Bienen würden GRÜN wählen

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Freilassing - Bienen brauchen eine intakte Umwelt, so begann Simon Angerpointner, Bienenfachwirt des Berchtesgadener Landes seinen hochinteressanten Vortrag auf Einladung von DIE GRÜNEN/Bürgerliste Freilassing.

Zum Heulen ist ihm, in dessen Familie seit Generationen mit Bienen gearbeitet wird: „Wo ich als 15 jähriger noch durch Blütenmeere gelaufen bin, sind jetzt nur noch Mais- und Gräserwüsten. Richtige Blumenwiesen gibt es nur noch bei den Biobauern oder extensiv arbeitenden Landwirten. Auf 160 bis 320 Mrd. € beziffern Fachleute den wirtschaftlichen Wert der Arbeit der Bienen. Sie sind damit das drittwichtigste Nutztier nach Rind und Schwein und der Nutzen für die Allgemeinheit ist wesentlich höher als der für den Imker“, so Angerpointner. Kaum einer denkt an den Humusaufbau, Beikräuter, nicht Unkraut wie im allgemeinen Sprachgebrauch, sollten dafür 10 – 15 % ausmachen! Bienen halten das Vieh gesund, sie düngen und heilen. Kaum einer weiß, dass Bienen durch Überfliegen Schädlinge, wie beispielsweise Rapsglanzkäfer und Kohlweißling enorm stören. Es ist ein Teufelskreislauf, vor hundert Jahren gab es in Deutschland 4 Millionen Bienenvölker, vor 20 Jahren noch 1,2 Millionen, heute sind es noch maximal 700.000.

Ernsthafte Bedrohungen für die Bienen gehen von der Agrogentechnik, von Pestiziden, explizit den Nervengiften, von den Agrarwüsten, sprich Monokulturen und man staune, auch von den Imkern selbst aus.

Sein Lösungsvorschlag: Verzicht auf GVO, was zu erhöhtem, auch krebserregenden Einsatz der chemischen Keule führt, (gentechnisch veränderte Organismen) PSM (Pflanzenschutzmittel) und Kunstdünger. Das heißt, wir brauchen mehr nachhaltige, ökologische und klein strukturierte Landwirtschaft. Dies setzt einen Wertewandel beim Verbraucher voraus um ein politisches Umdenken zu erzwingen. "Ihr Grünen seid da schon auf dem richtigen Weg, leider gibt es zu wenige Menschen, die sich für eine intakte Umwelt einsetzen. Eigentlich steht alles im Weltagrarbericht 2008. Ich habe CSU-Bundeslandwirtschaftsministerin Aigner das geschrieben, aber die liest das ja gar nicht, die interessiert das überhaupt nicht!“ so Angerpointner sichtlich enttäuscht, denn "Nicht die großen Bauern sichern die Ernährung, sondern die kleinbäuerlichen Betriebe, sie sind für den Erhalt unserer Kulturlandschaft unverzichtbar. So haben vor 100 Jahren 100 ha 1600 Menschen ernährt, heute reicht das nur noch für 450 Menschen, wenn man den Energieinput miteinkalkuliert!“

Imker sollten Anwälte sein und politisch aktiv werden, leider fehle der Mut. Biobauern, Gärtner, Imker alle sollten zusammenarbeiten. Angerpointner wird nicht müde zu warnen und zu mahnen: „Honigbienen und Imker gehörten eigentlich auf die Rote Liste! Bienen sind Indikatoren, die uns zeigen, wie es um unsere Umwelt bestellt ist. In einer Welt ohne Bienen, ist der Mensch nicht lange überlebensfähig, das wusste schon Einstein!“ Diesem interessanten Abend werden ganz sicher weitere Veranstaltungen folgen, sind sich Simon Angerpointner und DIE GRÜNEN/Bürgerliste Freilassing einig.

Pressemitteilung DIE GRÜNEN/Bürgerliste Freilassing

Quelle: BGland24.de

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