Hochwasserschutz: Nachbesserungen gefordert

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Diese weiträumig und tief überfluteten Flächen südlich vor Heidenpoint und im Bereich von Retetionsflächen des Mühlstätter Grabens (auch Sonnwiesgraben/nicht im Bild) haben durchaus ihren Teil zum blitzartigen Hochschnellen des Grundwasserpegels beigetragen.

Ainring - Eigentlich sollte in der jüngsten Ratssitzung nur ein Überblick über das Hochwasser gegeben werden - ohne Diskussion. Die ÜPW-Gemeinderäte sprachen aber konzeptionelle Mängel an:

Bürgermeister Hans Eschlberger und Thomas Schlosser als Einsatzleiter der Feuerwehr Ainring haben in der letzten Gemeinderatssitzung einen ausführlichen Bericht über das Hochwasserereignis am 1. und 2. Juni gegeben. Obwohl der Rathauschef eigentlich keine Diskussion zu einzelnen Ereignissen wollte und auf eine Informationsveranstaltung der Gemeinde am 3. Juli im Haus der Kultur in Ainring hinwies, hatten dennoch Martin Strobl und Herbert Meigel wichtige Anmerkungen.

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Der Fraktionssprecher der Überparteilichen Wählergruppe (ÜPW) Ainring, Martin Strobl, berichtete, dass die Absperrung der Hammerauer Brücke während des Hochwasser-Wochenendes völlig unzureichend vorgenommen worden sei. „Auf der deutschen Seite versperrte lediglich eine einzelne Flatterleine, quer über die Brücke gespannt, den zumeist unbeachteten Weg. Weitere Verhinderung des Betretens der Brücke gab es nicht. Auf österreichischer Seite fehlte jegliche Absperrung“, so Strobl.

Dies habe dazu geführt, dass unzählige Passanten bei erhöhter Gefährdung von der österreichischen Seite aus die Brücke überquerten um dann vor dem Trassierband auf deutschen Hoheitsgebiet zu stehen. Die meisten hätten das Band ignoriert, steuerten das sichere Ufer aus ihrem gewünschten sensationsbegierigen Blickwinkel an. Dadurch angeregt, querten wiederum zahlreiche Personen die Brücke von der deutschen Seite. Die Absperrung habe also aus Sicht des ÜPW-Fraktionssprechers letztlich zu keinerlei Erfolg geführt.

Martin Strobl meinte weiter: „Eine Abstimmung zwischen bayerischen und österreichischen Sicherheitsbehörden gab es offensichtlich nicht. Bei einem Durchfluss von 1,2 Millionen Litern Wasser an der Saalach und einen noch nie da gewesenen hohen Pegelstandes des Grenzflusses kam es aufgrund der mangelhaften Sicherheitsmaßnahmen immer wieder zu gefährlichen Situationen.“ Er wies ausdrücklich darauf hin, seine Wortmeldung sei nicht als Kritik an der Einsatzleitung zu verstehen, er möchte jedoch, dass aufgrund dieser Beobachtungen in das Hochwasserschutzkonzept der Gemeinde Ainring eine frühestmögliche, grenzüberschreitende Abstimmung mit den österreichischen Behörden und Einrichtungen aufzunehmen sei.

Gemeinderat Herbert Meigel meinte, wenn auch der Bürgermeister erkläre, die Gemeinde Ainring sei bei diesem Hochwasserereignis glimpflich davon gekommen, so halte er diese Aussage für den Bereich Heidenpoint und Perach überhaupt nicht für nachvollziehbar. Die getroffene Maßnahme in Form des Retentionsbeckens habe sich auf die Verbesserung des Grundwasserproblems für das Peracher Gebiet keinesfalls ausgewirkt. Vielmehr seien dieses Mal noch mehr Bürgerinnen und Bürger von stetig steigendem Grundwasserspiegel aufgrund der Starkregenereignisse betroffen gewesen. Meigel, von diesem Problem selbst massiv Betroffener, stellte fest, dass das Grundwasser früher immer einige Tage nach Starkregenereignisse gestiegen sei. Im aktuellen Fall aber sei das Grundwasser schon nach wenigen Stunden drastisch gestiegen mit folglich noch verheerenderen Auswirkungen als früher, was auch in dem Report von massierten Einsätze der Feuerwehr – wie von Thomas Schlosser vorgetragen - bestätigt werde.

Herbert Meigel meinte im Gespräch mit der Heimatzeitung weiter: „Wir müssen bei derartigen Ereignissen die Hochwasserspitzen am Mühlstätter Graben und Sonnwiesgraben von Perach und Heidenpoint fernhalten. Nur eine geeignete Maßnahme werde eine Entspannung der Grundwasserproblematik bringen. Die im Jahre 2002 (nach damaligem Jahrhundertwasser) gegründete Interessengemeinschaft Grundwasser-geschädigter Bürger hat den Bürgermeister schriftlich auf die Missstände hingewiesen und um eine klärende Versammlung gebeten. Diesem Ansuchen wurde nun – wie angekündigt - mit der Infoversammlung am Mittwoch, 3. Juli, stattgegeben. Wir hoffen, dass die Probleme der betroffenen Bürgerinnen und Bürger auf dieser Versammlung endlich ernst genommen werden.“

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Quelle: BGland24.de

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