Bärenstarkes Preisschnalzen

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Großes Gemeindepreisschnalzen in Hammerau.

Ainring - Unüberhörbar wurde das neue Jahr mit einem bärenstarken Schnalzer-Duell begrüßt. Bei der Gemeindemeisterschaft war einiges los. Über 400 Zuschauer verfolgten das Spektakel:

Selten verlief das Gemeindepreisschnalzen so spannend wie diesmal, denn am Ende trennten den neuen Triumphator Ainring VI und Feldkirchen I, Gemeindesieger von 2011, nur ein winziges Pünktchen.

Dank der optimalen Witterung bei gleichbleibenden Bedingungen wurde der Schnalzerwettstreit insgesamt auf sehr hohem Niveau abgewickelt und machte dem Jubiläum - es war die 40. Auflage - vor über 400 Zuschauern in Hammerau alle Ehre. Vorjahressieger Ainring III konnte sich immerhin noch mit dem 3. Podestplatz trösten, dafür lieferte man den eigens gewerteten besten Pasch ab, wobei auch hier Feldkirchen I als Zweiter zu überzeugen wusste. Insgesamt beweist ein Blick auf die Siegerliste allerdings die Ainringer Dominanz bei den Allgemein-Passen gegenüber anderer Passen aus den Ortsteilen Perach, Thundorf, Bicheln, Ulrichshögl und heuer erstmals auch aus Weng.

Das traditionelle Gemeindepreisschnalzen

Altersmäßig rückten aus der Ainringer Jugend I, Abo-Sieger der vergangenen Jahre, fünf Schnalzer ins Herrenlager auf. Eine neue Mannschaft auf den neun kompletten Positionen war also gefordert und so ging man mit weiteren vier jungen Leistungsträgern aus anderen Ainringer Passen erstmals als „Ainring VI" ins Rennen. Dass nun auf Anhieb gleich der Gemeindemeistertitel mit glänzenden 186 Punkten „erschnalzt" wurde, ist ein Fingerzeig für die Zukunft und auch für das bevorstehende Rupertigaupreisschnalzen am Sonntag, 3. Februar in Siezenheim.

In Ainring, Feldkirchen, Ulrichshögl, Thundorf und Perach wird auch famose Nachwuchsarbeit geleistet. Den Part auf Platz 1 nach dem Ainringer Jugend-Seriensieger Ainring I nahm nun aktuell der Vorjahres-Vize Feldkirchen I mit 168,5 Punkte ein - das war ein deutlicher Zehn-Punkte-Vorsprung vor der neu formierten Nachfolger-Crew Ainring I. Das Brauchtumsereignis auf der Schnalzerwiese in Hammerau, südlich des FC-Sportheimes, fand für die Preisrichter bei zugezogenen Vorhängen ohne jeglichen Blickkontakt zu den Schnalzern und Zuschauern ganz nach Gehör ohne Wissen der Reihenfolge der Auslosung statt. Nur die Zuschauer wussten, wer gerade schnalzte. Dies zeigte Joseph Mühlbauer mit Tafeln auf einem landwirtschaftlichen Anhänger nach allen Richtungen deutend an.

Das Preisgericht war besetzt mit Andreas Dusch und Reinhard Dusch (beide Ainring), Johann Altmutter (Thundorf), Ludwig Wetzelsberger (Ulrichshögl), Stefan Prantler (Perach), Hias Hinterstoißer (Bicheln), Herbert Galler (Feldkirchen). Als Preisrichterobmann fungierte Peter Edfelder (Ainring). Die jeweiligen Punktevergabe verarbeiteten Franz Butzhammer und Peter Weber sofort elektronisch im Computer. Die beiden Experten erstellten die Reihenfolge und Butzhammer fertigte zusätzlich die Siegerliste in mehrfacher Ausfertigung und die Urkunden für die 30 Passen. Das Brauchtumsereignis auf der von Zuschauern umsäumten schneebedeckten Schnalzerwiese, begann mit der Ansage von Hansl Auer und Begrüßung durch Bichelns Schnalzervorstand Sepp Mühlbauer. Auch Schirmherr Bürgermeister Hans Eschlberger trat ans Rednerpult.

Er begrüßte besonders Pfarrer Wernher Bien und Bernhard Kern, Obmann der Schnalzervereinigung Rupertiwinkel. Er meinte, viele Städte und Gemeinden organisieren zum Neujahrsbeginn feierliche Empfänge. „Wir in der Gemeinde Ainring begrüßen das neue Jahr 'wias bei uns Brauch is' unüberhörbar durch meisterliches Schnalzen." Vorweg galt ein Lob dem erstmaligen Ausrichter Bicheln. Mit viel Fleiß und Idealismus war alles bestens vorbereitet worden. Für Verköstigung und Getränkeausgabe hatten die Gastgeber kleine Häuserl und Zelte auf dem Sportplatz-Parkplatz aufgebaut.

Für all die Mühe galt seitens des Bürgermeisters ein herzliches „Vergelts Gott" im Namen aller Teilnehmer und der Gemeinde Ainring. Wie der Bürgermeister weiter sagte, falle die Freude am Schnalzen in der Gemeinde Ainring seit Generationen auf fruchtbaren Boden. Dank der Begeisterung für den Schnalzerbrauch und Können sei und bleibe die Gemeinde Ainring die Schnalzerhochburg im Rupertiwinkel. Eschlberger dankte für die Teilnahme jeder Pass und jedem Einzelnen für gelebten Idealismus und Heimatverbundenheit.

Bevor der Bürgermeister den Goaßl-Wettstreit offiziell eröffnete, rief er noch mit voller Überzeugung aus: „Der Schnalzerbrauch ist und bleibt bei uns dahoam." Der Entscheid, wer nun tatsächlich die 40. Auflage des Gemeindeschnalzens für sich entscheiden würde, war speziell bei den als „Geheimfavoriten" geltenden Passen selbst für die Insider unter den Zuschauern kaum erkennbar. Wenn es auch am Ende nicht ganz reichte, gelang es wiederum Feldkirchen in die Ainringer Phalanx (insgesamt sechs Allgemein-Passen) einzudringen. Die Feldkirchner mit vier Passen im Erwachsenensektor boten die mit Abstand meisten Schnalzerinnen auf.

Feldkirchen II war sogar mit vier Schnalzer-Amazonen besetzt. Vorjahressieger Ainring III hörte beispielsweise auf das Kommando „seid`s g'schickt  oane, zwo drei, dahigeht's" von Aufdraherin Monika Schwaiger im feschen Dirndlg`wand. Bei den Jugendpassen waren vielfach Könner dabei, die - wenn sie dabei bleiben - in die Fußstapfen der Großen steigen. Besonders herzlicher Applaus wurden den „Zwergerln" zuteil. Nach dem Motto „Früh übt sich, wer ein Meister werden will", schwangen sie wacker die Goaßl, auch wenn der Takt in seiner rhythmischen Folge manchmal noch etwas durcheinander geriet. Doch es war den Jüngsten die Freude anzusehen, vor so vielen Leuten zu zeigen, was ihnen die Trainer schon alles beigebracht haben.

Beim abschließenden knalligen Generalpasch schwangen nochmals alle Aperschnalzer ihre Goaßl, danach begaben sie sich in den Kellersaal des Rupertihofes Ainring zur von der Hammerauer Eisstock-Musi musikalisch umrahmten Preisverteilung. Dort entbot Bürgermeister Hans Eschlberger nochmals ein Willkommen und zeigte sich höchst angetan von der Atmosphäre während des Aperschnalzens und dem Engagement des Schnalzervereins Bicheln, unter Vorstand Sepp Mühlbauer und seinem Helferteam. Besonders genannt wurden hier noch stellvertretend Hubert und Schorsch Pötzl sowie Peter Butzhammer.

Das Gemeindeoberhaupt wünschte allen Passen viel Erfolg beim Rupertigaupreisschnalzen. Unter der Moderation von Hansl Auer erfolgte dann die Preisverteilung, beginnend mit der Paschwertung (Gleichknall der Passen) und dann der Wertung für zwei Durchgänge, die jeweils bestmöglich rhythmisch, beginnend vom Aufdraher bis zur Position 9 absolviert werden mussten. Da die Aufzählung der Platzierungen von rückwärts erfolgte, blieb die Spannung vor allem um die vorderen Ränge erhalten.

Doch egal, jede erreichte Position wurde frenetisch bejubelt. Freilich, als dann die Gemeindesieger 2013 aufgerufen wurden, gab´s bei den erfolgreichen Schnalzern mit geradezu wilden Freudentänzen kein Halten mehr. Generell bekam jede Pass, unabhängig von der Platzierung, ein Brotzeitsackerl und die jeweilige Siegerpass die Wandergoaßl. Für Paschplatz 1 gab's bei den Allgemeinen ein Fassl Bier, entgegengenommen von Manfred Dusch und Lorenz Gaßner, für die Jugend eine große Süßigkeiten-Box und einen Gutschein für eine Riesenbreze, die noch beim Bäcker in Hammerau abgeholt werden kann.

schl

Quelle: BGland24.de

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