Anderthalb Stunden dauerte die Übung

Ainringer Feuerwehr übt mit Chemikalien

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Ainring - Chemische Gefahrstoffe finden wir in Reinigern, Klebern oder in der Landwirtschaft. Trotz strenger Richtlinien gibt es immer wieder Unfälle - Grund genug für eine Feuerwehr-Probe!

Gefahrstoffe begleiten heute unser Leben, ohne dass wir uns dessen bewusst sind. Ob im privaten Haushalt als Reiniger, Kleber, Kosmetik, ob in der Landwirtschaft als Düngemittel oder als Pflanzenbekämpfungsmittel oder im Gewerbe und der Industrie.

Um diese Stoffe zum Verbraucher und Nutzer zu transportieren, muss eine dementsprechende Transportlogistik bereit stehen. Viele Richtlinien und Vorschriften und deren Kontrollen führen dazu, dass vor allem dieser Bereich immer sicherer wird und ohne große Unfälle abläuft. Jedoch kann es auch in dieser Kette zu Störfällen mit diesen Stoffen kommen.

Den Übungsteilnehmern war nur der Übungstag und die Zeit bekannt, das Übungsszenario und der Umfang waren allen Teilnehmern unbekannt. Unter der tatkräftigen Mithilfe der Spedition Dachser mit dem Niederlassungsleiter Herrn Enderlein konnte eine sehr realistische Lage vorbereitet werden. Die Spedition Dachser gilt bei der Feuerwehr als Musterbetrieb, in dem Sicherheit größten Stellenwert hat. So wurde vor einigen Wochen bereits eine Übung mit einer Brandlage im Umschlagbereich durchgeführt.

Übung mit Phosphorsäure

Am vergangenen Samstag wurde angenommen, dass während Ladearbeiten auf einer Wechselbrücke die mit verschiedenen chemischen Stoffen beladen war, es zu einem Leck an einem Behälter kam. Aus diesem Behälter der mit Phosphorsäure beladen war, lief aus einer kleinen Leckstelle die Flüssigkeit in den Wechselbehälter und reagierte mit dem Stahl der Wechselbrücke. In der Folge wurde ein Mitarbeiter verletzt und konnte nicht mehr selbständig flüchten.

Die Feuerwehr, die zu einer dementsprechenden Schadensmeldung mit verschiedenen Kräften anrückt, stellten sich Aufgaben die nach der Feuerwehrdienstvorschift 500 und der GAMS Regel abgearbeitet wurde. Hierzu zählt die Erkennung der Gefahren vor allem für Menschen und Tier und der Umwelt, es müssen entsprechende Absperrmaßnahmen getroffen werden, die Rettung der verunfallten Person und die notwendige Anforderung von Spezialkräften.

Als Einsatzleiter war bei dieser Übung der zweite Kommandant der Feuerwehr Ainring, Thomas Schlosser tätig. Zur Bewältigung der Schadenslage wurden Abschnitte gebildet, denen die Kräfte zugeteilt wurden. Die Feuerwehr Ainring, die mit 36 Kräften und sechs Fahrzeugen an der Übung teilnahm, hatte folgende Aufgaben: Erkundung der Schadenslage durch einen Atemschutztrupp, Durchführung der Rettung des Lagerarbeiters, Einrichten einer ersten Dekontaminationsstelle und Reinigung des Verletzten, sowie der erst eingesetzten Kräfte.

Dreifacher Brandschutz mit Wasser, Schaum und Pulver

Ebenso musste der dreifache Brandschutz mit Wasser, Schaum und Pulver erstellt werden. Eine weiträumige Absperrung der Einsatzstelle wurde errichtet und die Einsatzleitung eingerichtet. In enger Zusammenarbeit mit den an der Übung beteiligten Einheiten aus Freilassing, der Kreisbrandinspektion sowie dem ABC-Zug Berchtesgadener Land erfolgten weitere Maßnahmen. Nach der Rettung des Lagerarbeiters, erfolgte die detaillierte Stofferkennung. Da die Wechselbrücke mit verschieden chemischen Substanzen in unterschiedlichen Behältnissen beladen war, eine nicht unerhebliche Herausforderung. Im Ausschlussverfahren konnte der Stoff verifiziert werden.

Als Erstmaßnahme wurde der Behälter umgelagert und dann durch drei Trupps unter Chemikalienvollschutz in ein Überfaß gelagert. Nach ungefähr eineinhalb Stunden war die Übungslage durch 85 Kräfte aus den Feuerwehr Ainring, Freilassing, Piding, und Bad Reichenhall und der Kreisbrandinspektion abgearbeitet. Im Anschluss an die Übung musste die Ausrüstung wie Atemschutz und Chemieschutzausrüstung wieder gereinigt und geprüft werden um für die nächste Schadenlage vorbereitet zu sein. Alle Übungsbeteiligen waren hier ehrenamtlich wie alle Feuerwehren im Landkreis tätig und nehmen auch interessierte gerne in deren Reihen auf.

Gefahrgutübung Ainring

Pressemitteilung Feuerwehr Ainring

Quelle: BGland24.de

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