"Der islamistische Terror kommt erst noch"

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Dr. Charlotte Knobloch zwischen starken Schultern: Links Polizeipräsident der Bayerischen Bereitschaftspolizei Wolfgang Sommer, rechts leitender Polizeidirektor Johann-Peter Holzner.
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Ainring - Als "Freund der Polizei" besuchte Charlotte Knobloch das größte Ausbildungszentrum der Beamten in Bayern. In Hinblick auf drohenden Terror fordert sie ein hartes Durchgreifen.

Den wohl modernsten Hörsaal für Kriminalistik und gleichzeitig das größte Ausbildungszentrum der Bereitschaftspolizei nennt Ainring sein Eigen. Grund genug für die Präsidentin der "Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern", Charlotte Knobloch, vorbeizuschauen - "ein Freund der Polizei", wie sie selbst von sich sagte. Und Knobloch redete Klartext.

In Hinblick auf die Terroranschläge in Paris sprach Knobloch von einer "Überanspruchung der Polizei". Gleichzeitig war sie glücklich darüber, dass der Schutz, beispielsweise für jüdische Kindergärten, sofort nach den Geiselnahmen in Frankreich auch hierzulande verstärkt wurde. Aber Knobloch blickt pessimistisch in die Zukunft.

Mit Vorratsdatenspeicherung gegen Terroristen

"Der islamistische Terror ist keine Einmaligkeit. Das kommt erst noch! Das kann morgen oder übermorgen sein", so die 82-jährige gebürtige Münchnerin. Wie dagegen vorgehen? Die Antwort von Knobloch fällt eindeutig aus: Den Beamten sollte alles technisch mögliche in die Hände gelegt werden, um Sicherheit zu gewährleisten. Dazu gehören in ihren Augen auch unpopuläre Maßnahmen: "Die Polizei braucht die Vorratsdatenspeicherung."

Pegida solle schnell zerfallen

Aber auch zur islamfeindlichen Pegida-Bewegung bezog Charlotte Knobloch klar Stellung, "Irrlichter" seien die Demonstranten: "Ich hoffe, ihr Zerfall geht jetzt schnell und die geraten bald wieder in Vergessenheit - so wie die Piratenpartei." Sie sei stolz, wie sich viele Bürger auf der Straße gegen Pegida gewehrt hätten.

Die modernen Lehrsäle schaute sich Knobloch am Montag in Ainring genauso an, wie ein Seminar zum Thema "Staatsschutz" - und als Geschenk überreichte der leitende Polizeidirektor Johann-Peter Holzner eine große Auswahl an Bad Reichenhaller Salz. Bei aller Sorge vor Anschlägen in Deutschland: Kleiner dürfte Knoblochs Vertrauen in die Arbeit und Ausbildung der Polizei am Dienstag in Ainring sicher nicht geworden sein.

Knobloch zu Besuch in Ainringer Polizeischule

xe

Quelle: BGland24.de

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