Bauern: Es ist fünf vor zwölf

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Saaldorf-Surheim - Kreisbauernobmann Anton Kern hat am Montagmittag die Forderungen des Bayerischen Bauernverbandes an die EU-Agrarminister vorgestellt. Die Lage auf den Agrarmärkten ist „katastrophal“ - die Bauern wollen Hilfe. **Video**

Die Lage auf den Agrarmärkten ist aus Sicht des Bayerischen Bauernverbandes "katastrophal". Der Appell Anton Kerns richtet sich deshalb neben den 17 Ministern auch an die neue Bundesregierung.

Die heimischen Bauern erwarten sich sofort wirksame Hilfen, die den europäischen Markt aus dem Absatz- und Preistief bringen sollen. Vor allem die Milchbauern beklagen seit Monaten den dramatischen Verfall beim Milchpreis und erwarten sich von der Politik effektive Gegenmaßnahmen. Aber auch der Getreidemarkt befände sich in einem absoluten Tief, so Kern im BGLand24-Interview.

Die Preise auf dem Milchmarkt würden sich seiner Ansicht nach langsam stabilisieren. Preise für Butter sind demnach wieder gestiegen. Das Fett wird weniger und die Molkereien unter einander erzielen ebenfalls wieder höhere Preise. Die Milchquote laufe allerdings 2015 aus, erklärt Kern die Fakten. Bundeskanzlerin Angela Merkel habe bei einem Gipfeltreffen keinen Zweifel daran gelassen, dass es keine Hoffnung mehr gebe.

Der Milchmarkt macht Anton Kern am meisten Sorgen.

Die Märkte seien einfach übervoll, bedauert der Kreisbauernobmann. Die Quote zurück- oder auszusetzen würde weder in Deutschland noch in Europa eine Mehrheit finden. Deshalb appelliert er an die Molkereien, die Preise langsam wieder zu steigern. Denn auch der Verbrauch im Land geht derzeit dramatisch zurück.

Kern hofft darauf, dass sich bei einer positiven Entwicklung in der Wirtschaft auch die Landwirtschaft profitiert. „Nach der Krise sollte sich alles stabilisieren“, ist er zuversichtlich. Allerdings ist die Forderung an die Bundesregierung klar: „Die Wettbewerbsverzerrung muss abgebaut werden, beispielsweise bei Agrardiesel und den Sozialversicherungen. Da sind die Preise in Deutschland deutlich höher als anderswo.“

Gleichzeitig haben am Montag rund fünfzig Milchbauern aus den Landkreisen Berchtesgadener Land und Traunstein in Luxemburg für einen höheren stabilen Milchpreis demonstriert. Am Mittag wurde bereits bekannt, dass die EU-Landwirtschaftsminister in Luxemburg einen Milchfonds in Höhe von rund 280 Millionen Euro als Soforthilfe auf den Weg bringen wollen. Das allein reiche den heimischen Milchbauern aber nicht, sagte Albert Aschauer vom Bund Deutscher Milchviehhalter im Berchtesgadener Land gegenüber Bayernwelle Südost. Das sei allenfalls ein Tropfen auf den heissen Stein, der dem Milchbauern kaum helfen werde.

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Quelle: BGland24.de

Rubriklistenbild: © cz

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