Ein Denkmal für die Freiluftbühne

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Ainring - Am Eingang der Freilichtbühne steht jetzt ein Denkmal. Die Bronzestatue wurde bei einer großen Feier enthüllt und soll nicht nur an die Wichtigkeit der Kultur erinnern:

Über die letzten Jahre hat die Ainringer Freilichtbühne im Dorfpark immer mehr Konturen bekommen, sei es mit historischen Nachbauten aus Holz und Högler Sandstein, wie das Brechlbad, Backstube, Feuerstelle auf Anregung vom international bekannten Musikkünstler Hans Söllner oder Theaterkulisse mit großem Mühlenrad aus dem vorigen Jahrhundert.

In der naturbelassen bewaldeten Umgebung mit gepflegten Kieswegen wurde eine kulissenartige Arena aus Steinquadern erstellt, die mehreren Hundert Zuschauern bequem Platz bietet. Ein in die Umgebung passendes Holzhäuserl als Toilette, ein weiteres, in dem gekocht werden kann zur Verköstigung von Besuchern – all dies ist im Laufe der Zeit entstanden, dank einer sehr um die Kultur, aber auch deren Fortentwicklung bemühte Gemeinde.

Bekanntlich hat Bürgermeister Hans Eschlberger für solche Belange nicht nur stets ein offenes Ohr, sondern engagiert sich auch im Privatleben für Altbewährtes, Überliefertes, Traditionelles. Gemeinsam mit seinem Gemeinderat hat er sich nunmehr für ein Denkmal am Eingang zur Freilichtbühne eingesetzt, das auch an den zwischenzeitlich leider verstorbenen Koni Althammer erinnern soll, dem dieses schöne naturnahe Gelände unterhalb der Pfarrkirche überhaupt zu verdanken ist. Zur Enthüllung der Bronzeskulptur, die der Künstler Franz Prinke geschaffen hat, fanden sich rund 50 Gäste ein, darunter für die ökumenische Segnung aus der katholischen Kirche Pfarrer Wernher Bien und aus dem evangelischen Gemeindezentrum Pfarrer Werner Buckel.

Zur Feierstunde vor dem zunächst noch verhüllten „Geheimnis“ entbot 1. Bürgermeister Hans Eschlberger einen herzlichen Willkommensgruß. „Wir enthüllen heute an diesem Platz ein neues Denkmal, genauer gesagt eine Skulptur, die an eine Gemeinschaftsleistung erinnert“, begann er seine Ansprache. Diese Feierstunde sei ein Ereignis, das im schnelllebigen Zeitalter Seltenheitswert habe und mit dem modernen Zeitgeist nur wenig in Einklang zu bringen sei. Trotzdem sei er der Meinung – so Eschlberger – zum Reichtum eines Gemeinwesens gehöre nicht nur die Wirtschaftskraft und die Effizienz der Sozialsysteme und die technische Infrastruktur der kommunalen Daseinsvorsorge, sondern auch Erinnerungskultur.

Die Freiluftbühne bekam ein Denkmal

Im Lexikon der Kunst sei der Begriff Denkmal kurz und bündig folgendermaßen beschrieben, skizzierte Eschlberger folgendes: „Ein Denkmal ist jedes bewusst mit der Absicht der Wahrung des Andenkens an Personen oder Ereignisse errichtete architektonische oder plastische Werk.“ Die Gemeinde-Absicht war und sei beides: „Wir wollen an ein Ereignis erinnern, genau gesagt an die Entstehung dieses Platzes, einem Ort der Gemeinschaft, der mit kulturellem Leben erfüllt wird. Ein besonders schönes Beispiel ist das heute noch stattfindende Konzert mit der Reichenhaller Philharmonie. Wir wollen aber auch an Personen erinnern, an alle, die diesen Ort der Gemeinschaft möglich gemacht haben. Viele, die mit Rat und Tat mitgeholfen haben, sind heute anwesend. Ich begrüße herzlich alle anwesenden fleißigen Helfer, Unterstützer und "möglich-Macher", nicht zuletzt unserem Gemeinderat, der dem Vorhaben "Freilichtbühne" nach reiflicher Überlegung und Diskussion zugestimmt und die Haushaltsmittel genehmigt hat. Besonders wollen wir auch an eine Persönlichkeit unserer Gemeinde erinnern, die leider im letzten Jahr verstorben ist: an Koni Althammer, dem die Vereine und das Gemeinschaftsleben ein wichtiger Teil seines Lebens waren und dem wir alle viel zu verdanken haben.“

Der Bürgermeister erinnerte, Althammer sei der erste gewesen, den er für die Idee dieses Platzes habe begeistern können. Und er habe es mit seiner großzügigen Spende möglich gemacht, „dass wir als Gemeinde dieses schöne Stück Heimat kaufen konnten und somit auch künftige Generationen eine Freude und Gemeinschaft erleben können“. Der Althammer Koni werde als Freund und Förderer, vor allem auch wegen seinem humorvollen, geselligen und hilfsbereiten Wesen unvergessen bleiben. Der Name Konrad Althammer sei im Widmungstext der Bronzeskulptur verewigt.

In diesem Zusammenhang wandte er sich an Luise Schiessl, die Lebensgefährtin von Koni Althammer, die er zu diesem Ereignis besonders begrüßte. Für Luise Schiessl, in Begleitung ihres Sohnes, waren die Worte des Bürgermeisters so zu Herzen gegangen, dass sie ihre Tränen nicht zurückhalten konnte. Für die Gestaltung eines „geeigneten Denkmals“ habe man – so der Bürgermeister - erneut der Phantasie eines Künstlers aus der heimischen Region vertraut, nämlich Franz Prinke aus Ufering, „denn er hat mit Kopf, Herz und Hand unserem Auftrag Form und Gestalt gegeben“.

Dankenswerterweise habe die Sparkassen-Bürgerstiftung BGL mit einer großzügigen Spende die künstlerische Arbeit gefördert und möglich gemacht. Für dieses großartige Zeichen der besonderen Verbundenheit zur Gemeinde Ainring dankte Hans Eschlberger dem anwesenden Stiftungsvorstand der Sparkassen-Bürgerstiftung Karl Thierauf.

Zum Schluss seiner Ansprache fasste der Bürgermeister seine Wünsche für dieses neue Denkmal an der Ainringer Freilichtbühne zusammen: Vielen Menschen soll es Freude bringen und die Gemeinschaft fördern - Symbol sein für alle Ausdrucksformen der Kultur und diesen hier einen fruchtbaren Boden bereiten - Die Aufgeschlossenheit der Gemeinde für alles Wahre, Gute und Schöne wecken und fördern sowie das Verantwortungsbewusstsein für die Heimat stärken. Dies alles sei nur möglich mit dem Segen vom Herrgott.

Gemeinsam mit dem Schaffer der Bronzeskulptur, Franz Prinke schritt dann Bürgermeister Hans Eschlberger zur Enthüllung des Denkmals. Die Segnung und mit geweihtem Wasser war dann die Aufgabe der beiden Pfarrer in ökumenischer Eintracht. Pfarrer Werner Buckel übernahm dabei die Aufgabe der Ansprache. Er verdeutlichte, die Weisheit Gottes übersteige menschliches Denken und Begreifen. Gott sei um vieles größer als wir Menschen. Ähnlich sei es mit der Kunst. Mit der Musik, mit der Malerei und mit Skulpturen. Oft brauche man einen Schlüssel dazu zum Verstehen. „Kunst hilft uns dann unser menschliches Leben besser zu verstehen, so auch die Skulptur von Franz Prinke. Die Skulptur weist uns hin auf die Freilichtbühne. Sie weist hin auf den menschlichen Theaterplatz, wo sich unser Leben abspielt, mit alles was dazu gehört, Gutes und Schönes. Und die Kunst hilft uns die Wahrheit unseres Lebens besser zu verstehen. Sie verweist letztendlich dadurch auf die Weisheit Gottes, die unser Leben hält und trägt.“

Franz Prinke sagte eingangs, er habe sich sehr gefreut über den für ihn als Bildhauer nicht alltäglichen Auftrag und erläuterte sein Werk auf dem vorher befindlichen eineinhalb Meter hohen und 2,4 Tonnen schweren Högler Sandsteinfindling. Nach reiflichen Überlegungen sei ein Modell - als Symbol einer Theaterbühne in Bronze gegossen - entstanden.

Zwei Vorhanghälften teilen sich und geben dem Betrachter den Blick frei auf das dahinter befindliche Gelände der Freilichttheaters. Auf dem First der Bühne sei das Ainringer Wappen erkennbar. Links und rechts des sich darunter drapiernden Vorhanges seien Reliefs der verschiedenen Musen und das Logo der Freilichtbühne angebracht. Auf der Bühne stellen drei Figuren eine Theaterszene dar. Der Künstler zeigte den ganzen technischen Werdegang auf, zunächst mit dem Ausguss in Gips, Modellieren der Plastik und Arbeit in der Gießerei, wobei das Wachsmodell in Gips eingeformt, danach in einer Brennkammer das Wachs restlos eingeschmolzen wird. In die entstandenen Hohlräume wird dann die flüssige Bronze gegossen. Nach dem Erkalten des Metalls wird die Gipsform abgeschlagen und es kommt der Rohguss zum Vorschein. „Das ist wohl der spannendste Augenblick, denn im Falle eines Fehlgusses wäre die ganze Arbeit unwiederbringlich verloren und der ganze lange Modellierprozess müsste noch einmal wiederholt werden“, betonte Prinke. Nach dem Zisilieren und Patinieren hat man endlich den fertigen Bronzeabguss vor sich liegen.

Abschließend bedankte er sich bei der Verantwortlichen der Gemeinde für das ihm entgegengebrachte Vertrauen und wünschte, dass seine Arbeit von den Bürgern und vor allem den Mitgliedern der Ainringer Freilichtbühne gut angenommen werde.

schl

Quelle: BGland24.de

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