Offenes Ganztagsangebot an Mittelschule

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In der Mittelschule St. Rupert erfolgt nach Gemeinderatsbeschluss die Einführung einer Offenen Ganztagsschule zum Schuljahr 2014/15.

Ainring - Die Einführung der Offenen Ganztagesschule an der Mittelschule St. Rupert in Mitterfelden zum Schuljahr 2014/15 hat der Gemeinderat bei einer Gegenstimme in jüngster Sitzung beschlossen.

Dies hatte vorweg bereits der Verwaltungs- und Finanzausschuss empfohlen, wobei in dieser Zusammenkunft Mittelschul-Rektor Markus Döllerer das Konzept ausführlich vorgestellt hatte. Nun, als stiller Zuhörer in der Gemeinderatssitzung, erwartete er gespannt auf die Entscheidung der Mandatare. Bekannt wurde, dass bisher 21 Schüler, zusammengefasst aus mehreren Jahrgangsstufen, für das offene Ganztagsangebot Interesse haben.

In seinen einführenden Worten zu diesem Tagesordnungspunkt stellte Bürgermeister Hans Eschlberger das große Ziel heraus, die Bildungslandschaft und Landkreisebene auf allen Ebenen zu stärken und zu verbessern. Der Landkreis sei aktuell auf dem Weg, auch als Bildungsregion anerkannt zu werden und treffe dazu intensive Vorbereitungen, beispielsweise in Gestalt eines Bildungsforums in Freilassing, von der er unmittelbar vor der Gemeinderatssitzung gerade komme.

Hans Eschlberger betonte, jedes Kind und jeder Jugendliche solle in seiner Heimat die Schule besuchen können, das seinen Fähigkeiten, Neigungen und Talenten entspreche. Ein zentraler Punkt sei in der Gemeinde die Mittelschule St. Rupert in Mitterfelden. Die Schulleitung sei zusammen mit der Gemeinde als Sachaufwandsträger ständig um Verbesserungen bemüht. Der M-Zug, Schulsozialarbeit, gebundene Ganztagsangebote seien Beispiele der Vergangenheit.

In der Mittelschule St. Rupert erfolgt nach Gemeinderatsbeschluss die Einführung einer Offenen Ganztagsschule zum Schuljahr 2014/15.

Neu sei jetzt die Initiative, auch ein offenes Ganztagsangebot zu schaffen, erörterte der Bürgermeister. Vorgesehen sei, über den vormittäglichen Unterricht hinaus von Montag bis Donnerstag Betreuungsangebote einzuführen, die bis 16 Uhr gehen. Dazu liege ein Angebot der Arbeiterwohlfahrt vor, welches sowohl eine pädagogische Leitung als auch qualifizierte Honorarkräfte beinhalte. Konkret gehe es dabei um Unterstützung bei den Hausaufgaben, bedarfsorientierter Förderung, gute Unterrichtsvorbereitung, Betreuung während des Mittagessens, Sport, Spiel, kreative und musische Tätigkeiten auch in der Natur. „Insgesamt soll die Offene Ganztagsschule die Mittelschule in Mitterfelden stärken und bereichern und nicht zuletzt die Chancengleichheit für alle Schüler verbessern und individuelle Förderungen der Schüler ausbauen", so der Rathauschef.

In der folgenden Aussprache argumentierte ÜPW-Fraktionssprecher Martin Strobl, oberflächlich betrachtet sei die Einrichtung einer offenen Ganztagesklasse eine gute Sache. „Ich befürworte diese Idee in der vorgelegten Form derzeit nicht, weil ich es besser finden würde, wenn diese Aufgabe durch die Schule selbst geleistet wird und nicht nur durch einen privaten Träger", verdeutlichte Martin Strobl.

Mit dem Argument von Einsparungen bei der Verwaltung soll hier ein sehr wichtiger Bereich an die AWO übertragen werden. Weder die Gemeinde noch die Schule selbst hätten einen unmittelbaren Einfluss darauf, was nachmittags in die Ganztagesklasse passiere, führte Strobl weiter aus. Zudem werde nicht garantiert, dass pädagogisch geschultes Personal für die Betreuung der Schüler am Nachmittag eingesetzt werde. Der Kreisverband der Arbeiterwohlfahrt Berchtesgadener Land habe zwar zugesichert, sich darum zu bemühen, eine Verpflichtung dazu bestehe jedoch nicht. Strobl: „Ich würde es besser finden, wenn diese Ganztagesklasse durch die Schule und damit durch Lehrer, wie in der gebundenen Ganztagesklasse geleistet wird." Damit wäre nach Aussage des Fraktionssprechers beispielsweise sichergestellt, dass lernschwächere Schüler bei der Hausaufgabenbetreuung individuell bestmöglich gefördert werden. Sie könnten an die Lehrkräfte Fragen stellen und so besser werden. Diese offene Ganztagesklasse in privater Trägerschaft sei seiner Ansicht nach nichts anderes als eine Nachmittagsbetreuung, welche vom Staat über Fördermittel bezahlt und für die Eltern kostenlos sei. Eine nachhaltige Qualitätssteigerung der Mittelschule St. Rupert sei nach seiner Meinung damit nicht verbunden.

Strobl vertrat abschließend seiner Ausführungen die Ansicht, dass die Schulleitung zunächst ein Gesamtkonzept entwickeln sollte, um die Mittelschule mittel- und langfristig zu stärken und zu sichern. Eine offene Ganztagesklasse, welche die Schule selbst organisiere und durchführe, könne dabei ein Baustein sein.

Bürgermeister Hans Eschlberger widersprach dieser Ansicht Strobl und verwies darauf, dass sich die Offene Ganztagesschule in Bayern durchgesetzt habe und vertraue darauf, dass dieses Angebot vom AWO-Kooperationspartner für die Gemeinde und Schule funktionieren werde. „Sammeln wir doch ein Jahr Erfahrung und ziehen zur Halbzeit Zwischenbilanz", riet er und gab zu verstehen, man sollte ein neues Modell nicht schlecht reden, sondern auf den Weg bringen. Nach weiteren Wortmeldungen von den Gemeinderäten Dieter Nowak, Stefan Kern und Margret Sturm-Wiersig, verweigerte nur Gemeinderat Martin Strobl bei der Beschlussfassung seine Zustimmung zur vorgesehenen Maßnahme.

Leistungsbeschreibung der Arbeiterwohlfahrt

Die Leistungsbeschreibung der AWO, Kreisverband Berchtesgadener Land, als Angebot zum Kooperationspartner für die Gemeinde Ainring und Schule bezüglich „Offene Ganztagesschule an der Mittelschule Mitterfelden" beinhaltet unter anderem: Die Betreuung der Schülerinnen und Schüler findet täglich Montag bis Donnerstag von 13.10 bis 16 Uhr statt. Betreut wird die Ganztagesklasse von zwei pädagogischen Kräften, die einmal pro Woche für drei Stunden durch eine Honorarkraft, beispielsweise Sportlehrer, Kursleiter et cetera, unterstützt werden. Für die pädagogische Leitung sind zwölf Wochenstunden pro Monat angesetzt. Diese Mitarbeiter werden von der Arbeiterwohlfahrt angestellt und alle damit verbundenen Aufgaben, wie zum Beispiel Lohnabrechnung übernimmt der Kreisverband der AWO.

Der Angebotskatalog beinhaltet die Betreuung während des Mittagessens, das an der Schule in Form eines Caterings bereits angeboten wird. Zu den Maßnahmen bei der Bewältigung schulischer Anforderungen gehören: Unterstützung bei den Hausaufgaben, bessere Vorbereitung der Schülerinnen und Schüler auf den Unterricht, enge Kooperation und Austausch mit den KlassenlehrerInnen, Organisation von Schülernachhilfe bzw. gezielte, bedarfsorientierte Förderung. Die Hausaufgaben in der Offenen Ganztagesschule der Mittelschule Mitterfelden sollen in der Zeit zwischen 14 und 15 Uhr stattfinden.

Es sind auch Freizeit- und Hobbyangebote angedacht und Fördermaßnahmen hinsichtlich Sprachintegration und Unterstützung bei Lernschwächen. Bei besonderen schulischen und persönlichen Problemen von Schülern/innen könne auch seitens der Arbeiterwohlfahrt individuelle Beratung und weitergehende sozialpädagogische Unterstützung angeboten bzw. die Vermittlung an Fachdienste eingeleitet werden, schreibt die AWO-Kreisvorsitzende Isabella Zuckschwerdt.

schl

Quelle: BGland24.de

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