Solarlampen für Afrika

  • schließen
  • Weitere
    schließen
+
Entwicklungshilfeprojekt: Der Freilassinger Siegfried Popp hat bereits über 12000 Solarlampen an den Kunden gebracht.

Berchtesgaden/Freilassing - Das "Solarprojekt Freilassing" hilft in Afrika mit Solarlampen, die günstiges Licht bringen. Aber viele weitere Helfer tragen ihren Teil dazu bei.

Aus diesen Teilen besteht die Solarlampe. Zusammengebaut werden sie in Afrika.

Ein kleines, grünes Gehäuse, ein Kippschalter und ein Modul, um Sonnenlicht zu „tanken" – Siegfried Popp vom „Solarprojekt Freilassing“ weiß um den Erfolg seiner Mini-Lampe Bescheid. 12.000 Einheiten hat er bislang, in über zehn Jahren, verteilt. Vor allem in den Ländern Afrikas. Die Menschen dort zahlen viel Geld für Petroleum, die Solarlampe ist eine deutlich günstigere Alternative. Ein neues Modell des Erfolgsprodukts stellte er nun in Berchtesgaden vor.

Der Wunsch ereilte Siegfried Popp aus Afrika. Mitglieder der Kirchengemeinde Mpwapwa in Tansania hatten sich an die Kirchengemeinde Freilassing gewandt. Es ging um Solartechnik. Um deren kostengünstigen Einsatz. Ob es denn eine Möglichkeit gebe, etwas zu machen. Zusammen mit einigen Schülern ging es nach Tansania. „Um zu schauen, wie es dort zugeht“, erzählt er. Die Eindrücke seien gewaltig gewesen. Das Heranschaffen von Wasser und die Beschaffung von Holz zählten zu den größten Problemen der dortigen Bevölkerung. Aber auch das Thema Licht ist wichtig. „Bis zu sechs Euro benötigt eine afrikanische Familie im Monat für Petroleum“, sagt Popp. „Uns war klar, dass wir in Sachen Entwicklungshilfe also etwas machen mussten“, so der Lehrer.

Zusammen mit dem Berchtesgadener Elektronik-Ingenieur Stefan Skriwan hat er sich daran gewagt, eine Solarlampe zu bauen. Eine, die Teile der Bevölkerung unabhängig machen soll. Inklusive eines Solar-Panels, mit dem das Sonnenlicht eingefangen und gespeichert werden kann. Eine qualitativ hochwertige Lampe sollte das Ziel sein. Zu verwirklichen war diese aber nur mit zahlreichen Ausbildungsbetrieben aus der Region, darunter vier Firmen aus Berchtesgaden, die die Spritzgusswerkzeuge für Gehäuseteile herstellten.

„Wir wollten die Einzelteile liefern“, sagt Popp. In den Zielregionen sollte dann der Bausatz zum fertigen Produkt montiert werden. Dazu ist ein Werkzeugsatz notwendig, der vom „Solarprojekt Freilassing“ gestellt wird. Im Rahmen des Entwicklungshilfeprojekts reiste der Berufsschullehrer mit einer Schülerabordnung nach Afrika, um dort in verschiedenen Gemeinden Werkstätten für Solarlampen einzurichten. „Damit sollen Arbeitsplätze geschaffen werden“, sagt Popp.

Am Akku der Lampe kann auch ein Handy geladen werden. „In Afrika sehr beliebt“, sagt Siegfried Popp.

Da die Lampen in der Produktion etwa 70 Euro kosten, was einem afrikanischen Monatslohn entspricht, hat man sich für ein Mietsystem entschieden. Für einen kleinen Betrag können sich Bedürftige eine Solarlampe ins eigene Heim holen. Dabei zahlen die Nutzer eine monatliche Gebühr für das Aufladen der Akkus. „Und diese fällt natürlich niedriger aus, als die Höhe der Ausgaben für Petroleum“, sagt Popp. Das Modell, das der Freilassinger verfolgt, konnte in den letzten Jahren auch erste Erfolge verbuchen: „Fünf Menschen haben wir gleich am Anfang beschäftigt“. Und jetzt, nachdem es eine neue Generation der Solarlampe gibt, soll das Projekt erneut angekurbelt und mit Leben erfüllt werden.

Die Next-Generation-Lampe ist kleiner und damit handlicher und noch deutlich robuster. Acht Stunden beträgt die Leuchtdauer, in sechs Stunden hat das Sonnenmodul der Lampe ausreichend Energie aufgenommen, um weitere acht Stunden brennen zu können. Die neue Variante hat noch mehr technische Kniffe auf Lager: So lassen sich etwa über einen Steckeraufsatz alle handelsüblichen Handys an das Lampengehäuse anstecken. Zum Aufladen. „Handys sind in Afrika sehr wichtig“, weiß Siegfried Popp. „Die Leute marschieren dafür oft kilometerweit für eine einzige Ladung“. Notwendig ist das jetzt dann nicht mehr. Sonne gibt es in Afrika wie Sand am Meer.

kp

Quelle: BGland24.de

Zurück zur Übersicht: Rupertiwinkel

  • schließen
  • Weitere
    schließen

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser