Ainringer Gemeinderat sagt "Ja" zum Landkreis

  • schließen
  • Weitere
    schließen
+
Der Gemeinderat hat mit deutlicher Mehrheit die Teilnahme der Gemeinde Ainring zum Markenbildungsprozess Berchtesgadener Land beschlossen. Zur Thematik referierte Wirtschaftsförderungs-Geschäftsführer Dr. Thomas Birner (im Bild), der auch gemeinsam mit BGL-Tourismus-Geschäftsführer Stephan Köhl bei der regen Diskussion Rede und Antwort stand.

Ainring - Die Gemeinde wird sich nach Beschluss des Gemeinderates (20:3 Stimmen) am Markenbildungsprozess des Landkreises beteiligen. Bürgermeister Eschlberger begrüßt das Votum:

BGL-Tourismus-Geschäftsführer Stephan Köhl und Wirtschaftsförderung-Geschäftsführer Dr. Thomas Birner waren der Einladung zum ersten Tagesordnungspunkt der jüngsten Gemeinderatssitzung gefolgt, um den Räten Rede und Antwort zu stehen. Nach einer Stunde detaillierte Informationen und überaus regem Meinungsaustausch fiel die eindeutig befürwortende Entscheidung im Gremium.

Zur Vorgeschichte: Der Markenbildungsprozess war ursprünglich auf die Bildung einer rein touristischen Dachmarke für das Berchtesgadener Land gestartet worden. Die Gemeinde Ainring, die als einzige Kommune im Landkreis dem Tourismusverband nicht angehört, war dementsprechend auch nicht an der Entwicklung des Konzepts beteiligt. Allerdings hat sich daraus schon nach kurzer Zeit ein branchenübergreifender Denkprozess entwickelt, da sich die Marke nicht nur auf den touristischen Bereich beschränkt. Mit Hinzuziehen der Wirtschaftsförderungsgesellschaft und Beteiligung von IHK, Handwerkskammer und Unternehmen wurden Attribute entwickelt, die für eine gemeinsame Landkreisidentität stehen können.

Nach Vorstellung des Sachverhalts durch Bürgermeister Hans Eschlberger erläuterte Dr. Thomas Birner ausführlich das Vorgehen und die Beteiligung der Firmen bei der Herausstellung der Alleinstellungsmerkmale des Berchtesgadener Landes. Die Begriffe „geschichtsträchtig, heimatliebend, beschenkt, ursprünglich, stolz und findig" wurden besonders herausgearbeitet, daraus die Positionierung „Deutschlands lebenswertester Wirtschaftsraum an den Alpen" gegenüber Wettbewerbsregionen kreiert.

Im Verlauf der Diskussion wurde herausgestellt, dass neue Strukturen geschaffen werden sollen, die den Landkreis effizienter und schlagkräftiger machen sollen. Alle Gemeinden sollen profitieren.

Wie sich herauskristallisierte, wurde überwiegend der Markenbildungsprozess begrüßt, ebenso die Teilnahme im Lenkungsgremium zur Vorbereitung neuer organisatorischer Strukturen. Die Chance, diesen Prozess jetzt starten zu können, sollte genutzt werden. Eigentlich, so wurde von CSU-Fraktionssprecher Jörg Mader betont, hätte dieser Prozess schon vor 20 Jahren stattfinden müssen. Sein Fraktionskollege Sven Kluba betonte, er sei dankbar, dass das Thema "Wirtschaft" und das Bemühen um Gewerbe und Fachkräfte vordergründig vorgestellt worden sei, weil sich auf diesem Sektor Vorteile für die Gemeinde Ainring ergeben. Hingegen halte er die Touristik speziell für Ainring für zweitrangig, zumal auf einen zwar relativ kleinen, jedoch sehr tatkräftigen und gut funktionierenden Verein verwiesen werden könne, außerdem seien die Vermieter gut ausgelastet. Mit der Aussage "ich bin gespannt, was da rauskommt", traf er auch hinsichtlich der Erwartungshaltung der meisten Mandatare in der Runde buchstäblich "ins Schwarze".

Allen voran ablehnend äußerte sich Sepp Ramstetter. Skeptisch wurde zudem verwiesen, dass mit den neuen Strukturen womöglich auch der Personalbedarf steige und enorme Kosten auf die Gemeinden - und da würde Ainring nicht verschont - zukommen könnten. Wenn eine Gemeinde sich wirtschaftlich mehr engagieren wolle, dann habe sie es mit der Ausweisung von Gewerbegebieten selber in der Hand. Hierfür werde keine übergeordnete Organisation benötigt, so unter anderem die Einwände.

Die Kosten für den Markenbildungsprozess belaufen sich für die Gemeinde Ainring auf 1.200 Euro. Diese wurden – wie Hans Eschlberger aus seinem als 1. Bürgermeister zur Verfügung stehenden persönlichen Etat bestätigte – freiwillig gezahlt. Er begründete dies zum einen, weil keine Mitgliedschaft in der BGL T bestehe, zum anderen, die Ainringer Kommune sich als finanzpolitische Nr. 1 im Landkreis nicht ausklammern sollte. Wie aus dem weiteren Meinungsaustausch herauszuhören war, würden in diesem ersten Schritt der Startphase keine weiteren Kosten anfallen. Der Strukturprozess werde in seinem Anlauf sicherlich zwei bis drei Monate dauern.

Mit der positiven Entscheidung des Ainringer Gemeinderates ändert sich an einer Mitgliedschaft im Tourismusverband noch nichts. Allerdings wird sich die Gemeinde an der beginnenden Strukturdiskussion beteiligen, wie Wirtschaftsförderung und Tourismus künftig organisiert werden. Bürgermeister Hans Eschlberger sieht darin eine große Chance, über Gemeindegrenzen hinweg, eine Landkreisidentität zu entwickeln und den Wirtschaftsstandort BGL insgesamt zu stärken. Auch wenn Ainring derzeit die steuerstärkste Gemeinde des Landkreises sei, so liege die Steuerkraft pro Kopf immer noch unter dem bayerischen Landesdurchschnitt, gab Eschlberger zu bedenken. „Es ist eine wichtige Weichenstellung und ein klares Signal, dass sich die Gemeinde Ainring zum Landkreis bekennt und an der weiteren Entwicklung beteiligen will", so Hans Eschlberger.

schl

Quelle: BGland24.de

Zurück zur Übersicht: Ainring

  • schließen
  • Weitere
    schließen

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser