Bebauungspläne abgesegnet:

Gemeinde ebnet Weg für bauwillige Antragsteller

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Ainring - Grünes Licht gab es von der Gemeinde und dem Fachausschuss für die Anträge von einigen Bauwilligen. In Hammerau wurden zudem Untergrund-Altlasten entdeckt:

Gemeinde und Fachausschuss ebneten in der Sitzung vom Montag, vorliegenden Anträgen der öffentlichen Tagesordnung den Weg, damit Bauwünsche unterschiedlicher Art verwirklicht werden können. Durch präzise Vorarbeit des Bauamtes hatte das Ratsgremium auch keinerlei Grund die Zustimmung zu verweigern. Altlasten in Form von Schlacke kam im Umfeld der Baustelle der Firma Zweirad Stadler an der Sägewerkstraße in Hammerau zutage. Hier galt es eine Tektur zum Außenanlageplan zu beschließen. 

Schnell über die Bühne gingen jeweils die 65. und 67. Änderung im Bebauungsplan Feldkirchen für die Bauabsichten von zwei Antragsstellern. In den zwischenzeitlich eingegangenen Stellungnahmen des Landratsamtes Berchtesgadener Land wurden keinerlei Einwendungen erhoben. 

Schallschutzmaßnahmen müssen ausgearbeitet werden

Beim dritten Satzungsbeschluss zur 66. Änderung, betreffend eines Baugesuchs, lag hingegen aus dem Fachbereich Immissionsschutz ein Schreiben vor. Es wurde ausgeführt, dass die geplante Bauabsicht am bestehenden Objekt hinsichtlich der Baugrenzen näher an die Bundesstraße 20 heranrücke als bisher. Es sei deshalb zu erwarten, dass die schalltechnischen Orientierungswerte eines allgemeinen Wohngebietes auf der Westseite überschritten würden, hieß es. Weiter wurde zitiert, es gelte die Verkehrslärmsituation zum Beispiel durch eine schalltechnische Untersuchung zu ermitteln, zu bewerten und die erforderlichen Schallschutzmaßnahmen ausarbeiten zu lassen und im Bebauungsplan festzusetzen. 

Von Bauamtsleiter Thomas Fuchs wurde aufgezeigt, dass – wie es üblich und sinnvoll sei – die Baugrenzen auf der Bauparzelle tatsächlich größer eingezeichnet worden seien, als die für die geplante Baumaßnahme notwendig wäre und dieses auch auf der Westseite der Fall sei. Um die immissionsschutzrechtliche Problematik zu entschärfen, sollte die westliche Baugrenze wieder auf das notwendige Maß, also zum bestehenden Baukörper zurückgeführt werden. Damit rücke die Baugrenze nicht weiter zur Bundesstraße und bleibe im bestandgeschützten Bereich. In der Abwägung dieses Belanges argumentiere die Gemeinde gegenüber der Immissionsschutzbehörde, dass kein neuer Baukörper geschaffen werde, sondern lediglich das Wohngebäude erhöht werde und sich somit die Bestandssituation nicht verschlechtere. Zudem würden zur Bundesstraße zwei weitere Anwesen und der nordwestlich befindliche private Lärmschutzwall abschirmend wirken. Thomas Fuchs verdeutlichte anhand der Lärmkartierung des Bayerischen Landesamtes für Umwelt die Tag- und Nachtberechnung in Dezibel für das Gebäude des Antragstellers, dass keine wesentlichen Überschreitungen vorliegen dürften, wenn ja, dann lediglich sehr geringfügig. 

Dennoch werde demzufolge seitens der Verwaltung vorgeschlagen, passive Schallschutzmaßnahmen festzusetzen. Dabei könne vom Antragsteller wahlweise eine erhöhte Schalldämmung von Außenbauteilen mit Lüftungseinrichtung oder eine sogenannte „Prallscheibe“ vor dem fraglichen Kinderzimmerfenster gewählt werden. Dieses werde im Bebauungsplan entsprechend festgesetzt. Der Bauausschuss gab ohne weitere Rückfragen auch für diese 66. Änderung des Bebauungsplanes Feldkirchen „Grünes Licht“ für den Satzungsbeschluss. 

Untergrund-Altlasten an der Sägewerkstraße in Hammerau entdeckt

Der Bauantrag von der Firma Zweirad Stadler beinhaltete eine Tektur zum Außenanlagenplan an der Sägewerkstraße in Hammerau. Dieser war nach Hinweis von Bürgermeister Hans Eschlberger notwendig geworden wegen der wasserrechtlichen Vorgaben. Im Zusammenhang mit dem im Zuge der Baustelle vorgefundenem Untergrund mit Schlacke sei es notwendig, die Ausführung der Stellplatzfläche dergestalt so zu ändern, dass ein wasserundurchlässiger Bodenbelag verwendet werde. Diese entdeckte Altlasten müssten von der Oberfläche her versiegelt werden, damit das Grundwasser nicht beeinträchtigt werde. Es sei eine Befreiung von den Festsetzungen des Bebauungsplanes hinsichtlich der Wasserundurchlässigkeit der Stellplatzfläche und demzufolge der Überschreitung der Nutzungszahlen erforderlich. Alles in allem verursache nun die Entwässerung der Außenanlagen – welche detailliert erläutert wurde - wesentlich mehr finanzielle Aufwendungen als ursprünglich geplant. Der einhellige Beschluss war, das gemeindliche Einvernehmen zur vorliegenden Tektur zu erteilen. Die notwendigen Befreiungen von den Festsetzungen des Bebauungsplanes hinsichtlich der Nutzungszahlen und der Beschaffenheit der Stellplatzfläche wurde erteilt. 

Ein Ehepaar aus Mitterfelden beabsichtigt ihr Garagengebäude um knapp einen Meter zu verlängern. Die Verbreiterung ist mit 1,22 m geplant und ein Satteldach soll auch drauf. Zudem wollen die Antragsteller die Eingangsüberdachung erneuern und bis zur Garage verlängern. Es werden die Baugrenzen geringfügig überschritten. Nachbarunterschriften liegen dem Bauamt mit den Planunterlagen vor. 

Zur Beurteilung des Vorhabens wurde vom Bürgermeister mitgeteilt, dass prinzipiell seitens der Gemeinde keine Einwände bestünden. Mit der Verlängerung und Verbreiterung des Garagengebäudes werde die maximal zulässige Grenzbebauung ausgeschöpft. Mit dieser Erweiterung werde benötigter Stauraum geschaffen. Durch die Verlängerung und Verbreiterung bis auf die Grundstücksgrenzen würden die Baugrenzen geringfügig überschritten. Die Erweiterungsmaßnahme sei im Vorfeld mit dem Landratsamt besprochen worden. Auch hier – wie in allen anderen Bauangelegenheiten – herrschte Einstimmigkeit beim befürworteten Beschluss. Die notwendige Befreiung hinsichtlich der Baugrenzenüberschreitung wurde erteilt. 

schl

Quelle: BGland24.de

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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