1 Euro fürs Vinzentinum

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Freuten sich über die erfolgreiche Übernahme (v.l.): Stefan Nowak, Georg Grabner, Schwester Theodolinde und Hermann Steinmaßl.

Teisendorf - Zum zweiten Mal - seit 2009 das Berchtesgadener Land und Traunstein die Fusion ihrer fünf Kliniken beschlossen haben - tagten die beiden Kreistage am Mittwochvormittag gemeinsam.

"Wenn die Kreistage Berchtesgadener Land und Traunstein gemeinsam tagen, geht es immer um ganz besondere Beschlüsse", eröffnete der Landrat des Berchtesgadener Landes, Georg Grabner, die Sitzung zur Übernahme des Vinzentinums im Teisendorfer Poststall. Das Ruhpoldinger Krankenhaus ist 40 Jahre lang von der Kongregation der Barmherzigen Schwestern vom heiligen Vinzenz vom Paul geleitet worden. Aufgrund von Nachwuchs- und finanziellen Problemen haben die Schwestern die Verhandlungen mit der Kliniken Südostbayern AG aufgenommen.

"Wir haben seit 25 Jahren keine junge Schwester mehr aufgenommen. Unser Altersdruchschnitt liegt bei 79,8 Jahren", begründete Generaloberin Schwester Theodolinde Mehltretter. "Mit der Kliniken Südostbayern AG haben wir einen guten Partner, der das Vinzentinum mit allen Mitarbeitern in unserem Sinne weiterführt." Das sagte auch Vorstand Stefan Nowak zu und Grabner ergänzte: "Dies dürfte uns mit dem ausgehandelten Personalüberleitungsvertrag, dem auch die Betriebsräte zugestimmt haben, gelungen sein."

Einstimmtig verabschiedeten die Kreisräte aus dem Berchtesgadener Land und Traunstein die Übernahme des Vinzentinums Ruhpolding.

Das Vinzentinum ist eine Fachklinik für Innere Medizin mit 76 Betten und knapp 140 Mitarbeiter. Jährlich werden rund 3000 Patienten stationär und ambulant behandelt. Für nur einen Euro Kaufpreis gehört das Krankenhaus ab 1. Januar 2012 der Kliniken Südostbayern AG an. Die Kreisräte waren sich einig, dass die Übernahme einen wichtigen Baustein in der medizinischen und wirtschaftlichen Fortentwicklung der Kliniken Südostbayern AG und damit auch in der medizinischen Versorgug der Bevölkerung der Landkreise Traunstein und Berchtesgadener Land darstellt.

"Insbesondere die vorhandenen Kapazitäten im Klinikum Traunstein reichen nicht aus, um die medizinische Versorgung der Bevölkerung umfassend sicherzustellen", argumentiere Traunsteins Landrat Hermann Steinmaßl. In den kommenden Monaten sollen deshalb bereits Patienten aus Traunstein nach Ruhpolding verlegt werden. In Zukunft soll in Ruhpolding ein neuer internistischer Schwerpunkt geschaffen werden.

cz

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