"Ein Jahrhundertwerk ist gelungen!"

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Die kirchliche Segnung für das vollendete Bauwerk vollzog Pfarrer Wernher Bien.

Ainring - Nach Monaten der Planung und Bauarbeiten konnte Bürgermeister Eschlberger ihn endlich einweihen: Den neuen Geh- und Radweg zwischen Ainring und Thundorf!

Die sich auf 15 Monate hinziehenden umfangreichen Arbeiten, verbunden teils mit zähen Grundstücksverhandlungen, für den vom Kreistag beschlossenen Ausbau des 3210 Meter langen, höhenunterschiedlichen Rad- und Gehweges an der Kreisstraße BGL 10 zwischen Ainring und Thundorf, sind nun endgültig abgeschlossen.

Eine unspektakuläre Einweihung mit kirchlichem Segen und offizieller Verkehrsfreigabe im Beisein von namhaften Vertretern aus politischen und staatlichen Ämtern, sowie kommunalen, planerischen und fachlich ausführenden Arbeitsgebieten sowie Versorgungsträgern, wie Surgruppe, Bayernwerk, Telekom, die allesamt mit der knapp 1,5 Millionen-Euro Maßnahme intensiv zu tun hatten, fand am gestrigen Dienstag statt.

Auch viele Bürgerinnen und Bürger aus der Gemeinde Ainring hatten sich zu dieser Veranstaltung in Moos 2 in der Nähe der dortigen Gaststätte eingefunden. Zur Verkehrsregelung auf der BGL 10 während des Weiheaktes war die Polizeiinspektion Freilassing durch deren Leiter Gerhard Meier vertreten.

Zunächst entbot Sebald König, Leitender Baudirektor des Straßenbauamtes Traunstein, allen Anwesenden ein Willkommen. Er erörterte kurz den Werdegang des straßenbegleitenden Geh- und Radwegs, die präzise Planung durch das Ingenieurbüro S + A + K und die perfekte Umsetzung durch das Bauunternehmen der Firma Velz. Dank tatkräftiger Unterstützung der Gemeinde Ainring hätten alle Grundverhandlungen positiv realisiert werden können.

Das Planungsziel sei nicht auf Attraktion ausgerichtet gewesen, sondern beinhalte das Konzept einer verbesserten Verkehrssicherheit. Durch die tägliche Verkehrsbelastung von rund 3000 Fahrzeuge der mit fünf Meter relativ schmalen BGL 10 sei die Forderung der Gemeinde nach einem Geh- und Radweg zwischen Ainring und Thundorf vollauf gerechtfertigt gewesen, zeigte König Verständnis für die Ainringer Beharrlichkeit.

Auch Landrat Georg Grabner bekräftigte, dass eine wichtige Verkehrsverbindung im Landkreis Berchtesgadener Land auf einer Teilstrecke nun wesentlich sicherer geworden sei, vor allem für Fußgänger und Radfahrer. „Unser Ziel war und ist es, die Verkehrssicherheit vor allem für die so genannten schwächeren Verkehrsteilnehmer zu erhöhen. Gleichzeitig wurde – wie von der Regierung von Oberbayern gewollt – von einem Ausbau der Kreisstraße abgesehen, um nicht zusätzlichen Verkehr anzuziehen."

Mit dem Bau dieses Geh- und Radweges in diesem Bereich könnten nun die sich wiederholt ereignenden gefährlichen Situationen mit Fußgängern und Radfahrern verhindert werden. Deshalb sei der Bau des Geh- und Radweges auch schon lange auf der Agenda des Landkreises gestanden. Und auch die Gemeinde habe seit Jahren immer wieder mit Nachdruck die Maßnahme gefordert. „Entscheidend ist bei solchen Projekten aber vor allem, dass die entsprechenden Grundstücke zur Verfügung stehen", verdeutlichte der Landrat.

Tatsächlich hätten sich die Grunderwerbsverhandlungen durch die Gemeinde mit Unterstützung durch das Staatliche Bauamt als nicht einfach erwiesen. Georg Grabner: „Sogar während der Baumaßnahme mussten die Gespräche weitergeführt werden, um sowohl die Belange des Projektes, wie auch die Vorstellungen der Grundstücksbetroffenen, ausreichend zu berücksichtigen. Dass es zu einem erfolgreichen Ende gebracht wurde, spricht für beide Seiten. Die Kompromisse sind in der Führung des Geh- und Radweges vor allem an den aufwendigen Verbaumaßnahmen zu erkennen."

Die offizielle Verkehrsfreigabe des neuen Rad- und Gehweges von Ainring nach Thundorf nahmen vor – von links – Altbürgermeister Hans Waldhutter, Betriebsfachwirtin und kaufmännische Geschäftsführerin Gabriele Velz, Leiter des Staatlichen Bauamtes Sebald König, Landrat Georg Grabner, 1. Bürgermeister Hans Eschlberger, Landtagsabgeordnete Michaela Kaniber, Ing.-Büro-SAK Bernhard Kern.

Nach Aufschlüsselung der Kosten (siehe untenstehende Eckdaten der Maßnahme) stellte der Landrat den Dank an die Gemeinde Ainring voran, denn die Verwaltung habe mit großen Anstrengungen fast alleine den Grunderwerb durchgeführt. Zudem habe die Gemeinde eigene Mittel für die Realisierung der Baumaßnahme für Leerrohre und Grunderwerb investiert.

Lob und Anerkennung galt auch in der Auflistung des Landrats dem Kreistag BGL, Staatlichen Bauamt unter Führung des Leitenden Baudirektors Sebald König, Bernhard Kern und seinem Mitarbeiterstab vom Ingenieurbüro SAK aus Traunstein, der in der Gemeinde Ainring ansässigen Firma Velz und beteiligte Firmen, dem Amt für ländliche Entwicklung und letztlich der Regierung von Oberbayern für Fördergelder.

In seinem Ausblick erwähnte Landrat Georg Grabner, dass die Kreisstraße BGL 10 nicht in Thundorf ende. Der Landkreis habe am 30. September dieses Jahres dem Staatlichen Bauamt Traunstein für die Fortführung des Geh- und Radweges an der Kreisstraße BGL 10 von Thundorf in Richtung Vachenlueg zur B 204 in Teisendorf den Planungsauftrag erteilt, sodass dort möglichst in den nächsten Jahren mit der Realisierung des Geh- und Radweges begonnen werden könne. „Ich freue mich riesig, dass wir heute diesen Geh- und Radweg zwischen Ainring und Thundorf einweihen und offiziell seiner Bestimmung übergeben können", beendete der Landrat seine Ausführungen.

„Fertig is er, und schön is er worn, der neue Radlweg", so leitete Ainrings 1. Bürgermeister Hans Eschlberger seine Ansprache ein. Seit Generationen diskutiert, seit Jahrzehnten in Bürgerversammlungen nachgefragt und gefordert und nicht zuletzt eines der unbestritten wichtigsten verkehrspolitischen Anliegen in der Gemeinde Ainring mit überregionaler Bedeutung sei endlich Wirklichkeit geworden.

„Ich neige wirklich nicht zu Übertreibungen, bin aber der festen Meinung – ein Jahrhundertwerk ist gelungen!", bekräftigte erfreut das Gemeindeoberhaupt. Namens der Bürgerschaft der Gemeinde und aller, die sich umweltfreundlich und gesund im Verkehr bewegen wollen, sage er Vergelt`s Gott für jeden Einsatz und alle Mühen über viele Jahre, allem voran an die Adresse „Straßenbaulastträger Landkreis BGL". Vorbei seien damit die gefährlichen Begegnungen von Radfahrern und Autofahrern auf der engen Kreisstraße und dramatische Unfälle würden nun hoffentlich der Vergangenheit angehören.

Etwa 1,4 Millionen Euro an Baukosten habe der Landkreis mit Unterstützung des Freistaates Bayern und der Gemeinde Ainring in das Projekt investiert. Zweifellos sei die investierte Summe bestens angelegt – nämlich für die Sicherheit unter den „schwächsten" Verkehrsteilnehmer.

Die Einweihung des Geh- und Radwegs: Fotos

Hierzu erläuterte Eschlberger einige Beispiele: Schulkinder aus Bach kommen jetzt sicher zur Grundschule in Thundorf und Thundorfer Kinder sicher mit dem Radl ins Ainringer Schwimmbad und radelnde Berufspendler aus Thundorf ohne Risiko an ihren Arbeitsplatz, beispielsweise in Mitterfelden. Kirchgänger, meistens zu Fuß unterwegs, müssten nicht mehr an der engen und gefährlichen Kreisstraße entlang marschieren und Freizeitradler können wesentlich gefahrloser als bisher ihre Ausflugsziele erreichen.

In seinem „Dankepaket" nannte der Bürgermeister besonders den Landrat, der das Projekt quasi zur Chefsache gemacht habe. Er und die Landkreisverwaltung hätten gehandelt und der Kreistag habe, bestens informiert, einmütige Beschlüsse fassen können. An anwesende Grundeigentümer gewandt, meinte der Bürgermeister, er könne es nachempfinden, wie schwer es für den einen oder anderen gewesen sei Grund herzugeben für ein Verkehrsprojekt, vor allem wenn hof- oder hausnahe Flächen beansprucht werden mussten.

Umso mehr gelte Dank und Anerkennung allen betroffenen Grundeigentümern, die letztlich das jetzige Bauwerk überhaupt erst möglich gemacht hätten. Stellvertretend nannte Eschlberger Bauernobmann Anton Mühlbauer für dessen kompetente und neutrale Beratung im Interesse aller Beteiligten.

Hervorragende Unterstützung geleistet habe bezüglich aufwändige Bodenordnung die gesamte Vorstandschaft der Teilnehmergemeinschaft Ainring II und Amt für Ländliche Entwicklung. „Peter Höcherl hat als Vorsitzender mit seinem Team wieder ganze Arbeit geleistet", betonte der Bürgermeister, der auch die konstruktiven Eigenleistungen – ob seitens der Gemeinderäte oder Verwaltung unter Bauamtsleiter Thomas Fuchs hervorhob.

In diesem Zusammenhang erwähnte Hans Eschlberger auch 3. Bürgermeister Gerhard Kern für fachliche Unterstützung als Mitarbeiter des Staatlichen Bauamtes und Peter Rottmair als tatkräftiger Unterstützer bei den Grundverhandlungen. Der einheimischen Baufirma Velz gratulierte der Rathauschef zur gelungenen Bauausführung und gab seiner Freude Ausdruck, dass die umfangreichen und anspruchsvollen Arbeiten unfallfrei verlaufen seien. In der Hoffnung, dass durch den neuen Weg vielleicht auch Autofahrer animiert werden um aufs Radl umzusteigen, übergab Hans Eschlberger das Wort an Pfarrer Wernher Bien für den kirchlichen Segen des Bauwerkes.

Der Pfarrer wies darauf hin, ein Weg – so wie auch dieser – sei ein christliches, religiöses Symbol, eine Verbindung, die Gräben überwinde. Mit allen Anwesenden begab er sich dann an den Geh- und Radweg, zunächst noch mit einem weißblauen Papierband versperrt, um Gottes Segen zu erbitten.

Nach gemeinsamen Gebeten und Segnung des Weges in die Himmelsrichtungen erfolgte dann die offizielle Verkehrsfreigabe. Mit bayerischen Wappenfarben verzierte Scheren schritten zur Zerschneidung des Bandes sieben Personen an (Namen siehe Bildtext). Danach erfolgte eine gemütliche Einkehr im Gasthaus in Moos 2, beim Campingplatz.

Eckdaten der Maßnahme

Der Landkreis Berchtesgadener Land als Bauherr veranlasste den Neubau eines straßenbegleitenden Geh- und Radweges an der Kreisstraße BGL 10 von Thundorf nach Ainring. Die technische Begleitung und Abwicklung der Maßnahme wurde vom Staatlichen Bauamt Traunstein durchgeführt. Die S + A + K Ingenieurgesellschaft mbH, Traunstein wurde vom Staatlichen Bauamt Traunstein beauftragt, den Straßenausbau mit Geh- und Radweg zu planen. Der neue Geh- und Radweg beginnt am östlichen Ortsende von Thundorf und verläuft durchgehend am nördlichen Fahrbahnrand der BGL 10 bis zum Ortsbeginn Ainring. Am Bauende schließt der neue Geh- und Radweg am bereits bestehenden Radweg an der Kreisstraße BGL 18 an.

  • Gesamtlänge des neuen Geh- und Radweges circa 3120 Meter
  • Baubeginn August 2012
  • Fertigstellung November 2013
  • Kosten: 1.438.600 Euro (laut Kreistagsbeschluss vom 23. Juli 2012 ohne Gemeindeanteil für Leerrohre).
  • Zuwendung 760.000 Euro (rund 63 Prozent der zuwendungsfähige Kosten) Anmerkung des Landratsamtes: Die in einem gedruckten Flyer genannten Kosten in Höhe von 1.230.000 Euro sind auch richtig – jedoch ohne Grunderwerb und Verwaltungskosten.
  • 2012: Bau Fahrbahnaufweitung am Ortsausgang von Thundorf und Erstellung erstes Teilstück Geh- und Radweg von Thundorf bis zum Ortsteil Bach (520 m). - Erneuerung Entwässerung (270 m). - Herstellung Gehweg am Bauanfang, beidseitig Fahrbahnteiler (60 m).
  • 2013: Erneuerung Entwässerung in den Ortsteilen Bach / Doppeln / Moospoint mit Rohren PP DN 300/250/200/160. (750 m) – Bau Absetz- und Sickeranlagen DN 1000/DN 2000 im Ortsteil Bach / Moospoint. – Einbau Drainageleitungen (1.500 m). – Bau Stahlbetonmauer Ortsteil Moospoint (20 m). – Bau Winkelstützmauer mit Stuttgarter Mauerscheiben im Ortsteil Doppeln (35 m). – Bau Hangsicherung mit Steinversatz aus Kalkbruchsteinen zwischen den Ortsteilen Bach und Doppeln (160 m). – Herstellung Spitzrinne mit Granitbordstein und Sicherheitsstreifen aus Granitkleinsteinpflaster in den Ortsteilen Bach / Doppeln / Moospoint (650 m). – Herstellung Geh- und Radweg vom Ortseingang Bacg bis Bauende in Ainring (2.600 m).
  • Bayernwerk AG – Neuverlegung Kabel von Thundorf nach Ainring auf einer gesamten Ausbaulange von zirka 3.150 m.
  • Telekom Deutschland GmbH – Verkabelung Freileitung von Ainring bis Moospoint auf einer Länge von zirka 700 m.
  • ZV zur Wasserversorgung der Surgruppe – Umlegung bestehende Wasserleitung/Hydranten in Thundorf und Umbau Hausanschlüsse in Doppeln.
  • Gemeinde Ainring – Verlegung Kabelleerrohr von Thundorf nach Ainring auf einer gesamten Ausbaulänge von etwa 3.150 m.

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Quelle: BGland24.de

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