Neue Schautafeln für das Ainringer Moos

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Die neuen Informationstafeln, die am Moos-Rundweg zu gegebener vom Verein „Freunde Ainringer Moos" aufgestellt werden (von links):. Erich Plenk, Robert Winterer und Ainrings Bürgermeister Hans Eschlberger.

Ainring - Das Ainringer Moos erhält weitere Schautafeln - ein gemeinsames Projekt der Freunde Ainringer Moos e.V. sowie des Torferneuerungsvereins Bürmoos.

Tief verschneit präsentiert sich das im Winterschlaf befindliche Ainringer Moos, eine idyllische Schatzkammer der Natur und der Jahreszeiten - entstanden nach Ende der Würmeiszeit vor rund 15.000 Jahren aus einer Senke, die der Salzachgletscher zurückließ. Nicht nur für teils sehr seltene Tier- und Pflanzenarten ist das Moorschutzgebiet vor allem seit der Renaturierung in seiner Vielfalt eine lieb gewordene Heimat geworden. Auch für Menschen übt das Naturparadies eine besondere Anziehungskraft aus, zumal neben einem Torfmuseum ein etwa 2,5 Kilometer langer Rundweg besteht.

"Bockerlzug" geht wieder in Betrieb

Wer diesen Moor-Rundweg und Erlebnispfad beschreitet und sich die Zeit nimmt, die elf Informationstafeln und Wegweiser zu begutachten, an den vier Erlebnisstationen aktiv mitmacht und auch eine beschauliche Rast am Brotzeitplatz bei der alten Eiche, im Aussichtsturm und im Museum einlegt, ist gut beraten. Der 2012 zwangsläufig eingestellte Betrieb der Feldbahn - aufgrund des Abbaus der Gleise am ehemaligen Torfwerk in Mühlreit für die umfangreichen Straßenbauarbeiten an der B304 - wird heuer beendet. Mit Freude sieht man der Wiederinbetriebnahme des beliebten „Bockerlzuges" entgegen, der mit seinen offenen Waggons Besucher auf beschauliche Art ins Moor bringt, unter anderem auch zum Schau-Torfstich.

Das Ainringer Moos gehört zu den vier Natur- und Kultur-Projekten in Deutschland, Österreich und Südtirol, die von der EU im Rahmen der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit der Gemeinden in der EuRegio gefördert werden. Partner der „Freunde Ainringer Moos e.V." ist unter anderem der rührige Torferneuerungsverein Bürmoos, der in österreichischer Nachbarschaft ebenfalls auf einem vier Kilometer langen Weg mit 19 Stationen einzigartige Flora und Fauna und die Entstehung dieses Moores bieten kann. Hervorragend ist die Freundschaft und Zusammenarbeit der beiden Vereine von „herent" und „drent" - und so entstand dank der Förderung durch die EuRegio Salzburg – Berchtesgadener Land – Traunstein ein Kleinprojekt, in dem sowohl in Bürmoos als auch in Ainring zum vorhandenen Bestand jeweils vier neue Schautafeln aufgestellt werden können. Zugleich erfolgt die Aktualisierung der Internet-Seite.

Für Körper, Geist und Seele

Speziell zu den nagelneuen Tafeln informiert Max Gaisreiter, 1. Vorsitzender der Freunde "Ainringer Moos": „Am Ostbahnhof der Torfbahn informieren wir über die heimischen Vogelarten (Tafel I), und auf einer eigenen Tafel (II) über die Libellen, denen die Moore einen wichtigen, aber vielerorts gefährdeten Lebensraum bieten. Neben der bestehenden Infotafel am Schau-Torfstich wird künftig zusätzlich dargestellt (III), wie man das Moor erleben und erfühlen kann - mit positiven Einflüsse des Moores auf Körper, Geist und Seele. Bei der Remise – dem Unterstand der Torfbahn-Waggons – werden neben der Geschichte des Moosvereins die bisherigen Aktivitäten dargestellt (IV)."

Die Ziele des Projekts unterstützt 1. Bürgermeister Hans Eschlberger als aktives Mitglied der Ainringer Moosfreunde. Mit den derzeit im Museum lagernden Tafeln, die – sobald der Frost aus dem Boden gewichen ist, aufgestellt werden - erfahren die Besucher eine bedeutsame Erweiterung des bestehenden Informationssystems sowie die Steigerung der Attraktivität der Moore, da die Tafeln in ihrer familienfreundlichen Gestaltung einen großen Lehrwert sowie die Sensibilisierung für Fauna und Flora der Heimat bieten. Durch das zusätzliche Info-Angebot der gemeinsam zwischen Ainring und Bürmoos aufgrund des langjährigen Erfahrungsaustauschs entwickelten Inhalte wird nachhaltig geschichtliches Wissen vermittelt. Eine Belebung und Stärkung des Tourismus ist durchaus gegeben.

Das Große im Kleinen erkennen

Natur, Kultur, Wissen und Erlebnis – diese vier Aspekte sind die zentralen Themen, denen sich der Verein „Freunde Ainringer Moos e.V." verschrieben hat. Gegründet wurde er am 11. August 2003, also vor knapp zehn Jahren, in dem auch der Torfabbau im Ainringer Moos eingestellt wurde. „Seit diesem Tag erforschen und dokumentieren wir alle Geschehnisse, die mit dem ehemaligen Torfabbau und der Natur im Ainringer Moos in Verbindung stehen, sei es von der Entstehungsgeschichte bis hin zur Renaturierung bis heute, denn das Moor lebt und wartet mit vielen kleinen Überraschungen auf. Wir sind allen dankbar, die bereit sind, das Große im Kleinen zu erkennen und alles tun, um dieses bedeutende Kleinod inmitten unserer Landschaft zu erhalten."

Der Verein hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Interessen von Mensch und Moor in Einklang zu bringen. Man kümmert sich um den Erhalt der industrie-geschichtlich interessanten Gebäude, Einrichtungen und Gegenstände sowie deren naturverträgliche Nutzung. Mitglieder des Vereins organisieren individuelle Führungen durch das Torfmuseum, veranstalten Fahrten mit der alten Torfbahn ins Moor und lassen in einem Schau-Torfstich alte Zeiten aufleben.

schl/bit

Quelle: BGland24.de

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