Silvester Enzinger hört auf

Angers Bürgermeister will sich bis zum Schluss "reinhängen"

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Silvester Enzinger (l.) wird nach 24 Jahren im Amt nicht mehr als Bürgermeister kandidieren. Die CSU hat deshalb Markus Winkler (r.) nominiert.
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Anger - Nach Freilassings Bürgermeister Josef Flatscher hat ein weiteres Bürgermeister-Urgestein im Berchtesgadener Land angekündigt, 2020 nicht mehr zur Wahl anzutreten. Nach 24 Jahren verabschiedet sich Angers Silvester Enzinger in den Ruhestand.

"Nächstes Jahr werde ich 66 Jahre, da fängt das Leben an", erklärt Angers Bürgermeister Silvester Enzinger mit einem Augenzwinkern seinen Rückzug als Bürgermeister. 24 Jahre lang hat er die Geschicke Angers geleitet. Jetzt will er mehr Zeit für seine Familie haben. Außerdem sollen "die Jungen nachkommen".

Der 'Junge', der in die Fußstapfen von Enzinger treten will, ist Markus Winkler. Der 44-Jährige Familienvater ist seit 2013 CSU-Ortsvorsitzender und seit 2014 im Gemeinderat und zweiter Bürgermeister. Der Amtsinhaber selbst hat ihn als seinen Nachfolger vorgeschlagen. Bei der Ortsversammlung am 21. Februar wurde Markus Winkler einstimmig zum Bürgermeister-Kandidaten der CSU gewählt.

Doch bevor am 15. März 2020 in Bayern gewählt wird, gibt es in Anger noch einiges zu tun. "Wir haben einige Grundsatzentscheidungen angestoßen, die jetzt zur Umsetzung kommen", weiß Silvester Enzinger von seinen noch zu erledigenden Aufgaben. Eine davon ist der Umzug der Aufhamer Feuerwehr in ein neues Gebäude. Dass es ein ganz neues werden wird, hat sich erst am Donnerstagabend (7. März) entschieden. "Ursprünglich war geplant, das Schwimmbadgebäude in Aufham komplett zu entkernen und feuerwehrtauglich zu machen", erläutert Markus Winkler im Gespräch mit BGLand24. Nach einem Treffen von Planer und Kreisbrandinspektion habe sich aber herausgestellt, dass die Vorgaben, wie ein Feuerwehrhaus auszusehen hat, in dem bestehenden Gebäude fast nicht umzusetzen sind.

"Der Gemeinderat hat dem Neubau zugestimmt. Im September soll mit dem Bau begonnen werden", so Winkler. Insgesamt kostet das die Gemeinde 772000 Euro. 280.000 Euro mehr, als 2016 geschätzt. "Die Mehrkosten sind darauf zurückzuführen, dass das Haus größer werden muss. Die größere Nutzfläche ist gesetzlich vorgeschrieben."

"In Sachen A8-Ausbau wird in den nächsten zehn Jahren nichts passieren"

Markus Winkler kennt sich in den lokalen Themen aus. "Er wird von mir auch schon eingespannt", lächelt der Noch-Bürgermeister Silvester Enzinger. Denn er selbst weiß, was das Amt des Gemeindeoberhauptes alles beinhaltet. "Eine meiner größten Aufgaben in den vergangenen 24 Jahren war die Zusammenlegung der Grundschule, aus zwei mach eins", blickt der 65-Jährige zurück. Was ihm in diesem Zusammenhang auch sehr wichtig war, war die Mittagsbetreuung, die zwischen Ostern und Pfingsten in Betrieb gehen soll. Nach Feuerwehrhaus und Schwimmbad steht dann noch die Erneuerung des Aufhamer Kindergartens im ehemaligen Feuerwehrhaus an.

"Bei einem Thema, das mich schon sehr lange begleitet, wird in den nächsten zehn Jahren nichts passieren", ist sich Silvester Enzinger sicher. Er spricht vom Ausbau der Autobahn A8. Er selbst hat sich in einem Planungsdialog dafür eingesetzt, dass die Autobahn im Bereich Anger tiefergelegt und eingehaust wird. Doch wann und ob das passiert, das kann keiner sagen. "Das ist eine Jahrhundert-Entscheidung, da müssen wir auf der Hut sein", weiß auch Markus Winkler. Doch auch er weiß nicht, wann das "heiße Thema" tatsächlich zur Umsetzung kommt.

So kümmern sich die beiden CSU-Männer erst einmal um den Angerer Dorfplatz, der im Rahmen einer Städtebauförderung neu gestaltet werden soll. "Wir müssen sehen, was dort verändert werden kann", nimmt sich Enzinger dieser Aufgabe noch an. "Ich werde mich reinhängen, dass noch was weitergeht", verspricht er. Davon ist auch sein möglicher Nachfolger überzeugt: "Silvester Enzinger haut nicht die Bremse rein. Er wird bis zum letzten Tag voll für Anger da sein."

cz

Quelle: BGland24.de

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