Aus der Kreisversammlung des Bayerischen Bauernverbandes Traunstein

Diskussion um Pflanzenschutzgesetz

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Kreisobmann Sebastian Siglreithmayer, Franz Auer und BBV Kreisgeschäftsführer Reinhard Lampoltshammer (von links) bei der Würdigung von Auer für dessen 40-jährige Tätigkeit bei der BBV Buchstelle.

Waging am See/Landkreis - Seine erste erweiterte Kreisversammlung des Bayerischen Bauernverbandes Traunstein (BBV) hielt Kreisobmann Sebastian Siglreithmayer in Weibhausen ab.

Er nutzte die Versammlung, Franz Auer für seine 40-jährige Tätigkeit an der BBV-Buchstelle zu ehren. In seiner Tätigkeit wurde die Buchstelle in Traunstein aufgebaut. Die Neuerungen der Novelle des deutschen Pflanzenschutzgesetzes erläuterte Martin Erhardsberger vom BBV Generalsekretariat. Auf aktuelle Themen im Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten gingen der Amtschef Alfons Leitenbacher und in der BBV Kreisgeschäftsstelle Geschäftsführer Reinhard Lampoltshammer ein.

Wie Erharsberger ausführte, bildet für das deutsche Pflanzenschutzgesetz das EU-Pflanzenschutzpaket die Basis. Das EU-Paket habe durchaus mit sich gebracht, dass Wettbewerbsverzerrungen für die deutschen Bauern abgebaut werden konnten. So habe Deutschland bei der Geräteprüfpflicht für Pflanzenschutzspritzen EU-weit die Vorreiterrolle gespielt und nun sei sie EU-weit eingeführt worden. Er verwies, dass es für die Privatgärten und privaten Kleingärten Pflanzenschutzmittel mit nicht beruflicher Zulassung gebe. Wolle nun ein privater Gartenbesitzer ein Pflanzenschutzmittel mit beruflicher Zulassung einsetzen, benötige dieser auch den Sachkundenachweis wie der Landwirt.

Das EU-Pflanzenschutzpaket gleiche Vorgaben in der EU an und baue so die Wettbewerbsnachteile ab, so Erhardberger. Darauf kam aus der Diskussion der Einwand, warum bei der angestrebten Harmonisierung zwar Spritzmittel die in anderen EU-Staaten die Zulassung hätten, nicht nach Deutschland eingeführt werden dürften, jedoch die damit behandelten Lebensmittel schon. Wo sei da hier die Gleichbehandlung. Erhardsberger meinte dazu, dass das dann wohl zu viel Harmonisierung gewesen wäre.

Die Diskussion um das Pflanzenschutzgesetz zeige wieder deutlich, dass die Land- und Forstwirtschaft, die rund 80 Prozent der Flächen umfassten, auf dem öffentlichen Präsentierteller geschehe, meinte Leitenbacher. Darum sei es wichtig, dass die Menschen mitgenommen würden und ihnen manche Maßnahmen erläutert werden müssten, warum diese erforderlich seien. Hier sei der Punkt auch wichtig, dass künftig jedes Schulkind einmal auf einen Bauernhof gewesen sein soll. In kurzen Auszügen erläuterte Leitenbacher die Kernaussagen der Regierungserklärung "Menschen gewinnen. Chancen nutzen, bäuerlich bleiben" von Minister Helmut Brunner.

Darin sei die Verdoppelung des Ökolandbaues bis 2020 angestrebt. Leitenbacher verwies darauf, dass sich dieser in den letzten zehn Jahren in Bayern ebenso schon verdoppelt habe und Bayern somit nach wie vor bundesweit an der Spitze liege. Unter dem Schlagwort "Donau-Soja" solle die GVO-frei Sojaversorgung durch die Donaustaaten verfolgt werden. Beim Flächenverbrauch sollten vorrangig Umnutzungen von leer stehenden Gebäuden und Konversion, die Umnutzung, von Industrie- und Militärbrachen entgegengewirkt werden.

Der BBV werde demnächst mit einer Imagekampagne auf die reelle moderne bayerische Landwirtschaft aufmerksam machen, so Lampoltshammer. Weiter meinte er, dass die aktuelle Landwirtschaft weit von den oft idyllischen Darstellungen aus der Zeit vor 100 Jahren oder den oft nicht genau beschrieben industriellen Landwirtschaft entfernt sei. In den Diskussionen würden das vorhandene Tierwohl und Tierkomfort der modernen Landwirtschaft kaum berücksichtigt.

mp/Chiemgau-Zeitung

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