Riesenspektakel beim Sensenmähen

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Ainring - Nur fünf Jahre nach der Handmäher-EM gab es in Thundorf erneut ein Riesenspektakel bei der 6. bayerisch-österreichischen Meisterschaft im Mannschaftsmähen:

Bei besten Wettkampfbedingungen gingen erneut die Besten an den Start, um die Siegermannschaft im Sensenmähen zu ermitteln. Die hervorragend organisierte Veranstaltung zog mehr als 1.100 Besucherinnen und Besucher aus nah und fern zum Waldfestplatz am Högl nahe Thundorf.

„Wir sind mit der Leistung unserer Jungmannschaft zufrieden. Doch von einer Wachablösung kann man noch nicht sprechen", so Georg Weber, Trainer und Oberschiedsrichter bei der diesjährigen Veranstaltung. „Die Österreicher bleiben eine Klasse für sich." Beim diesjährigen Wettkampf richteten sich alle Augen auf die jungen Starter aus Ainring und Umgebung. Der Verein hat es geschafft, junge Leute für den Umgang mit dem alten Werkzeug zu begeistern. Zudem hatten sie für diesen Tag hart trainiert. Auch Schiedsrichter Thomas Baumgartner war vom Wettkampf sichtlich angetan: „Die Thundorfer haben wieder einmal bewiesen, dass sie auch Großveranstaltungen dieser Art stemmen können. Mein Dank gilt vor allem der Musikkapelle und dem Trachtenverein für die Mitarbeit und die Bewirtung der Gäste." Zum Wettkampf sagte er: „Die Österreicher waren heute einfach nicht zu schlagen."

Nachdem gegen 12.30 Uhr die Begrüßung durch Georg Weber erfolgte, bei der er seinen Gruß an die angereisten Sportlerinnen und Sportler, sowie die gesamte Bevölkerung richten durfte, wurden kurz die Wettkampfbedingungen bekannt gegeben. Hierbei mussten doch in der Allgemeinen Klasse 8 x 15 m und in der Königsklasse 10 x 20 m von je vier Wettstreitern möglichst schnell abgemäht werden. Zum Bedauern der heimischen Beobachter richteten zwei Schiedsrichter aus dem Flachgau , einer aus Rosenheim und zwei aus der Region, ihre geschulten Augen besonders auf die Mahd und noch mehr auf die Sauberkeit der abgemähten Fläche. „Die Zeiten waren nicht schlecht, doch die Sauberkeit miserabel", so der ehemalige Bayrische Meister Georg Weber.

Bei den Damen siegten die „Innviertler Mädels" (Julia Putscher, Regina Sporer, Ingrid Mittermüller und Katharina Rapperstorfer) in einer Gesamtzeit von 5.08 Minuten vor dem „Handmäherverein Thundorf-Straß" (Franziska Eder, Veronika Eder, Katharina Enzinger, Anita Altmutter), die durch einen Zeitzuschlag für Unebenheiten von 2.45 Minuten mehr als drei Minuten dahinter lagen. In der Allgemeinen Klasse, in der eine Sensenlänge von bis zu 90 cm zugelassen ist, siegte die „Gummibärenbande" Flachau (Manuel Riedl, Markus Bamberger, Matthias Mösel, Christoph Giglmayer) in einer Zeit von 4.43 Minuten vor den „verschärften Almtalern", sowie „Vordorf 1 Oberösterreich" und den „Schneidigen Kirchhammern", welche auch mit einem Zeitzuschlag von knapp zwei Minuten haderten.

In der Königsklasse, bei der auch Sensenlängen über 90 cm zugelassen sind, wurde der Wettkampf in einem spannenden Finale entschieden. Hier zeigten die alten Herren vom Handmähverein Thundorf-Straß mit Max Egger, Sepp Eder, Bernhard Sturm und Georg Weber noch einmal ihre Klasse. Mit der Startnummer 18 angetreten, wären sie beinahe ins Finale eingezogen, doch war hier ein Zeitzuschlag von 2.15 Minuten das Zünglein an der Waage. Lediglich das Team aus dem Baskenland (man hatte sich gegen eine Gästeklasse entschieden) konnte man um wenige Sekunden überbieten. Dahinter folgte auf Platz 9 der Handmäherverein Thundorf-Straß II mit Martin Reiter, Max Hutter, Sepp Weidenspointer und Johannes Egger vor „Thundorf-Straß" mit Stefan Eder, Michi Geissler, Hannes Egger und Stefan Huber, in einer Zeit von 5.37 Minuten. Das Finale bestritten die „Flachgauer Bauernkinder", die mit zwei Damen als Mixed-Staffel an den Start gingen, gegen die „Aschacher Mäher", die „Innviertler Buam" und eine Crew unter dem Namen „Bregenzer Wald".

Die Spannung stieg, ehe auf dem Wettkampfgelände die Sieger mit deutlichem Vorsprung ihre Klasse unter Beweis stellten. Heini Abfalter aus Rossdorf, der für den Wettkampf als Ansager gewonnen werden konnte, verstand es, die Spannung hoch zu halten. Nach den vielen Wettkämpfen der vergangenen Jahre können die Zuschauer inzwischen die Leistung der Sportlerinnen und Sportler nicht mehr nur an den eigenen Gesten, sondern auch an der von den vielen Helfern aus dem Dorf zusammengerechten Flächen erkennen. „Die Flachgauer Madl und Buam mähen einfach unvorstellbar sauber", so ein Besucher am Rande des Wettkampfes. Sieger wurden die „Bauernkinder" aus dem Flachgau mit Katharina Junger, Maria Sams, Hannes Schilder und Franz Eberschwendtner.

Gegen Ende des Tages warteten Franz Messner und mehrere Oldtimerfreunde noch mit einer Besonderheit auf. So wurde mit alten Traktoren, Gras- und Heuerntemaschinen vom Dorf zum Waldfestplatz gefahren, während ein Teilnehmer aus Lamprechtshausen seine Eigenkonstruktion zur Schau stellte.

6. Meisterschaft im Mannschaftsmähen

Als Schirmherr fungierte Ainrings 1. Bürgermeister Hans Eschlberger, der in seinen Grußworten auch mehr als 100 Besucher aus dem benachbarten Salzburger Land willkommen heißen durfte. Er gab seiner Freude Ausdruck, dass nach der großartigen Europameisterschaft im Handmähen im Jahr 2009 in Thundorf nunmehr wiederum „an einem der schönsten Fleckerl im Rupertiwinklel" in spannenden Wettkämpfe mit schneidigen Frauen und Männern, die 6. Bayrisch-Österreichische Meisterschaft im Mannschaftsmähen stattfinde. Die Gemeinde Ainring sei stolz darauf, dass auf heimatlichen Boden dieser Ländervergleich im Handmähen, der viel Geschick und „Schmalz" verlange, auf höchstem sportlichen Niveau ausgetragen werde. „Wir erleben einen Wettbewerb, der seine Wurzeln in der bäuerlichen Arbeit hat, einer Arbeitsleistung, die letztlich unsere Heimat geprägt hat. Das Sensenmähen ist für mich geradezu ein Symbol für Fleiß und Geschick unserer Bauern", betonte der Bürgermeister.

Wie er weiter ausführte, habe das Mähen mit der Sense – für die Vorfahren habe es nichts anderes gegeben – die regionale Kulturlandschaft erst möglich gemacht. Eschlbergers Dank galt dem Handmähverein Thundorf-Straß mit seinem tüchtigen Vorsitzenden Georg Weber und seiner rührigen Vorstandschaft für die umfangreiche Vorbereitung dieser Veranstaltung. Schlussendlich bedankte sich der Handmähverein bei den vielen Sponsoren und bei Franz Lindner aus Bach für die Bereitstellung der Wettkampfwiese. „Skifahrn und Sensenmahn, da sind die Österreicher stark. Jetzt können wir nur noch auf die Fußballweltmeisterschaft hoffen", so urteilte lachend der Mitorganisator Georg Weber.

schl

Quelle: BGland24.de

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