Einfamilienhaus soll erweitert werden

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Ainring - Die Erweiterung eines Einfamilienhauses des zweiten Bürgermeisters Gerhard Kern war Thema im Bauausschuss. Die Änderungswünsche liegen teils außerhalb des Bebauungsplans...

Wenn der erster Bürgermeister seinen Radl-Urlaub genießt, der unmittelbare Stellvertreter jedoch mit eigenem Bauantrag auf der Tagesordnung steht und die dritte Bürgermeisterin verhindert ist, dann darf satzungsgemäß das dienstälteste Ausschussmitglied aus dem Expertenkreis den Vorsitzsessel übernehmen. Diese nicht alltägliche Situation ergab sich jüngst in der Sitzung des Bauausschusses. So war es Sepp Ramstetter vorbehalten, erstmals einen Bauantrag zu leiten, eine Funktion die er übrigens sehr routiniert ausführte, nicht ohne eigenen Kommentar zur Sachlage des Antrages.

Zunächst erklärte zweiter Bürgermeister Gerhard Kern, dass er gemäß Artikel 49 der Gemeindeordnung beteiligt sei und deshalb an Beratung und Abstimmung nicht teilnehme. Den Vorsitz übernahm deshalb gemäß Geschäftsordnung Sepp Ramstetter als dienstältestes Gemeinderatsmitglied.

Gerhard Kern beantragte in seinem Baugesuch, das bestehende Einfamilienhaus in Feldkirchen zu einem Zweifamilienhaus umzubauen und deshalb zu erweitern. Hierzu sei - wie Ramstetter informierte - auf der Südseite ein erdgeschossiger Anbau mit den Ausmaßen von zirka 3 x 8,80 m vorgesehen, der im Obergeschoss als Dachterrasse ausgebildet werde. Darin sei ein Wohn- und ein Schlafzimmer vorgesehen. Auf der Nordseite des Gebäudes möchte der Antragsteller eine teilweise nach Norden offene Erweiterung um 2.50 m vorsehen, um mittels einer zusätzlichen Treppe die vorgesehene Obergeschosswohnung zu erschließen.

Das bislang als Speicher genutzte Dachgeschoss soll nach den Planunterlagen ausgebaut werden und ein Eltern- sowie ein Kinderzimmer, außerdem ein WC, erhalten. „Somit erstreckt sich eine Wohneinheit auf das Erdgeschoss und die zweite Wohneinheit über das Ober- und Dachgeschoss. Die notwendigen Stellplätze werden in der bestehenden Doppelgarage und auf einem kleinen, nördlich an das Baugrundstück angrenzenden Grundstück, welches sich ebenfalls im Besitz des Bauherrn befindet, nachgewiesen", so Ramstetter.

Zur planungsrechtlichen Situation zeigte er auf, dass sich das Baugrundstück im Geltungsbereich des Bebauungsplanes Feldkirchen in Form der zweiten Änderung befinde. Durch die Anbauten entstünden Baugrenzenüberschreitungen. Auch die geplanten Pkw-Stellplätze seien vom Bebauungsplan nicht vorgesehen. Doch der vom Bebauungsplan auf der Ostseite des Baugrundstückes vorgesehene Eigentümerweg befinde sich tatsächlich auf der Westseite. Hier lägen auch die gemeindlichen Entwässerungsweinrichtungen. Wie Sepp Ramstetter weitere ausführte, sei die Erschließung gesichert. Die Nachbarunterschriften seien mustergültig durch den Antragsteller auf den Planunterlagen veranlasst worden.

„Das Vorhaben ist aus Sicht der Gemeinde ortsplanerisch und städtebaulich vertretbar", verkündete Ramstetter den Beschlussvorschlag der Verwaltung. Es handle sich um eine sinnvolle Nachverdichtung bestehender Baugebiete in diesem Ortsbereich, vorliegend mit dem Ziel, mehrere Generationen im Wohngebäude aufzunehmen. Damit sei auch der Zielvorstellung des flächensparenden Bauens Rechnung getragen.

Durch die Überschreitung der Baugrenzen und die Situierung der Pkw-Stellplätze seien Befreiungen von den Festsetzungen des Bebauungsplanes Feldkirchen notwendig. „Diese sind aber möglich, da die Abweichung vom Bebauungsplan die Grundzüge der Planung nicht berührt und die Abweichung auch unter Würdigung nachbarlicher Interessen mit den öffentlichen Belangen vereinbar ist", so Ramstetters Hinweis aus dem Beschlussvorschlag der Verwaltung.

Im Rahmen einer kurzen Beratung zeigte sich Sven Kluba angetan von der sinnvollen Nachverdichtung, erkundigte sich jedoch zu näheren Details der geplanten Außentreppe. Hierauf antwortete Bauamtsleiter Thomas Fuchs, die Treppe entbehre aufgrund der Lage dem öffentlichen Einblick. Ramstetter wies auf die geplante Dachterrasse hin. Solch gelagerte Fälle müssten künftig ähnlich gehandhabt werden. Weiters verwies Ramstetter, bezugnehmend auf kürzlich in Feldkirchen beantragte Bauvorhaben, dass möglicherweise auch hier eine Bebauungsplanänderung notwendig werde.

Bei der Abstimmung bestand einhellig die Akzeptanz zum vorliegenden Bauantrag. Inhaltlich gilt dies auch von den notwendigen Befreiungen von Festsetzungen des Bebauungsplanes für die Überschreitung der Baugrenzen der Anbauten au der Nord- und Südseite, der Pkw-Stellplätze und Änderung der Lage des Eigentümerweges. schl

Quelle: BGland24.de

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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