Feuerwehr mit Rekordmarke von 271 Einsätze

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Anschaulich mit bildlichen Darstellungen von den wichtigsten Einsätzen der Ainringer Feuerwehr gab 1. Kommandant Martin Waldhutter einen Tätigkeitsbericht über das abgelaufene Einsatzjahr 2013 mit Rekordmarken an Ausrückungen und Ausbildung.

Ainring - Die Feuerwehr Ainring kann mit Stolz und erhobenen Hauptes auf das Jahr 2013 zurückblicken. Insgesamt hatte sie so viele Einsätze wie noch nie zuvor zu bewältigen.

„Es war ein Jahr, das kaum wie ein anderes zuvor die Einsatzkräfte gefordert hat", betonte 1. Kommandant Martin Waldhutter bei der Jahreshauptversammlung im Haus der Kultur. Insgesamt registrierte man 271 Einsätze, davon 206 Technische Hilfeleistungen. Die restlichen Ausrückungen teilen sich auf in 42 Brandalarme, Sicherheitswachen und sonstige Tätigkeiten. Dazu kommt die Rekordzahl von 3060 Ausbildungsstunden.

Heftige Unwetter am 6. Mai mit Überflutungen und dann das Jahrhunderthochwasser ließ die Zahl der Alarmierungen zwischen 1. und 3. Juni sprunghaft empor schnellen. 88 Einsätze waren im Gemeindegebiet Ainring in dieser kurzen Zeit nötig, wobei unabhängig von Grundwasserschäden die Oberflächenflut noch relativ moderat ausfiel im Gegensatz zu Nachbarorte. Bis an die Leistungsgrenze gehen mussten insbesondere jene Kräfte, die im Raum Freilassung und Laufen in über 40 Einsätze gefordert waren.

Einmal mehr bewährte sich der Wasserrettungsstandort Ainring. Mit dem Boot der Feuerwehr Ainring konnten rund 40 Personen aus mehreren Metern hoch überfluteten Häusern in einem Freilassinger Ortsteil gerettet und evakuiert werden. Die Kräfte der Feuerwehr Ainring gingen hier an ihre körperliche Leistungsfähigkeit und erbrachten eine vorbildliche Arbeit. „Das seit Jahren eingeschlagene Konzept in punkto Ausbildung und Ausrüstung zeigte hier sehr deutlich die erbrachte Leistungsfähigkeit", sagte Waldhutter, der noch anfügte, dass in der Gemeinde vorausschauend an neuralgische Stellen und Objekte vorsorglich Sandsäcke angebracht wurden um bei weiter steigende Pegelständen sofort reagieren zu können. „Wir haben durch das frühzeitige Handeln großen Schaden im Vorfeld verhindern können", so Waldhutter, der in diesem Zusammenhang dem 2. Kommandanten und seinerzeitigen Einsatzleiter Thomas Schlosser für sein umsichtiges Handeln dankte.

Dramatisch hatten sich die reißenden Fluten der Saalach zugespitzt und im Durchfluss auf Ainringer Gemeindegebiet mit 7.66 Meter ihren Höchststand erreichten. Dieser Pegel war somit weitaus höher als die bisherige Höchstmarke beim Hochwasser im Jahr 2002. Das Ufer der Saalach wurde zum Teil auf mehreren hundert Meter inklusive der Bepflanzung weggerissen. Am Ufer stehende Fahrzeuge am Parkplatz an der Hammerauer Grenzbrücke wurden durch die Feuerwehr Ainring entfernt, damit diese nicht von dem Fluten mitgerissen werden konnten, nachdem diese Parkfläche nach und nach zur Hälfte weggespült wurde. Zudem mussten in dem Zeitraum voller Notfälle neben den anstehenden Einsätzen durch das Hochwasser parallel noch andere Alarmierungen abgearbeitet werden.

Insgesamt aufgezeigt wurden im Vorjahr 42 Brandalarmierungen. 18 davon fielen unter die Rubrik Kleinbrände, drei als Mittelbrände und zwei wurden als Großbrände eingestuft. Dazu zählt jenes gewaltige Waldfeuer im Juli am Thumsee, bei dem sich die Ainringer tatkräftig beweisen konnte. Die Aufgabe war vorrangig der Wassertransport von Karlstein über die Forststraße auf den Heuberg und dort über die Höllenbachalm in die Nähe der Brandstelle. 62.500 Liter Löschwasser transportierte das Tanklöschfahrzeug der Feuerwehr Ainring an die Brandstelle. Die restliche Mannschaft unterstützte die Brandbekämpfung auf dem Bergrücken. Zusammen mit den Kräften aus den Landkreisen Berchtesgadener Land und Traunstein sowie aus dem Salzburger Land konnte eine Ausbreitung verhindert werden. Eine anstrengende und schweißtreibende Arbeit auf einem Hang mit direkter Sonneneinstrahlung, massiver Rauchentwicklung und sehr unwegsamen Gelände. Teilweise mussten die Kräfte fluchtartig die Brandstelle verlassen, da die Flammen die Verteidigungslinien erreichten und übersprangen. Durch den unermüdlichen Einsatz und perfekt zusammenarbeitenden Kräften der Feuerwehr und Bergwacht konnte aber eine Ausbreitung verhindert werden. Kaum nach diesem kräftezehrenden Einsatz an der Wache angekommen, musste zu einem Flächenbrand mitten im Ainringer Moor ausgerückt werden, der sich ebenfalls als sehr kräfteraubend herausstellte, da die Brandstelle mit einem Fahrzeug nicht erreichbar war.

Von den aufgezeigten Einsätzen zu Verkehrsunfälle im Vorjahr gehörte jener am 16. April auf der B 304 zu den traurigsten, mit drei Verletzten. Der Motorradfahrer erlitt schwerste und seine Sozia lebensgefährliche Verletzungen, wobei diese Person unmittelbar nach der Einlieferung in eine Klinik verstarb. Laut Auskunft der Polizei hatte bei diesem tragischen Unfall ein Autofahrer beim Wenden ein nachfolgendes Motorrad übersehen.

Zu dem Rekordjahr an Einsätzen blieb nicht unerwähnt, dass die FFW Ainring 2013 das erste Mal die Marke von 3000 Ausbildungsstunden überschritten hat. In 82 Übungseinheiten an 90 Tagen wurde die Einsatzmannschaft weitergebildet und für den Ernstfall fit gehalten. Der 1. Kommandant lobte nicht nur das Engagement sondern bestätigte, dass umfangreiche, nachhaltige und zielgerichtete Ausbildung der Garant für einen effektiven Einsatzerfolg sei.

Ein weiterer erfreulicher Aspekt ist die kommunale Gemeinschaftsbeschaffung eines Versorgungs-Lkw. Mit dem Effekt der Kosteneffizienz und als Synergieeffekt ist ein optimales Gerät beschafft worden. Mitte November konnten beide Fahrzeuge für die Gemeinden Ainring und Berchtesgaden bei der Herstellerfirma Junghans in Hof abgeholt werden.

Weitere Neuerungen im abgelaufenen Jahr waren für die Ausrüstung die Anschaffung einer Wärmebildkamera Typ „UCF 9000", mit ihren vielen Modi eine der besten Kameras, die es derzeit gibt. Nun sind beide Löschfahrzeuge mit einer Wärmebildkamera ausgestattet. Zudem wurde ein Kohlenstoffmonoxid Warngerät (CO-Warner) beschafft. CO-Warner diesen dem Schutz der Einsatzkräfte vor giftigem Kohlenstoffmonoxid, beispielsweise durch unvollständige Verbrennung fossiler Brennstoffe wie Holz, Kohle, Heizöl oder Gas vorkommen kann. Martin Waldhutter zählte auch diese Anschaffungen auf: Spine-Board, neue Gruppenwesten, Rettungsboot als Ersatz für das über 15 Jahre alte Vorgängermodell, neues hydraulischer Rettungssatz, zwei Rollcontainer für schwere technische Hilfeleistung und Beleuchtungssatz. Durch den Gerätewart und die Mannschaft wurden in vielen Stunden insgesamt weitere zehn Geräteboxen und Container gebaut.

Ein wesentlicher Bestandteil ehrenamtlicher Arbeitist, dass sich die Hilfsorganisationen gegenseitig in ihrer Ausbildung unterstützen. Für das BRK Ainring hielt man einen Vortrag über „Gefahrgut", beim Behindertenwohnheim Thundorf wurde das „Verhalten der Bewohner im Brandfall" nahe gebracht und die hervorragende Zusammenarbeit mit dem Fortbildungsinstitut der Bayerischen Polizei in Mitterfelden wurde verdeutlicht mit zwei Lehrgänge zum Thema „Branddelikte", wobei ein Ausbildungstag dem praktischen Teil galt. Außerdem gab`s ein Seminar zu Einsatzmöglichkeiten bei „große Schadenslage".

Zu einem der wichtigsten Aufgaben entwickelt sich die Werbung von neuen Mitgliedern. Trotz einer Bereinigung der Aktivenliste konnte der Personalstand ausgebaut werden. Vor allem die Entwicklung der Jugendfeuerwehr stimmt den Feuerwehrverein und die Kommandantur sehr positiv.

Zum Abschluss seines Berichtes, optisch anschaulich mit einer Auswahl von Einsatzfotos per Powerpoint-Präsentation galt der Respekt von Kommandant Martin Waldhutter allen Einsatzkräften, die in unzähligen Stunden neben der täglichen Einsatz- und Ausbildungstätigkeit in diesem Jahr 2013 noch deutlich mehr an Arbeit geleistet haben. Dank für Unterstützung jeglicher Art galt unter anderem der Gemeinde, dem Kreisfeuerwehrverband BGL, der Kreisbrandinspektion, der Polizei und allen Hilfsorganisationen wie THW, BRK, Wasserwacht und den Spendern für finanzielle Mithilfe. Ein besonderer Dank galt vor allem auch den Arbeitgebern, Landwirten und Selbständigen, die ihren Arbeitsplatz und ihr Unternehmen verlassen, oder verlassen können um dem Nächsten helfen zu können.

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Quelle: BGland24.de

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