraße im Baugebiet als Blasius-Hogger-Weg zu benennen. Der Teil mit den bereits bestehenden Häusern soll jedoch weiterhin Lattenbergstraße heißen. Genau so sah es 1. Bürgermeister Hans Eschlberger. „Wir haben jetzt eine gute Chance mit dieser würdigenden Straßenbezeichnung an Bürgermeister Blasius Hogger zu erinnern, welcher ganz wesentlich einen wertvollen Beitrag an der Aufwärtsentwicklung unserer Gemeinde beigetragen hat.“

Mit zwei Drittel Mehrheit der anwesenden Ratsmitglieder folgte man dem Beschluss des Finanzausschusses, wonach die neue Erschließungsstraße als Blasius-Hogger-Weg benannt wird. Die Lattenbergstraße bleibt wie bisher.

schl

Quelle: BGland24.de

Rubriklistenbild: © dpa / Fotomontage der Redaktion

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