Hat Feldkirchen bald eine Straße weniger?

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Ainring - Wie ein Kreisverkehr kann auch das "Pauli-Anwesen" einmal komplett umfahren werden. Doch damit soll jetzt Schluss sein: Die Eigentümer beantragten die Sperrung einer Straße.

Seit vielen Jahrzehnten gehört das „Pauli-Anwesen", in dem sich früher ein Verkaufsladen befand, zu jenen Gebäuden in Feldkirchen, das gleich von drei verkehrsreichen Straßen umgeben ist. Das Wohnhaus – das Geschäft gibt es schon lange nicht mehr – bildet quasi eine „Insel" beim Feldkirchner Dorfplatz. Trotz beengter Außenmaße präsentiert sich das Gebäude sehr gepflegt und mustergültig von der generationsübergreifend wohnenden Familie gestaltet. Da Verkehr, Lärm und Abgase zunehmen, stellten die Eheleute Rudolf und Karin Pauli den Antrag auf Schließung der Verbindungsstraße zwischen Gumpinger Straße und Kugelmühlstraße auf der Südseite ihres Hauses an der Gumpinger Straße 18.

Kompromissbereitschaft bei den Antragstellern

Die Antragsteller, die ihr Zuhause aufwendig saniert haben, zeigen sich kompromissbereit: Im Gegenzug bestünde die Bereitschaft einen Teil des Grundstücks an der Nordseite am Dorfplatz zu tauschen.

Bevor das Bauausschussgremium in die Debatte einstieg, wurde von Sitzungsleiter 2. Bürgermeister Gerhard Kern planungsrechtlich aufgezeigt, dass der besagte Straßenabschnitt ein Bestandteil des Bebauungsplanes Feldkirchen und als Ortsstraße gewidmet sei. Nachbarliche Einwände lägen nicht vor.

Zum Sachverhalt und Beschlussvorschlag des gemeindlichen Bauamtes informierte Kern, der Straßenbereich habe derzeit Erschließungsfunktion in Richtung Kugelmühlstraße – Hammerbach – Saalachau. Auch wenn die Situation nicht unbedingt zufriedenstellend sei, sollte vor einer Schließung des Teilstücks geprüft werden, inwieweit dann im nördlichen Bereich durch Grundabtretung straßenplanerisch reagiert werden könne. Im rechtsverbindlichen Bebauungsplan Feldkirchen aus dem Jahre 1986 sei das fragliche Gebäude „zum Abbruch" und das gesamte Grundstück als öffentliche Verkehrsfläche mit einer Mittelinsel vorgesehen gewesen.

Die Verwaltung – so teilte Gerhard Kern mit – schlage eine Zurückstellung des Antrags vor. Es sollen bis zu einer der nächsten Sitzungen Planungsvarianten unter Einbeziehung des nördlichen Grundstückteils erstellt und weitere Erkundigungen, beispielsweise im Zuge einer Verkehrsschau, eingeholt werden.

Es wurde schon einmal ein Antrag gestellt

Den Meinungsaustausch eröffnete der 2. Bürgermeister mit dem Hinweis, dass vor Jahren bereits ein entsprechender Antrag behandelt worden sei. Seinerzeit musste der Antrag abgelehnt werden, da die Erschließungsfunktion für Lastkraftwagen in Richtung Saalachau nicht mehr gegeben war. Diese wäre nun aber grundsätzlich möglich über die Mühlenstraße und in weiterer Folge durch die Hammerbachsiedlung.

Franz Sommerauer – auch in Funktion als Polizeibeamter – zeigte Verständnis für den Antrag. Für ihn sei der Knackpunkt die Durchfahrtsmöglichkeit zwischen Bäckerei Unterreiner und Pauli-Haus. Dieses müsse fachlich abgeklärt werden. Wenn sich herausstelle, dass ein dreiachsiges Müllfahrzeug die Stelle passieren könne, wäre ein Kompromiss denkbar. Noch größere Lastkraftwagen müssten dann über die Mühlenstraße fahren. Der Antrag solle in diesem Sinne weiterverfolgt werden, es dürften jedoch andere Bürger keine massiven Nachteile erfahren. Es sei wahrlich ein Riesenproblem, meinte Stefan Kern. Eine Zustimmung zu dem Antrag wäre super für die Anlieger. Er sprach sich aber dafür aus, eine Testphase durchzuführen.

Sepp Ramstetter erinnerte an den erst kürzlich vorgebrachten Wunsch nach einem Gehsteig für die Schulkinder, während Stefan Kern um Auskunft ersuchte, ob der Zaun auf der Ostseite des Anwesens entfernt werde, weil dann dieser Straßenbereich entsprechend verbreitert werden könne. Hierzu erklärte Gerhard Kern, dass gemäß Wunsch der Antragsteller jeweils an der Nord- und Ostseite des Anwesens ein Meter verbleiben müsse. Im Hinblick darauf, dass es nun auf einige Wochen der Entscheidung nicht darauf ankomme, fasste der Bauausschuss den Entschluss den Antrag zurückzustellen. „Wir hoffen auf Reaktionen aus der Bevölkerung, wenn der Pressebericht zu diesem Tagesordnungspunkt erscheint", mutmaßte 2. Bürgermeister Gerhard Kern, selbst in Feldkirchen wohnhaft.

schl

Quelle: BGland24.de

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