Tetrafunk wurde heiß diskutiert

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Auch dieser Funkmast, vor einigen Jahren in der Gemeinde Ainring trotz massiver Proteste errichtet, stand im Fokus der Kritik von Strahlungsbelastungen.

Ainring - Grundwasser-Belastungen, Tetra-Funk, verkehrsberuhigte Zone: Bei der Bürgerversammlung kamen viele Beschwerden und Verbesserungsvorschläge zur Sprache.

Bei den alljährlichen Bürgerversammlungen in Ainring und Straß haben die Anwesenden die Möglichkeit nach dem Jahresreport von Bürgermeister Hans Eschlberger Anliegen vorzubringen oder auch in schriftlicher Form Anträge einzubringen.

Während in Ainring im Haus der Kultur sich mehrere Bürgerinnen und Bürger zu Wort meldeten, herrschte offenbar im Bereich Thundorf-Straß restlose Zufriedenheit, denn diese Versammlung im Gasthaus Huber konnte unmittelbar nach dem Vortrag des Bürgermeisters beendet werden. Robert Winterer versäumte es jedoch nicht, im Sinne alle Ainringer Gemeindebürger dem Bürgermeister und der Gemeindeverwaltung für die hervorragende Arbeit zu danken.

In Ainring verlas zunächst Sabine Schneider ein Schreiben, wonach Anwohner der Römerstraße in Bruch für einen Teilbereich der Römerstraße eine verkehrsberuhigte Zone beziehungsweise Spielstraße wünschen und dies auch angeordnet werden soll. Das Ansuchen wurde ausführlich begründet vorgetragen und Sabine Schneider überreichte den schriftlichen Antrag samt Unterschriftenliste und Lageplan an den Bürgermeister. Die Gemeinderäte werden nun in absehbarer Zeit darüber befinden und eine Entscheidung treffen.

Gerold Wiesbacher aus Perach schilderte die Belastungen der Anwohner hinsichtlich des Grundwasserstandes in Heidenpoint und Perach. „Es geht um unser Hab und Gut und sonst gar nicht", betonte er. Als Betroffener ersuche er schlichtweg um Berücksichtigung von einfachen und kostengünstigen Maßnahmevorschlägen, die kürzlich von der Bürgerinitiative im Rahmen einer Begehung des Sonnwiesgrabens erarbeitet worden seien. Grundübel sei, dass nach Starkregenereignissen Richtung Heidenpoint und Perach mehr Wasser zu- als ablaufe. Zur Entschärfung der Situation stellte er drei Anträge.

So soll der Sonnwiesgraben im Hochwasserfall im Bereich des Ainringer Moores auf eine Wald/Wiesenfläche ausgeleitet werden. Die Gemeinde solle entsprechende Grunderwerbsverhandlungen mit den Grundeigentümern führen. Weiter sei es nötig, dass der Bachlaufunterhalt am Sonnwiesgraben durch die Gemeinde intensiviert werde.

Besonders verurteilte Gerold Wiesbacher die Praktiken der Stadt Freilassing mit der wiederholten Vorgehensweise, im Hochwasserfall den Sonnwiesgraben im Bereich des Freilassinger Freibades abzusperren. Es könne nicht sein, dass man sich ständig auf einen Notzustand berufe und dies dann zu einer Dauereinrichtung werde. Wiesbacher: „Ich bitte dringendst, dass die Gemeinde Ainring diesbezüglich Kontakt mit der Stadt Freilassing aufnimmt und die Vorgehensweise im Sinne der Peracher und Heidenpointer Anwohner regelt, nötigenfalls unter Einschaltung des Landratsamtes."

Zu diesem Streitthema, bei dem auch eine Presse-Stellungnahme von Bürgermeister Flatscher mit Kritik bedacht wurde und der Antragsteller vorliegende Gutachten anzweifelte, verdeutlichte Wiesbacher, er wolle keine Konfrontation, aber speziell mit den Absperrmaßnahmen der Stadt Freilassing scheue er persönlich nicht, notfalls gesetzliche Schritte einzuleiten

Im Nachtarock zu dieser Angelegenheit, äußerte sich Herbert Fendt kritisch zur Sichtweise der Stadt Freilassing bezüglich einer möglichen Erhöhung des Straßendamms im Bereich Staatsstraße 2104 in Brodhausen. Eine derartige Realisierung hätte seiner Auffassung nach für die Peracher und Heidepointer Einwohner eine Verschlimmerung der Hoch- und Grundwasserlage.

„Wir in Ainring sind stolz auf unsere Dorfgemeinschaft, die das Gemeinschaftsleben mitprägt", begann Christian Stehböck seine Wortmeldung mit dem Hinweis, es wäre der Wunsch der Ainringer Dorfvereine, das jährlich stattfindende Dorffest zu einem festen Termin an der Freilichtbühne Ainring ausrichten zu können. Als Vorstand des Musikvereins Ainring wies er zudem darauf hin, dass sich die Musikkapelle Ainring ein eigenes Vereinsheim wünsche. Diese könne gegebenenfalls auch mit allen anderen Dorfvereinen als „Vereinshaus" realisiert werden. wobei er schon heute die tatkräftige Mithilfe der Vereinsmitglieder bei einer etwaigen Einrichtung zusichern könne, „denn wir haben Handwerker sämtlicher Fachrichtungen in unseren Reihen", machte er schon mal vorweg Werbung für das Anliegen.

Stehböck bekräftigte, dass es sich um keinen Antrag handle, sondern in dieser Bürgerversammlung nur als Wunsch der Vereine vorgetragen worden sei. Es sollte jedoch die Bitte ernst genommen werden zu einer möglichen Realisierung des Vereinshauses im Dorf Ainring. Hierzu antwortete Bürgermeister Hans Eschlberger, das Anliegen sei ihm bekannt und der Wunsch berechtigt.

Von Heidi Pöschl wurde darauf hingewiesen, dass an der Einmündung Hallerstraße / B304 Hinweisschilder auf nicht mehr existente Gewerbebetriebe in Perach angebracht seien. Sie ersuchte, diese zu entfernen. „Ich hab schon befürchtet, dass das heute zur Sprache kommt, deshalb habe ich den Arbeitsauftrag an unsere Bauverwaltung schon vorab erteilt", antwortete Eschlberger mit einem entschuldigenden Lächeln.

Die ihrer Meinung nach schädlichen Auswirkungen eines sogenannten Tetra-Funks für den menschlichen Körper verdeutlichte Rosemarie Lapper und kritisierte die Anbringung einer Antenne für den digitalen Behördenfunk am Sender Högl. Eindringlich in einem längeren Beitrag zeigte sie schlimme Folgen für Mensch und Tier auf, denn nicht nur vom Högl sondern von allen Himmelsrichtungen, speziell auch aus Salzburg werde man mit der Strahlenbelastung bombardiert. „Das ist doch nicht mehr lebenswert. Wir müssen alle zusammenhelfen, um das Teufelszeug wegzubringen, sonst werden die zunehmenden Krankheiten in diesem Zusammenhang immer schlimmer", appellierte sie leidenschaftlich.

Der Bürgermeister meinte, „wir" alle seien keine Experten. In der Gemeinde sei eine solche Tetra-Anlage nicht notwendig. Aufzuhalten sei diese Entwicklung wohl insgesamt nicht. Er sicherte der besorgten Mitterfeldnerin zu, Informationen zur bestehenden Senderanlage am Högl (nicht auf Ainringer Gemeindegebiet) einzuholen.

Kurz nahm zu diesem Thema auch auf Bitte des Bürgermeisters der 1. Kommandant der Feuerwehr Ainring, Martin Waldhutter, Stellung. Einsätze ohne Funk wären nicht möglich, äußerte er. Die massive Anfeindung des Digitalfunks sei bekannt. Beispielsweise wolle jeder ein Handy und sofortigen Empfang. Wohl nicht ganz erst gemeint argumentierte er: „Einfach wegschmeißen das Ding und das Problem löst sich von selbst".

Der Saalachuferweg im Gemeindebereich solle im Winter vom Bauhof geräumt werden, um diesen begehbar zu machen, wünschte sich Adolf Kühnel. Dazu erwiderte der Bürgermeister, dass Wegeigentümer der Freistaat Bayern, vertreten durch das Wasserwirtschaftsamt Traunstein sei. Demzufolge habe die Gemeinde Ainring keine Möglichkeit, den Fremdweg zu unterhalten.

Er sicherte aber zu, die Bitte auf Winterdienst an das Wasserwirtschaftsamt Traunstein weiterzugeben. Maria Utzmeier als Anwohnerin der Ulrichshögler Straße in Ainring monierte, dass die Tempo-30-Zone nur unzureichend von den Fahrzeugführern beachtet werde. Sie stellte den Antrag, dass die Kommunale Verkehrsüberwachung intensiver Kontrollen zum Tempo-Limit vornehmen sollten, vor allem öfter abends. „Das lässt sich regulieren", antwortete Hans Eschlberger.

Alexandra Arlt aus Heidenpoint berichtete als eine der Hauptbetroffenen vom Grundwasser, dass sie zwischenzeitlich etwa acht Monate im Jahr ihre Kellerpumpen betreiben müsse und stellte die Frage der Grundwasserfließrichtung. Sie entgegnete damit den Aussagen von Gerold Wiesbacher, der Sonnwiesgraben trage Mitschuld am Grundwasserstand, da sie auch Grundwasser im Keller habe, wenn der Sonnwiesgraben gar kein Wasser führe.

Weiter ersuchte sie die Gemeinde entweder eine Bushaltestelle, -hütterl oder andere Unterstellmöglichkeit insbesondere für die Schulbuskinder im Bereich Heidenpoint zu schaffen. Dazu sagte Bürgermeister Hans Eschlberger, dass dazu Standortüberlegungen angedacht seien und auch fortgeführt werden müssten.

Abschließend verwies Hannah Lotze darauf, dass im Bereich des Spielplatzes Ludwig-Thoma-Straße/Salzstraße die nördlich angebrachten Sperrstangen zu eng montiert worden seien. Beispielsweise ein Durchkommen mit dem Fahrrad mit Radanhänger für Kinderbeförderung sei fast unmöglich. Sie riet eine räumliche Ausführung wie bei den Sperrstangen im südlichen Bereich.

Robert Winterer sprach bei der Bürgerversammlung in Straß den Dank an Bürgermeister und den Gemeinderäten für die hervorragend geleistete Arbeit im vergangenen Jahr aus.

schl

Quelle: BGland24.de

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