Fledermaus-Exkursion in Anger

Nächtliche Jäger am Höglwörther See

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Anger - Auf einem abendlichen Spaziergang rund um den Höglwörther See bei Anger durfte eine Gruppe von Erwachsenen und Kindern die faszinierende Welt der Fledermäuse hautnah erleben.

Auf den Spuren der Fledermaus

Die Biosphärenregion BGL, eine Außenstelle der Regierung von Oberbayern, hatte zu dieser spannenden Exkursion eingeladen; so machte sich die Gruppe unter der fachkundigen Leitung von Brigitte Meiswinkel, Landkreisbetreuerin für Fledermäuse, auf den Weg, um Fledermäuse zu beobachten, ihre Rufe mit dem Detektor (einem speziellen Gerät, das die Ultraschalllaute der Fledermäuse für den Menschen hörbar macht) einzufangen und den Zusammenhängen zwischen Fledermäusen, Biodiversität und Klimaschutz nachzugehen. 

Informationen über die Fledermaus

Zu Beginn teilte die Expertin Karten mit Abbildungen an die Teilnehmenden aus: Was haben Mücken- spray, ein Ei oder eine Feder mit Fledermäusen zu tun? Wer erkennt die Zwergfledermaus oder die Wasserfledermaus? Natürlich durfte auch ein Bild von Dracula nicht fehlen. Nach der ersten Austauschrunde erhielten die Teilnehmenden u.a. Informationen über die Lebensräume (fast überall auf der Erde kommen Fledermäuse vor, mit Ausnahme der Antarktis), die Verbreitung (es gibt weltweit etwa 1200 Arten, 25 davon kommen in Deutschland vor), denFlügelaufbau und die Fortpflanzung. 

Schon am Steg Richtung Freizeitbad wurde der erste Abendsegler gesichtet und die kleineren wuseligen Zwergfledermäuse lieferten sich eine Verfolgungsjagd. Auch Wasserfledermäuse auf der Jagd nach Nahrung konnten am Waldweg und am Ufer erspäht werden. Der vielfältige Lebensraum rund um das Kloster Höglwörth bietet einer Kolonie von Kleinen Hufeisennasen ein ideales Zuhause. 

Gefahren für die Fledermaus

Begrenzt wird das Gebiet allerdings durch die Autobahn. DieLichtverschmutzung, die in vielen Regionen den Fledermäusen zu schaffen macht, ist in Höglwörth glücklicherweise kein Problem. Bezogen auf den Klimawandel sind insbesondere die nordischen Arten gefährdet, die ein feuchtes und kühleres Klima benötigen. Dauerregen im Frühjahr führt dazu, dass viele Jungfledermäuse sterben, wusste die Expertin aus ihrer Arbeit als Gebietsbetreuerin über die Großen Mausohren zu berichten. Durch Hitzewellen im Sommer können Quartiere ungeeignet werden. Seit einigen Jahren werden in Bayern verstärkt Arten aus dem Süden beobachtet. 

Fledermäuse als Nutztiere

Gestaunt haben die Teilnehmenden auch über die Information, dass Fledermäuse für uns Menschen nützlich sind: Beispielsweise fressen Große Mausohren Forstschädlinge wie den Eichenwickler. Auch in Indonesien tragen Fledermäuse zur Schädlingsbekämpfung auf Kakaoplantagen bei oder in den USA auf Mais- und Baumwollfeldern. In den USA wird geschätzt, dass dadurch ca. eine Milliarde US-Dollar einge- spart werden kann, die andernfalls für Pestizide ausgegeben werden müssten.

Pressemeldung: Veranstaltung der Biosphärenregion BGL aus der Reihe „Schatzkammer Natur – Biodiversität“

Quelle: BGland24.de

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