Wir haben unser Kind ans Internet verloren!

+

Ainring - Wenn das Internet süchtig macht: Die Mittelschule St. Rupert in Mitterfelden lädt zum Informationsabend am 23. Oktober. 

„Sucht-Risiken und Gefahren des Internets für Kinder und Jugendliche“ ist der Titel des offenen Informationsabendsmit anschließender Podiumsdiskussion, zu dem die Mittelschule St. Rupert Mitterfelden Schüler, Eltern, Lehrer, Sozialpädagogen, Erzieher, Psychologen und Interessierte aus dem Berchtesgadener Land einlädt. Mit der Veranstaltung am Dienstag, 23. Oktober, um 19 Uhr in der Schulaula (Salzstraße 83, 83404 Ainring) wollen die Veranstalter wachrütteln und auf die oft verkannten Warnzeichen einer Internetsucht aufmerksam machen. Der Eintritt ist frei.

Internet-Sucht wird nach wie vor zu wenig ernst genommen und ist verbreiteter, als viele meinen. Der Sucht- und Drogenbericht 2009 und 2011 der Bundesregierung spricht von bis zu 2,8 Millionen Onlinesüchtigen und ebenso viel Gefährdeten. Er stellt Onlinesucht auf eine Stufe mit Alkohol und Drogen.

Zu Viele verlieren die Kontrolle über ihre Mediennutzung und später über ihr Leben. Die betroffenen Eltern und Initiatoren der Elterninitiative www.rollenspielsucht.de Christine und Christoph Hirte berichten von ihren leidvollen, persönlichen Erfahrungen, erklären warum manche Spiele und Internet-Aktivitäten süchtig machen können und schildern schonungslos offen ihre Arbeit und ihre Erkenntnisse aus der täglichen Praxis.

Der Übergang von normaler Mediennutzung zum krankhaften Suchtverhalten bei Kindern und Jugendlichen ist meist fließend und vor allem für Erwachsene oft schwierig zu erkennen, da sie mit den neuen Medien nicht vertraut sind. Dabei geht der Sucht- und Drogenbericht der Bundesregierung von knapp 3 Millionnen onlinesüchtigen Menschen in Deutschland aus. Internetsucht wird häufig nicht erkannt, verleugnet oder beschönigt. Was für den Spielsüchtigen "ein paar Stündchen am PC" sind, heißt beim Alkoholiker „ein paar Bierchen“.

Erste Anzeichen von Internetsucht sind Schulversagen oder der Abbruch von Kontakten und Aktivitäten in der realen Welt.„Als Schulfamilie wollen wir auf diese Entwicklungen reagieren und Schüler, Eltern und Lehrer aufmerksam machen“, so Rüdiger Dähnrich, Jugendsozialarbeiter an der Mittelschule St. Rupert und Initiator des Informationsabends. Die Schulleitung, das Lehrerkollegium und der Elternbeirat unterstützen die gemeinsame Initiative, denn nur ein informiertes und sensibles Umfeld kann das Abrutschen in die Online-Sucht verhindern.

Auch Polizeihauptmeister Reinhard Rudolph, Jugendbeamter der Polizei Freilassing, kennt die strafrechtlichen Auswirkungen der Internet-Sucht in der Region und gibt seine Erfahrungen beim Informationsabend an der Mittelschule St. Rupert aus erster Hand weiter. Gemeinsam mit seinen Kollegen arbeitet er mit präventiven Angeboten daran, gefährdeten und betroffenen Familien wie Christine und Christoph Hirte zu helfen. „Diese Spiele verletzen die Seele unserer Kinder“, so die betroffenen Eltern, die inzwischen eine Selbsthilfeorganisation gegründet haben und bundesweit aufklären.

Die Referenten: Christine und Christoph Hirte aus Grafing bei München sind Experten zur Rollenspielsucht im Internet. Als Eltern eines internetsüchtigen Kindes haben sie mehrere Selbsthilfegruppen in ganz Deutschland gegründet, um betroffenen Familien zu helfen, die Warnzeichen der Sucht zu erkennen und Lösungsstrategien zu entwickeln. Bundesweit bekannt wurden sie durch ihren Auftritt in der ARD- Talkshow „Günther Jauch“ am 02. September

Polizeihauptmeister Reinhard Rudolph ist Jugendbeamter der Polizei Freilassing und wird die strafrechtlichen Auswirkungen der Internetsucht in der Region aus seiner täglichen Arbeit schildern.

Im Anschluss besteht die Möglichkeit für Fragen und Diskussionen.

Pressemitteilung des katholischen Jugendsozialwerks München e.V.

Quelle: BGland24.de

Zurück zur Übersicht: Rupertiwinkel

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser