Josef Hubert kämpft um die "faire  Milch"

Kirchanschöring - Josef Hubert, BDM-Kreisvorsitzender von Traunstein, kämpft für kostendeckende Milchpreise. Mit der Einführung der "fairen Milch" im Januar hat der BDM ein erstes Zeichen gesetzt.

Der erste Schritt zum Erfolg ist getan. Seit Januar steht in Süddeutschland in den Rewe-Märkten und Tegut-Filialen "Die faire Milch" in den Regalen. 99 Cent kostet die Vollmilch, die Magermilch ist zehn Cent günstiger. Die Milchbauern haben für ihr eigenes Produkt bisher aber nur eine Molkerei gewinnen können.

Die Molkerei Schlüchtern in Südhessen verarbeitet die gelieferte Milch und verpackt sie anschließend. Bisher liefern rund 150 Milchbauern der Milchvermarktung Süddeutschland (MVS), einer Liefergemeinschaft aus Freising, die mit dem BDM zusammenarbeitet.

Josef Hubert, BDM-Kreisvorsitzender Traunstein, hat einen Betrieb mit rund 100 Kühen in Kirchanschöring. Er unterstützt die "faire Milch" und verhandelt deshalb mit seinen Kollegen mit den Molkereien aus der Region. "Derzeit sperren sich die Molkereien noch gegen das neue Produkt. Doch wir werden nicht aufgeben", sagt Hubert. Über die Gründe für die ablehnende Haltung der Molkereien gegenüber der "fairen Milch" kann er nur spekulieren: "Vielleicht rechnet sich das Geschäft auf diese Weise nicht für sie oder die Einzelhändler ziehen nicht mit."

Betrieb von Milchbauer Josef Hubert

Milchbetrieb von BDM-Kreisvorsitzender Hubert

Für die Landwirte rechnet sich die "faire Milch" auf jeden Fall. Denn die Molkerei Schlüchtern zahlt den Milchbauern pro Liter Milch 40 Cent. Eine Summe, die die Erzeuger bereits seit Jahren fordern. "Nur so können wir unsere Betriebe aufrecht erhalten und kostendeckend produzieren", erklärt Hubert.

Die Nachfrage nach dem neuen Produkt sei gewaltig. Derzeit gebe es sogar in einigen Rewe-Märkten Lieferengpässe. Wer aber für die "faire Milch" produzieren will, muss strenge Auflagen erfüllen. Die Kühe dürfen nicht mit Gentechnik gefüttert werden, der Anteil von Silomais darf 30 Prozent nicht überschreiten, zwei Drittel der Futterfläche muss aus Grünland bestehen.

Das Produkt solle nicht als Konkurrenz zu den etablierten Angeboten der Molkereien stehen, "sondern als Ergänzung". Besonders hervorgehoben wird bei der "fairen Milch" der hohe Anteil an Omega-3-Fettsäuren im Vergleich zu herkömmlicher Milch.

Josef Hubert liefert derzeit täglich 2000 Liter Milch an die Bergader-Molkerei in Waging am See. Wenn es nach ihm gehe, sollten noch in diesem Jahr die heimischen Molkereien die "faire Milch" akzeptieren und damit den Milchbauern 40 Cent für den Liter Milch zahlen.

Stefan Forster  

    

Rubriklistenbild: © sf

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