Verkehrserziehung für das sichere Nach-Hause-Kommen

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Vor kurzem sammelten Verkehrserzieher, die am Fortbildungsinstitut der Bayerischen Polizei in Ainring aus- und fortgebildet werden, an der Knabenrealschule Rupertiwinkel in Freilassing wieder Praxiserfahrung.

Ainring/Freilassing - Die Anzahl der Verkehrsunfälle von Kindern auf dem Schulweg ist dank der Verkehrserziehung stark zurückgegangen. Trotzdem soll noch mehr vorgebeugt werden.

Verkehrserziehung ist seit den 70er Jahren fester Bestandteil des Schulunterrichts. Damals lag in Bayern die Zahl der getöteten Kinder bei Schulwegunfällen noch bei 35 pro Jahr. Heute sind es zwischen null und drei verunglückten Kinder im Alter bis 14 Jahren. Bei der Bayerischen Polizei gibt es derzeit rund 400 Verkehrserzieher, die Aus- und Fortbildung erfolgt zentral am Fortbildungsinstitut der Bayerischen Polizei (BPFI) in Ainring. Davon profitieren besonders auch heimische Schulen, bei denen die Seminarteilnehmer ihr Wissen sofort in die Praxis umsetzen.

Realschuloberlehrer Thomas Müller war jüngst mit den elf Teilnehmern aus dem Aufbauseminar „Verkehrserziehung an weiterführenden Schulen“ in der 6., 7. und 9. Klasse der Realschule im Rupertiwinkel sowie in der 11. Klasse der Berufsschule zu Gast. „Ziel der Verkehrserziehung ist, dass jedes Kind gesund nach Hause kommt“, erklärt Thomas Müller.

Realschullehrerin Gabi Oswald-Müller ist an der Knabenrealschule in Freilassing für die didaktisch-methodische Umsetzung der Verkehrserziehung zuständig.

Neben der Vorbildwirkung der Eltern im Straßenverkehr kommt der Polizei bei der Verkehrserziehung der Kinder eine besondere Rolle zu. „Polizisten können als Experten die Themen sehr gut vermitteln“, so Müller.

Damit Verkehrserziehung professionell, lebendig und pädagogisch fundiert erfolgt, werden die Polizisten am BPFI in Ainring von Fachlehrern aus verschiedenen Bereichen für ihre Aufgabe geschult. Großen Wert legt das Institut auf Praxisnähe, weshalb die Verkehrserzieher an umliegenden Schulen im Rahmen der Seminare auch gleich Unterricht halten.

StRin (RS) Gabi Oswald-Müller, die an der Realschule im Rupertiwinkel unterrichtet und dort für die didaktisch-methodische Umsetzung der Verkehrserziehung zuständig ist, arbeitet seit vielen Jahren schon mit den Verkehrserziehern zusammen. Auch dieses Mal konnten die Polizisten zuerst bei ihr hospitieren und dann den im Seminar ausgearbeiteten Verkehrsunterricht in ihren Klassen umsetzen.

Verkehrserziehung ist gemäß des Auftrages des bayerischen Kultusministeriums an den Grund- und weiterführenden Schulen als fächerübergreifende Bildungs- und Erziehungsaufgabe in den Lehrplänen verankert. Deshalb findet sie Anknüpfungspunkte in vielen Unterrichtsfächern, etwa im Deutsch-, Heimat- und Sachkunde- oder Erdkunde-Unterricht.

Viele Inhalte werden dabei integrativ vermittelt. Es sind aber auch gezielt Verkehrserziehungsstunden oder sogar Projekttage verbindlich vorgeschrieben, in denen die Schüler verkehrskundliches Wissen erwerben, sich den Gefahren im Straßenverkehr bewusst werden oder partnerschaftliches Verhalten im Straßenverkehr üben.

„Im Zeitalter der steigenden Mobilität ist deshalb die kompetenzorientierte Verkehrserziehung sehr wichtig.“, so Oswald-Müller. „Die Schüler erwerben hier nicht nur verkehrsspezifische Kenntnisse, sondern auch Werteeinstellungen und Haltungen. Sie sollen befähigt werden, Mitverantwortung zu übernehmen und bei Verkehrsunfällen zu helfen.“ Deshalb müsse die Verkehrserziehung laut Kultusministerium möglichst früh ansetzen und kontinuierlich weitergeführt werden.

Die Verkehrserzieher der Polizei lernen bei ihrer Fortbildung am BPFI in Ainring, diese Bildungsinhalte und –ziele fachmännisch anzugehen und umzusetzen. So wurden im Rahmen des Verkehrsunterrichts folgende Themen kompetent und lebensnah mit den Realschülern erarbeitet: Gefahren in der kalten Jahreszeit, Sehen und Gesehen werden (6. Klasse), Auswirkungen und Folgen von Alkohol im Straßenverkehr (9. Klasse). In der Berufsschule stand das Problem der Diskounfälle zur Diskussion. Bemerkenswert bei den Unterrichtsstunden war, dass jeweils zwei Polizisten im Teamteaching die Klassen angeleitet haben, was hervorragend klappte.

Thomas Müller lobt die gute Zusammenarbeit mit den Schulen im Berchtesgadener Land. Er selbst legt in seinen Seminaren Wert darauf, die Verkehrserzieher für einen methodisch abwechslungsreichen Unterricht zu rüsten, der die Schüler mit einbezieht und sie gedanklich „dort abholt, wo sie sind“.

Dass die Zahl der getöteten Kinder auf dem Schulweg in Bayern so weit gesunken ist, obwohl sich die Zahl der zugelassenen Fahrzeuge im gleichen Zeitraum verdreifacht hat, daran hat laut Müller die Verkehrserziehung ihren Anteil. Dies soll so bleiben, denn, so Müller: „Jeder Unfall auf dem Schulweg ist ein Unfall zu viel!“ 

Pressemeldung Bayerische Polizei

Quelle: BGland24.de

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