Ausstellung und Vortrag zum Thema Baugruppen

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Freilassing - Vor kurzem fand in Freilassing eine Ausstellung zum Thema "Baugruppen" statt. Theo Peter stellte in seinem Vortrag unterschiedlichste Varianten vor.

Immer mehr Bauherren gehen heute neue, unkonventionelle Wege. Einer davon wurde am Freitagabend im Gestaltungsspielraum in der Lindenstraße 20 vorgestellt. Theo Peter, der Träger des deutschen Holzbaupreises 2011, stellte auf Einladung von "gemeinsam.gestalten Stadtentwicklung Freilassing" verschiedene Baugruppen vor, die er begleitete. In solchen Baugruppen tun sich Gleichgesinnte beim Hausbau zusammen, um Geld zu sparen und ihr Umfeld nach eigenen Vorstellungen zu gestalten. Oft kommen innovative Gebäude heraus, was Gestaltung, Ökologie und Energiebilanz betrifft. In der zugehörigen Ausstellung „miteinander bauen – Architektur für gute Nachbarschaften“, die bis 15. Juli in Freilassing zu sehen ist, kann man wochentags von 15 bis 18 Uhr weitere Informationen zum Thema erhalten.

Rund 50 Architekten, Bauingenieure, Stadträte, Lenkungsgruppenmitglieder und Am-Bauen-und-Wohnen-Interessierte trafen sich am Freitagabend. Bürger/innen hatten für den Stadtentwicklungsprozess die Idee eingebracht, neue Wohnformen zum Thema zu machen. So wurde im Rahmen von gemeinsam.gestalten die Ausstellung „miteinander bauen – Architektur für gute Nachbarschaften“ nach Freilassing eingeladen.

Gezeigt werden verschiedene Baugruppen, die an unterschiedlichen Orten in Deutschland erfolgreich realisiert wurden. Das charakteristische bei Baugruppen ist, dass keine Käufer für Projekte gesucht werden, sondern Menschen, die Beteiligte werden wollen. Zunächst entsteht eine lose Interessensgemeinschaft, in der die Erwartungen ausgetauscht werden und eine Projektkonzeption erarbeitet wird. Gibt es ein dazu passendes Grundstück, wird eine Planungsgemeinschaft gebildet, die einen Architekt und Sachverständige beauftragt und einen Bauantrag stellt. Anschließend vergibt die Gruppe Aufträge an Baufirmen und Handwerker und lässt das Gebäude errichten. Um all das umsetzen zu können, bedarf es einer guten vertraglichen Grundlage. Theo Peter erklärte seinen Zuhörer/innen an diesem Abend außerdem, dass es meist zunächst eine Idee gibt, die von Profis entwickelt wurde und für die Interessierte, die sie gemeinsam umsetzen wollen, gesucht wird. In seinem Fall geht es darum, Menschen, denen Nachbarschaft am Herzen liegt, zu finden. Denn seit zwanzig Jahren, so erklärt der Banker und Leiter des Netzwerkes BauZEIT, sagt ihm jeder Zweite: „Mir ist es doch schließlich nicht egal, wer mein Nachbar ist.“

Anonym wirken die gezeigten Bilder und Modelle nicht. Wie in einer Architekturausstellung zu erwarten, sind sie ästhetisch anspruchsvoll. Das Design, so Stadtentwickler Manfred Brennecke, kann bei einem gelungenen Projekt aber nur das Ergebnis der Inhalte sein, die den Bauherrn wichtig sind, nicht der Selbstzweck. So wird eine Baugruppe, die aus mehreren jungen Familien besteht sicherlich andere Schwerpunkte setzen als eine Gruppe älterer Alleinstehender und wiederum anders wird das Ergebnis aussehen, wenn alt und jung gemeinsam planen und leben wollen. Die Idee, die Ausstellung und den Referenten von München nach Freilassing zu holen, basiert, so Bürgermeister Josef Flatscher, auf dem Wunsch der Bürger/innen, neue Wohnmodelle aufzugreifen und eine fachlich fundierte Diskussionen anzustoßen.

Pressemitteilung Stadt Freilassing

Quelle: BGland24.de

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