Mitterfeldener Gewerbeansiedlung nimmt Formen an

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Bauamtsleiter Thomas Fuchs bei den Erklärungen im Bauausschuss zu den Stellungnahmen der Behördenbeteiligung nach öffentlicher Auslegung zur beabsichtigten Gewerbeansiedlung der Firma Berger Tunnelbau östlich des Pennymarktes in Mitterfelden.

Ainring - Der Fachausschuss tagte vor kurzem in Mitterfelden. Der Grund: Ein Bauchgesuch einer dort ansässigen Firma sollte schnell und dabei verständlich erörtert und genehmigt werden.

Es ist eine zumeist etwas trockene Materie, wenn ein Baugesuch, wie jenes einer Gewerbeansiedlung der Firma Berger Tunnelbau, östlich des bestehenden Pennymarktes in Mitterfelden, notwendigerweise durch sämtliche Instanzen einer Flächennutzungsplanänderung, verbunden mit Aufstellung eines Bebauungsplanes geht. Nach öffentlicher Auslegung, wenn die jeweiligen Stellungnahmen der Behördenbeteiligung in der Gemeindeverwaltung eintreffen, ist der Fachausschuss an der Reihe, abwägend und beschließend in Aktion treten.

Damit die bauwerbende Firma ohne zeitliche Verzögerung endlich ihr Bauvorhaben realisieren kann – es waren zwischenzeitlich zusätzliche Grundstücksverhandlungen und notariell beurkundete Neuerwerbungen von Flächen nötig - ist die Verwaltung im Rathaus gefordert, möglichst zügig, dennoch gut verständlich Ausschussmitgliedern und Zuhörern das Prozedere nahe zu bringen. Dies ist in jüngster Sitzung des Fachausschusses ausgezeichnet und wie immer bestens vorbereitet Bauamtsleiter Thomas Fuchs gelungen, was auch 2. Bürgermeister Gerhard Kern, diesmal stellvertretend als Sitzungsleiter, anerkennend beurteilte.

Jeweils 15 Stellungnahmen zur 46. Änderung des Flächennutzungsplanes und die „2. Erweiterung des Bebauungsplanes Mitterfelden A“ galt es abzuarbeiten, wenigstens zumeist textlich identisch. Mit der Kurzformel „keine Einwände“, wurden zusammengefasst: Staatliches Bauamt Traunstein, Stadt Freilassing, Energie Südbayern GmbH, Markt Teisendorf, Pledoc GmbH, Regierung von Oberbayern, Gesundheitsamt, Gemeinden Anger und Saaldorf-Surheim, Gemeindewerke Ainring.

Zusätze vom Landratsamt aus den Fachbereichen Immissionsschutz, Naturschutz, Bauen und Planungsrecht, sowie Bayernwerk AG, Industrie- und Handelskammer, wurden anschaulich erörtert.

Das Bayerische Landesamt für Umwelt machte auf den vorsorgenden Bodenschutz und Auswertungsmethoden aufmerksam, was auch zu einer Zwischenfrage von Sepp Ramstetter führte. Gemeint war damit im Leitfaden „Das Schutzgut Boden in der Planung“ den Austausch wertvollen Bodens zwischen zu lagern und wieder zu verwenden.

Das gemeindliche Tiefbauamt gab fachliche Hinweise zur verkehrsmäßigen Erschließung, Schmutz- und Oberflächenwasserbeseitigung. Dem Straßenausbau werde – wie vorgeschlagen – in einer Breite von 5.90 m zugestimmt, wobei die Situierung so zu erfolgen habe, dass bei einer weiteren nordseitigen Bebauung das nordseitige Bankett später nachgerüstet werde. Das momentan zu schmal ausgebaute Mittelstück soll entsprechend verbreitert werden. Hinsichtlich der Wendemöglichkeit soll entsprechend mit dem Bauwerber gesprochen werden. „Alternativ könnte durch Anpachtung einer Wendefläche diese auf der Ostseite der Erschließungsstraße errichten werden“, machte Thomas Fuchs aufmerksam. Bezüglich zukünftiger Überlegungen zur Schmutzwasserbeseitigung ergeht ein entsprechender Planungsauftrag an das Tiefbauamt.

Das Wasserwirtschaftsamt Traunstein brachte mit seinen fachlichen Infos zu den Themen Wasserversorgung, Abwasserentsorgung, Niederschlagswasser von befestigten Flächen, Oberflächengewässer und Grundwasser, sowie Altlasten und altlastenverdächtige Flächen nichts Neues aufs Tapet. Die Stellungnahme war größtenteils gleichlautend, die zum Verfahrensschritt „Frühzeitige Behördenbeteiligung“ abgegeben wurde. „Die Gemeinde hat schon seinerzeit mit entsprechenden Festsetzungen im Bebauungsplan darauf reagiert“, sagte der gemeindliche Bauamtsleiter.

Beim Vortrag zur Aufstellung des Bebauungsplanes erörterte Thomas Fuchs die Stellungnahme des Fachbereichs Naturschutz vom Landratsamt, dass im Peracher Moos eine 2.430 Quadratmeter große Ausgleichsfläche bestehe. Diese sei derzeit zu 90 Prozent mit einem etwa 30 bis 60jährigen Fichtenreinbestand bestockt. Die ökologische Aufwertung dieser Waldfläche sei unter dem Entwicklungsziel des Herstellens eines naturnahen Laubmischwaldes auf Moorstandort vorzusehen. Wie Fuchs erklärte, seien bis Ende des Jahres 2016 mindestens 30 Prozent der Fichten im Waldinnern und in den Folgejahren pro Jahr 25 Prozent der verbliebenen Fichten zu entnehmen

Auch vom Fachbereich „Bauen und Planungsrecht“ konnte zu verschiedenen Punkten die nötige Klärung herbeigeführt werden. Dabei ging es um öffentliche Erschließung bis zum Kreisverkehr Schmidinger Weiher, Flächen für Stellplätze und Feuerwehr, konfliktfreie Errichtung der unterirdischen Versorgungsleitung durch ein beabsichtigtes Vordach im Rahmen des zu errichtenden Gebäudes.

Der Bauausschuss beschloss jeweils einstimmig die Flächennutzungsplanänderung und Aufstellung des Bebauungsplanes nach Abwägung der Stellungnahmen, wie sie im Sachverhalt vorgetragen wurden. In der Gemeinderatssitzung am kommenden Dienstag ist dann lediglich gemäß Geschäftsordnung nur noch der Satzungsbeschluss nötig.

schl

Quelle: BGland24.de

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