Aktuelles aus dem Gemeinderat

  • schließen
  • Weitere
    schließen
+
Nach je einer kurzen Einführung zu den vier Themen stellte Christian Reiter diese zur Diskussion.

Waging am See - Vier Themen brennen den Wagingern derzeit unter den Nägel. Die CSU hat deshalb am Dienstagabend mit ihnen diskutiert.

Vier Worte schmiss der dritte Bürgermeister Christian Reiter in die rund 40-köpfige Gruppe: "Turnhalle, Kurpark, Lärmschutz und BOS-Digitalfunk." Und allein die Ankündigung sorgte für Unruhe in den Reihen der Bürger. Vor allem der Lärmschutz und der BOS-Digitalfunk seien emotional diskutierte Themen, so Reiter. Das sollte die folgende Diskussion bestätigen.

"Wir stehen zur zweieinhalbfach Turnhalle"

Zuerst stellte der dritte Bürgermeister aber den Stand der Dinge in Sachen Turnhalle vor: "Fakt ist, dass unsere Einfachturnhalle an der Schule nicht mehr ausreicht. Auch der Sicherheitsstandard ist dort nicht mehr gegeben." Derzeit laufe die Meinungsbildung, die Planung und die Kostenermittlung. "Die Bedarfsermittlung dagegen ist für uns abgeschlossen", erklärte Reiter. "Nach Rücksprache mit den Vereinen und den Architekten kommt nur eine zweieinhalbfach Turnhalle in Frage. Das ist sinn- und zweckmäßig und zukunftsträchtig."

Eine zweieinhalbfach Turnhalle würden der Freistaat Bayern und der BLSV fördern. Derzeit schweben Kosten von 2,8 bis drei Millionen Euro im Raum, je nach Standort. "Für alle drei Standorte sprechen Dinge dafür und dagegen", gab Reiter auf Anfrage zu. "Beim Standort Schule muss gewährt bleiben, dass trotzdem genug Platz für die Kinder ist, sie einen Pausenhof und einen Pausenverkauf behalten und auch noch Platz für die Aula ist. Am Kreisverkehr hätten wir definitiv genug Platz, müssten aber den Bolzplatz verlegen. Und am Mühlberg müssten wir das Grundstück erst kaufen." Die Entscheidung würde erst nach einer ausgiebigen Diskussion fallen, ist sich der dritte Bürgermeister sicher. Er gab außerdem zu bedenken, dass alle nötigen Massnahmen nur dann umgesetzt werden könnten, wenn die Gemeinde das Geld habe.

Kurpark sinnvoll erweitern

Genau dieser Grundsatz gelte auch für die Erweiterung des Kurparks, wechselte Reiter das Thema. Die Gemeinde habe dort günstig zusätzliche Flächen anpachten können und habe jetzt die Möglichkeit die Lücke zum See zu schließen. Allerdings steht jetzt die Frage im Raum: "Was können wir eigentlich tun?" Aus einer Grobplanung und einer Befragung der Bürger wurde eine Detailplanung für 800.000 Euro. Zuviel für die Gemeinde, zuviel für die Bürger und zuviel für diese Massnahme.

"Die Becken gehören sauber gemacht, aber nicht groß verändert", forderte ein Bürger. "Der Zugang zum Bach könnte ein bisschen erweitert werden", schlug ein weiterer vor. Aber in einem waren sich alle einig: "Dass der Kurpark angenommen wird, sieht man ja."

"Es ist nicht unser Lärm"

Während die Veranstaltung bis zu diesem Zeitpunkt ruhig verlief, sollte nun die Diskussion richtig beginnen. Die Siedlung an der Strandbadallee soll vor dem Lärm der vorbeilaufenden Staatsstraße geschützt werden. Den Lärmschutz dafür sollen aber nur die Bewohner der direkt zur Straße hinschauenden Häuser übernehmen. Summen von 20.000 Euro pro Haushalt schweben im Raum. "Wir wollen die Bürger dabei nicht alleine lassen", betonte Christian Reiter. Also habe sich die Gemeinde vorerst auf einen 25 prozentigen Zuschuss geeinigt. Allerdings müsse jetzt erstmal geklärt werden, wer der Betroffenen sich das überhaupt leisten kann und wer aus den etwas weiter hinten angesiedelten Haushalten freiwillig mitzahlen würde. Denn: "Wir erhalten keine staatlichen Zuschüsse. Bund, Land und Landkreis stützen sich auf eine Messung des Staatlichen Bauamtes Traunstein, die besagt, dass das Bundesimmissionsschutzgesetz eingehalten wird."

Die emotionale Diskussion über den Wert der verschiedenen Projekte bzw. der einzelnen Bürger endete mit dem Vorschlag: "Wenn ein Baugebiet neu erschlossen wird, werden die Kosten heutzutage auf alle Grundstücke umgelegt, so dass es für jeden leistbar ist. Kann man das nicht nachträglich auch an der Strandbadallee machen?", stellte ein Anwohner die Frage in den Raum. Reiter sieht dafür keine Möglichkeit, die Anregungen der Anwohner wolle er aber mit in den Gemeinderat nehmen.

"Gegen Tetrafunk in Waging am See"

Lesen Sie auch:

Veraltet, schädlich und viel zu teuer?

Wird Traunstein von Funkverstärkern übersät?

Zum Thema BOS-Digitalfunk übergab Reiter das Wort an den CSU-Fraktionssprecher Andreas Barmbichler. "Wir stimmen gegen Tetrafunk in Otting und in anderen Gebieten Wagings", verkündete er unter Applaus der Bürgerintiative für ein tetrafunkfreies Waging am See. "Für uns sind die gesundheitlichen Aspekte nicht geklärt und die Finanzen liegen auch nicht auf dem Tisch", erläuterte er die Entscheidung. "Viele, viele Fragen sind nicht geklärt", ergänzte der dritte Bürgermeister. "Bitte lasst es bleiben, bis die geklärt sind", so seine Forderung an das Bayerische Innenministerium. Diese könnte man eventuell zusammen mit anderen Gemeinden konkreter formulieren, regte Barmbichler an. Die Bürgerintiative versprach, Kontakte zu den Bürgermeistern herzustellen.

Abschließend blieb dem Ortsvorsitzenden Karl-Heinz Neumann nur, den Termin für den nächsten Bürgerstammtisch am 3. November um 19.30 Uhr im Strandkurhaus zu verkünden. Dann steht das Thema "Behindertenfreundliches Waging am See" auf der Tagesordnung.

cz

Zurück zur Übersicht: Rupertiwinkel

  • schließen
  • Weitere
    schließen

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser