Mühlreit: Bau-Ende verschiebt sich auf 2014

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Neue Erkenntnisse an der Großbaustelle in Mühlreit (von links): Harald Targele, Straßenbauamtsleiter Sebald König, Ainrings Bürgermeister Hans Eschlberger und Tiefbau-Ingenieur Wolfgang Göbel (Firma Hinteregger).

Ainring - Sechs bis sieben Stunden waren die Bahnschranken in Mühlreit bislang pro Tag geschlossen. Künftig soll der Verkehr ungehindert fließen - allerdings erst 2014.

Die Bauarbeiten verzögern sich aus guten Gründen: Die neue Straßentrasse tangiert das Ainringer Moor - sensibles Gebiet mit labilen Boden-Verhältnissen. "Dort müssen wir behutsam vorgehen", so Straßenbauamtsleiter Sebald König. Vorsicht, die viel Zeit in Anspruch nimmt: "Schließlich wollen wir auch hier vernünftige Arbeit abliefern. Wenn man hier hudelt, hat man am Ende Unebenheiten im Belag - das ist nicht Sinn der Sache". Letztlich sollen auch die bis zu zehn Millionen Euro, die in der Gemeinde Ainring für diese Eisenbahnkreuzungsmaßnahme - so die offizielle Bezeichnung - investiert werden, in einem absoluten Top-Bau münden. Geologische und wirtschaftliche Gründe sorgen für die Verzögerungen, die nun offiziell von Bauamt-Sachgebietsleiter Martin Bambach bekannt gegeben wurden.

Fotos von der Baustelle Mühlreit:

Baustelle in Mühlreit

Bürgermeister erleichtert und froh

Durch die Umgehung Mühlreits wird der stark frequentierte Bahnübergang zunächst entlastet und später komplett hinfällig. Ist die neue Straße erst einmal freigegeben, wird mit der Rückbauung von Schranken & Co. begonnen und eine Unterführung angelegt. Aktuell stehen die Verkehrsteilnehmer sechs bis sieben Stunden, pro Stunde 25 bis 35 Minuten an diesem Übergang. "Das ist auch ein riesiges Problem für Rettungsfahrzeuge, die nicht schnell genug zum Einsatzort gelangen", weiß Ainrings Bürgermeister Hans Eschlberger, für den diese Baumaßnahme stets eine Herzensangelegenheit war. Allerdings mussten schon seine Amtsvorgänger viel Geduld aufbringen: "Seit den 60er-Jahren wurde über diesen Bahnübergang diskutiert - demnach ist er ein jahrzehntelanges Anliegen in unserer Gemeinde", so der Rathauschef sichtlich erleichtert.

"Ich bin froh, dass das jetzt erledigt wird", so Eschlberger. Denn die Maßnahme verbessert auch die Verkehrssicherheit in seinem Zuständigkeitsbereich, vor allem für Fußgänger und Radfahrer. Übrigens: Die neue Unterführung wird künftig auch von der Torfbahn genutzt werden können.

Baustelle wird ein Jahr ruhen

Wenn die Trasse durch eine österreichische Firma fertiggestellt ist, wird die Baustelle ein Jahr ruhen. Denn die Trasse muss sich erst setzen - und das dauert auf diesem weichen Untergrund. Zur Härtung werden auf der 2,3 Kilometer langen Strecke derzeit 6.500 und im Durchmesser elefantenfußgroße Rüttelstopfsäulen bis zu acht Meter tief in den Boden gebohrt und mit 9.000 Kubikmeter Naturstein aus Kitzbühel und Saalfelden befüllt. Der Kies darüber stammt aus Sulzau im Pongau, rund 70.000 Kubikmeter müssen bewegt werden.

Die Bohrungen samt Fertigstellung der Trasse werden noch bis Ende März 2013 andauern. Dann ruht das Ganze rund ein Jahr, ehe die "Feinarbeiten" mit den abschließenden Asphaltierungen und Markierungen in Angriff genommen werden können. Mit der Einweihung wird demnach wohl bis in den Herbst 2014 gewartet werden müssen. Unter der Eisenbahnbrücke entsteht zusätzlich eine kleine Brücke über die Sur, die ebenfalls den Schienenstrang kreuzt.

Die Kosten der Umgehung teilen sich zu je einem Drittel die Bundesrepublik Deutschland mit ihrer Bundesstraßenverwaltung, die Deutsche Bahn und der Bund. Der Spatenstich in Mühlreit war im September 2010 erfolgt.

bit

Quelle: BGland24.de

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