Gemeinderat lehnte Antrag ab

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Ainring - Der Antrag auf Baugenehmigung für die hochwassergeschädigte ehemalige Wohnbaracke im Adelstettener Moos wurde vom Gemeinderat abgelehnt.

Einen zweiten Anlauf im Gremium des Gemeinderates versuchte Helmut Soraruf aus Heidenpoint, eine – wie er in einem Schreiben ausführlich beschrieben hatte – durch Hochwasser zerstörte ehemalige Wohnbaracke als nicht privilegierte Landwirtschaft wieder neu zu errichten. Sein Antrag auf Baugenehmigung wurde jedoch einstimmig abgeschmettert. Der Antrag war zunächst im Juli im Bauausschuss Beratungspunkt, dann im August im Gemeinderat, seinerzeit als Bauvoranfrage für den Neubau an anderer Stelle. Neu ist nun, dass die Baracke am bisherigen Standort im Adelstettener Moos, nahe der Sur wieder aufgebaut werden sollte. In einem Schreiben schilderte der Antragsteller den geschichtlichen Werdegang dieser Baracke, die wohl ohne Baugenehmigung errichtet, Flüchtlingen gedient hatte.

Soraruf bezeichnete die ehemalige Unterkunft denkmalwürdig, dem ein Stück Heimat- und Lebensgeschichte anhafte. Durch das Hochwasser der Sur sei das Gebäude unterspült worden und hätte auch in weiterer Folge dadurch Beschädigungen erlitten. Zwischenzeitlich ist – so hörte man - die Baracke beim Versuch diese zu stützen, auseinander gefallen. Nun lautete der Antrag, die Baracke an gleicher Stelle neu zu errichten und zwar in gleicher Größe von 4,20 x 12,45 m und 2,5 m Wandhöhe. Thomas Fuchs, Leiter der gemeindlichen Bauamts, informierte, dass sich das Grundstück im Außenbereich befinde und die Zulässigkeit des Vorhabens nach den Vorschriften des Paragrafen 35 BauGB richte. Eine landwirtschaftliche Privilegierung liege nicht vor. An der Gemeindeverbindungsstraße Thundorf – Mühlreit anliegend, sei das Grundstück mit Wasser und Kanal nicht erschlossen.

Der Ersatzbau von (Wohn-)Baracken sei nach Hinweis von Thomas Fuchs nur unter Einhaltung enger rechtlichen Voraussetzungen möglich. So müsse der Antragsteller eine baurechtliche Genehmigung und Nutzung der Wohnbaracke nachweisen. Würden diese Bedingungen erfüllt, wäre ein neues Gebäude gleichartig an selber Stelle möglich. Aus Sicht der Verwaltung und als Ergebnis der Vorprüfung im Landratsamt seien diese Nachweise nicht erfüllt, bestätigt durch Bilder und Unterlagen. Ein Ersatzbau nach Paragraf 35 der Bauordnung komme nur in Betracht, wenn der Antragsteller nachweise, dass das Gebäude durch das Naturereignis des Hochwassers zerstört worden sei. Aus diesem Grunde habe der Bauausschuss im Zuge dessen eine Ortsbesichtigung durchgeführt. Das Gremium sei dabei zu dem Ergebnis gekommen, dass die Hütte nicht durch das Juni-Hochwasser zerstört worden sei, sondern bestenfalls im Bodenbereich noch weiter gelitten habe. „Die Hütte war schon vorher in einem einsturzgefährdeten Zustand, was auch die vorliegenden Fotos belegen.“

Man kam zu dem Schluss, dass unter Gesamtwürdigung der gesetzlichen Vorgaben das Vorhaben als nicht genehmigungsfähig einzustufen sei. Sepp Ramstetter, der dem Bauausschuss angehört und bei der Besichtigung beteiligt war, zeigte auf, in welch maroden Zustand die Hütte gewesen sei. Wäre nach und nach repariert worden, hätte Soraruf mehr Möglichkeiten auf weiteren Bestand gehabt. Ihn störe es aber gewaltig, dass das Anwesen als Wohnbaracke deklariert und damit versucht werde, etwas rauszuholen. „Ich werde jedenfalls diesem Antrag nicht zustimmen“, betonte Ramstetter sichtlich erzürnt. Bürgermeister Hans Eschlberger schwächte den Vorwurf ab und meinte, jeder Bürger habe das Recht seine eigene Meinung zu einem Baugesuch vorzubringen, was ja in dem Schreiben des Antragstellers anschaulich dargestellt worden sei. Die Anweisungen der Rechtslage seien jedoch eindeutig. Geschlossen lehnten die Gemeinderäte bei der Beschlussfassung die geplante Maßnahme ab, wovon Soraruf, im Rathaussaal anwesend, gleich Kenntnis von dieser für ihn ablehnenden Abstimmung nehmen konnte.

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Quelle: BGland24.de

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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