Nach An- und Umbauten droht nun der Rückbau

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Offenbar über das Ziel hinausgeschossen ist die Bautätigkeit an der Hallerstraße 102 in Perach, vor allem auch deswegen, weil es ohne dem üblichen Genehmigungsweg bereits abgewickelt wurde. Jetzt droht der Rückbau.

Ainring - Die An- und Umbauten wurden bereits durchgeführt, jetzt ist von Schwarzbau die Rede und es droht sogar der Rückbau. Dieser Antrag stieß beim Bauausschuss auf Unverständnis:

Eine knifflige Angelegenheit ist der Bauantrag von Alexandra W., Anbau eines Raumes, Vergrößerung und Sanierung des Bades in Verbindung mit diversen Instandsetzungsarbeiten an der Hallerstraße 102 in Perach. Hinter dieser Maßnahme steckt Diskussions- und Zündstoff, vor allem weil sämtliche An- und Umbauten bereits durchgeführt wurden. Bürgermeister Hans Eschlberger machte in der jüngsten Bauausschusssitzung vorweg darauf aufmerksam, dass aufgrund des sich derzeit bietenden Zustandes aus der Bevölkerung bereits Beschwerden an die Gemeindeverwaltung herangetragen worden seien.

Zur Beschreibung des Sachverhalts, erläuterte der Bürgermeister den jetzt eingereichten Antrag. Demnach wird darin aufgeführt, dass man nördlich des bestehenden Gebäudes einen Anbau mit den Maßen 3,10 x 4,90 Meter wünsche. In diesem Anbau sei ein Bad mit WC untergebracht. Der Anbau habe nur ein Geschoss, das Dach sei abgeschleppt. Im südlichen Bereich sei ein eingeschossiger Werkraum mit den Anbaumaßen von 3,80 x 3,06 m vorgesehen. Die Planungen der Antragstellerin beinhalte die Errichtung einer Sichtschutzwand.

Zur planungsrechtlichen Situation verwies Hans Eschlberger, dass sich das erschlossene Grundstück unmittelbar an der Bahnlinie in keinem Bebauungsplangebiet befinde und demnach nach Paragraf 34 im Baugesetzbuch als Vorhaben innerhalb der im Zusammenhang bebauten Ortsteile beurteilt werden müsse. Das Gebäude und Anbauten lägen innerhalb des Korridors der Trasse der Westtangente.

Vor allem fehl am Platze sind nach Ansicht der Gemeinde der aufgestellte Container und die Einzäunung des Geländes mit Planen entlang der Hallerstraße.

Zur Verdeutlichung der aktuellen Gesamtsituation wurden den Mitgliedern des Bauausschusses Fotos auf Großleinwand vorgeführt. Sämtliche An- und Umbauten seien bereits vorgenommen worden. Die vorliegende Nachtragsplanung sei ursächlich in einer Baukontrolle begründet. Wie der Bürgermeister meinte, könnten die errichteten Anbauten noch als vertretbar eingestuft werden, um akzeptable Wohnverhältnisse zu schaffen. „Den Sichtschutzzaun, die Stützmauer sowie die Einzäunung des Geländes – verhängt mit Planen – werde seitens der Verwaltung sehr kritisch betrachtet.“

Sepp Ramstetter traf die Feststellung, die Gemeinde helfe jedem, wo es nur möglich sei, „doch dann passieren solche Sachen“. Er könne jedenfalls trotz der Not mehr Wohnraum zu schaffen und offenbar nicht praxisnah mit dem üblichen Ablauf einer Bauabwicklung vertraut, nicht zustimmen. Es wäre besser gewesen, die Antragstellerin hätte im Vorfeld einen Berater zu der Angelegenheit zugezogen. Auch Gerhard Kern sprach von einer verzwickten Sache, aber dann im Klartext: „Für mich ist das ein Schwarzbau, ein nicht genehmigungsfähiger Schandfleck.“ Er schlug vor, zunächst den Antrag zu weiteren Klärung zurückzustellen. Auch Franz Sommerauer schloss sich dem Vorschlag von Kern an, wollte aber als Kompromiss des guten Willens, dass der Anbau genehmigt werde, alles andere jedoch abzulehnen sei.

Unter Hinweis vom Bürgermeister Hans Eschlberger einigten sich schließlich alle Ausschussmandatare, den vorliegenden Antrag vorerst nicht zu billigen. Somit bestünde die Möglichkeit einen neuen und dann genehmigungsfähigen Antrag einzureichen. Wie schon im Beschlussvorschlag der Bauverwaltung vermerkt, seien Sichtschutzwand, Container und weitere Veränderungen auf dem betreffenden Grundstück generell nicht zu akzeptieren. Es sollte der ursprüngliche Zustand wiederhergestellt werden.

schl

Quelle: BGland24.de

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