Fließt das Wasser bald nicht mehr nach Perach?

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Der Mühlstätter Graben, derzeit ein friedlich fließendes Bächlein, ist im Oberlauf ein Wildbach mit einigen Wasserstufen wie hier in unmittelbarer Nähe der gemeindlichen Kneippanlage.

Ainring - Der in der Fragestunde in der letzten Gemeinderatssitzung von Martin Strobl (ÜPW) zum Thema Hochwasserschutz vorgetragene Antrag hatte einen kurzen Schlagabtausch zur Folge.

Der in der Fragestunde in der letzten Gemeinderatssitzung von Martin Strobl erneut zum Thema Hochwasserschutz vorgetragene Antrag hatte einen kurzen Schlagabtausch zwischen Bürgermeister und dem ÜPW-Fraktionssprecher zur Folge. „Immerhin habe die Gemeinde zum Hochwasserschutz schon enorm viel geleistet und werde dies weiterhin tun“, betonte der Rathauschef. Jörg Mader versuchte die etwas erhöhte Stimmungswoge zu glätten. „Nächstes Mal kommt der Antrag zur Abstimmung und dann sehen wir weiter“, argumentierte er.

Nachfolgend im vollem Wortlaut der Antrag der ÜPW-Fraktion, vorgetragen von Martin Strobl:

„Sehr geehrter Herr 1. Bürgermeister Eschlberger, sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen des Gemeinderates, der Gemeinderat hat sich zuletzt in seiner Sitzung am 10. Dezember 2013 mit dem Hochwasserschutz am Mühlstätter Graben beschäftigt und einstimmig beschlossen, ein hydrogeologisches Gutachten zur Beschleunigung der Realisierung des neuen Sickerbeckens im Bereich Schmiding im Vorgriff auf die Ergebnisse der Untersuchungen der TU München durchzuführen.

Das angesprochene Sickerbecken soll dabei auf dem Grundstück bei der Abzweigung nach Schiffmoning an der Kreisstraße BGL 18 (Erdbeerfeld) realisiert werden. Es dient der Rückhaltung und Versickerung im Hochwasserfall. Das Gutachten soll eine mögliche negative Wirkung auf den Grundwasserspiegel von Perach und Heidenpoint ausschließen und zugleich die Sickerfähigkeit feststellen.

Basierend auf diesem Beschluss, beantragte Strobl im Namen der Fraktion der Überparteilichen Wählergruppe (ÜPW) Ainring folgende Erweiterung: "Die Gemeindeverwaltung wird beauftragt, das beschlossene hydrogeologische Gutachten zu erweitern und zu prüfen, ob der Mühlstätter Graben generell (also auch im Nicht-Hochwasserfall) von Perach weg in das geplante Sickerbecken geleitet wird und an dieser Stelle versickert. Sollten dafür nach Berechnungen des Ingenieurbüros zusätzliche Versickerungen, beispielsweise in Form von Rigolen, erforderlich sein, so sollten diese ebenfalls untersucht werden."

Zur Begründung wurde zitiert: Derzeit verläuft der Mühlstätter Graben entlang der Kreisstraße BGL 18 von Ainring kommend bis Heidenpoint zur sogenannten Demei-Grube. Von dort wird er über ein sehr kleines Rohr auf die andere Seite der B 304 geleitet und endet dann in kleineren Sickerbecken ohne Vorflut. Im Hochwasserfall staut sich das Wasser in der Demei-Grube und wird nur zu einem kleinen Teil weitergegeben. Die Folge ist, dass sich das Hochwasser zurückstaut und teilweise in den Sonnwiesgraben fließt. Das Wasser versickert vor Heidenpoint und erhöht den Grundwasserspiegel.

Die ÜPW Ainring ist der Ansicht, dass der Mühlstätter Graben nach dem Schmidinger Weiher nur eine sehr geringe ökologische Bedeutung hat. Der Bachlauf sollte unserer Meinung nach generell verändert und in das geplante neue Sickerbecken geführt werden. Das Wasser käme dann nicht mehr nach Heidenpoint und Perach und würde im neuen Becken versickern. Um die Leistungsfähigkeit dieses Beckens auch im Hochwasserfall zu gewährleisten, sollte auch eine weitergehende Versickerung im Form von unterirdischen Rigolen entlang der Gemeindestraße nach Schiffmoning geprüft werden. Entsprechende Grundstücke müssten im Zuge der Gewerbeansiedlung der Firma Heinze für Ausgleichsmaßnahmen zur Verfügung stehen.

Ein weiterer Vorteil dieser Bachverlegung wäre, dass auf der Bordseite der Bundesstraße 304 die bisher vom Graben durchzogenen Flächen wieder besser landwirtschaftlich genutzt werden. Die dort vorhandenen Sickerbecken wären dann auch nicht mehr erforderlich. Die Demei-Grube samt Bachlauf bis dorthin könnte aufgelassen werden und stünde einer eventuell künftigen verkehrlichen Entwicklung nicht mehr im Wege. Das neue Sickerbecken könnte, ähnlich dem Schmidinger Weiher, zu einem kleinen Rastplatz für Fußgänger und Radfahrer, unter Einbeziehung des jetzt schon vorhandenen Marterls ausgebaut werden. Dazu wäre eine entsprechende ökologische Aufwertung vorzunehmen, welche durch die Ansiedlung der Firma Heinze ohnehin erforderlich ist. Der Mühlstätter Graben könnte mit diesem Maßnahmen dauerhaft von Perach und Heidenpoint weggeführt und in einen Bereich geleitet werden, welcher den Grundwasserspiegel vermutlich nicht nachteilig beeinflusst. Das Ergebnis der hydrogeologischen Untersuchungen bitten wir im Gemeinderat öffentlich vorzustellen."

Vor dem Einstieg in die öffentliche Gemeinderatssitzung wollte Strobl einen für die Nichtöffentlichkeit vorgesehenen Tagesordnungspunkt öffentlich beraten wissen. Hans Eschlberger bat daraufhin die Zuhörer samt Presse den Sitzungsraum zu verlassen. Nach 10 Minuten Beratung hinter verschlossenen Türen durften dann alle wieder in den Rathaussaal. Der von Strobl für die Öffentlichkeit gewünschte Punkt blieb weiterhin nichtöffentlich.

schl

Quelle: BGland24.de

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