Rallye-Highlight für Oldtimer-Freunde

  • schließen
  • Weitere
    schließen
+

Feldkirchen - Von traumhaftem Sommerwetter begünstigt fand mit Start in Feldkirchen die 8. Internationale Walter-Zeller-Gedächtnis-Rallye durch den Oldtimer-Club Feldkirchen statt.

Bei großem Publikumsinteresse wurden von 60 Teilnehmern aus Deutschland, Österreich und der Schweiz mit ihren „Veteranen-Fahrzeugen“ – Motorräder und Automobile ab der Herstellungs-Jahrgänge 31. Dezember 1983 und natürlich älter - allesamt verkehrstüchtig liebevoll gepflegt, teils restauriert oder im Ur-Zustand – die etwa 120 Kilometer lange grenzüberschreitende Distanz in Angriff genommen. Dazwischen galt es unterschiedliche Wertungs- und Sonderprüfungen, bestehend überwiegend aus fahrerischen Geschicklichkeitstests, bestmöglich zu bewältigen.

Der Ausflug zur touristisch-sportlichen Ausfahrt erfolgte von einer Wiese beim Gasthaus Gumping in Feldkirchen. Alle Teilnehmer wurden der Reihe nach für das Publikum fachkundig mit den entsprechenden technischen Hinweisen von 1. Oldtimer-Club-Vorsitzenden Hans Galler vorgestellt. Dann gaben die Rallyepiloten, ob in ihren zwei- oder vierrädrigen historischen Fahrzeugen Gas um sich auf die Strecke zu begeben, allesamt ausgerüstet mit einem exakten Streckenplan, in dem die Prüfungen verschiedenster Art und der Kontrollpunkt angegeben waren.

Im Blickpunkt standen als prominenteste Rallye-Teilnehmerinnen die beiden Töchter von Walter Zeller: Regina Kamml, auf ihrer BMW-Maschine aus dem Jahr 1976 und ihre Schwester Marina, diesmal ausnahmsweise wegen einer Fußverletzung nicht auf der alten, aber bewährten BMW-Maschine, sondern als Co-Pilotin des Schweizers Mike Waldmeier in dessen Cadillac. Zu den Raritäten auf zwei Rädern gehörte die 1918 gebaute SMW von Helmut Mailhammer junior aus Obertaufkirchen und weitere Top-Marken aus dem vorigen Jahrhundert. Das Mindestalter der Fahrzeuge musste ja sowieso 30 Jahre betragen.

Manchmal streikte die Maschine

Erwähnt seien da besonders einige Piloten: Bei dem einen streikte vorübergehend die Maschine, stotterte dann doch einigermaßen weiter, allerdings mit ungewissem Ausgang, vor allem im Hinblick auf bis zu 14 Prozent steile Bergstrecken. So wurde vorsichtshalber das Motorrad auf den Anhänger des sogenannten „Besenwagens“ verladen, der Fahrer selbst aber nahm an einem Beifahrersitz mit ganzer Intensität weiterhin an der Tour teil.

Geradezu eine Mammutfahrt hinter sich hatte Klaus Kanter aus Köln mit seiner BMW R60S, indem er strapaziöse 700 km auf Landstraßen bis ins oberbayerische Feldkirchen zurücklegte um rechtzeitig an der Rallye teilzunehmen und tags drauf wieder heimzufahren. Die wohl anerkennenswerteste und unverdrossenste Leistung über die gesamte Rallye-Distanz vollbrachte der Ainringer Sebastian Oswald auf seinem betagten Mofa der Marke DKW 502 Extra. Gerade mal mit Höchstgeschwindigkeit 30 km/h und bergauf mit Muskelkraft unterstützend, ließ Oswald bei seiner Rallye-Premiere nicht locker, auch nicht, als ihm das Benzin ausging und er mal sein „Schnuckerl“, wie er es nannte, im österreichischen Fürstenbrunn eine halbe Stunde lang bis zum Erreichen der nächsten Tankstelle schieben musste.

Eine Reihe von auffällig-alten Pkw, oft im Originalzustand oder nur teilrestauriert, waren zu bewundern. Erwähnt seien zum einen der schier endlos lange Cadillac Coupe de Ville von Mike Waldmeier aus Köln und die ältesten Fahrzeuge, ein restaurierter Opel S500 (Jahrgang 1922) und aus dem Jahr 1930, ein Aero von Michi Mailhammer sowie ein Ford A vom Bad Reichenhaller Mathias Krenn.

Oldtimer-Rallye in Ainring

Die 120-km-Route nach den zügigen Starts – vorher jeweils noch jeder einzelne fachlich kompetent vorgestellt von Hans Galler - führte von Feldkirchen Richtung Surheim – Laufen - über die Salzach nach Oberndorf – Salzburg – Weitwörth - Anthering – Elixhausen – Hallwang – Daxlueg (Halt zum Mittagessen) - weiter nach Hof - Faistenau – Richtung Hallein/Ebenau, am Untersberg entlang nach Fürstenbrunn – Großgmain – Bad Reichenhall – Hammerau (mit Kaffeepause beim Auwirt) zum Parkplatz Palfinger in Feldkirchen mit der dortigen siebten und zugleich letzten Wertungsprüfung. Von dort rollte der Tross schließlich bereits in Sichtweite zum Ausgangspunkt Gasthaus Gumping. Nicht die schnellste Zeit sondern vor allem Konzentration und Geschicklichkeit mit dem jeweiligen Gefährt gehörte zu den wichtigen Kriterien der Aufgabenbewältigung.

Je weniger Strafpunkte man sich einhandelte, desto besser fiel die Platzierung aus. Insgesamt blieb die Rallye völlig unfallfrei und schlussendlich fanden sich alle wohlbehalten beim Gumpei ein. Nach ausreichender Stärkung erfolgte von einem Quartett die musikalisch begleitete Siegerehrung

Die Preisverteilung der Trophäen in den einzelnen Klassen nahm 1. Vorstand Hans Galler vor. Zunächst aber dankte er allen für ihre Teilnahme, den Clubmitgliedern für die großartige Mithilfe, ebenso den Sponsoren. Pokale gab es bis Platz drei jeder Klasse. Außerdem erhielt jeder Beteiligte ein persönliches Erinnerungsgeschenk in Form eines gerahmten Startbildes, einer holzgeschnitzten Hui-Hui-Maschine, das jeweils persönliche Rallyeschild sowie Essens-Gutschein.

Die Ergebnisse der Rallye

Aus der Ergebnisliste, Klasse 1 – Motorrad – Baujahr 1900 bis 1952: 1. Karl Holzner (Rudge / Baujahr 1938 bereits mit Viertelventiltechnik), 2. Fritz Jäckel (BMW R12 / Baujahr 1938), 3. Florian Mailhammer (Opel S500 / Baujahr 1922 sehr selten). – Klasse 2 – Motorrad – Baujahr 1953 bis 1975: 1. Armin Eckers (BMW R75/6), 2. Klaus Kanter (BMW R60S), 3. Klaus Knopf (Moto Guzi V7 Sport). – Klasse 3 – Motorrad – Baujahr 1976 bis 1981: 1. Lukas Mailhammer (Zündapp CS25 / Mofa mit 50 ccm), 2. Christina Lehnert (Piaggio / Roller), 3. Michael Mailhammer (Yamaha XT500).

Klasse 4 – Pkw – Baujahr 1900 bis 1961: 1. Mike Waldmeier (Cadillac Coupe de Ville/Schweiz), 2. Bertl Köhne (BMW 315 / Baujahr 1935), 3. Andreas Mailhammer (Mercedes 190 SL). – Klasse 5 – Pkw – Baujahr 1962 bis 1974): 1. Hans-Peter Gautschi (Austin Healey 3000 / Schweiz), 2. Klaus Zimmernann (Alfa Romeo Berlina), 3. Hans Keller (Bugatti Replika). – Klasse 6 – Pkw – Baujahr 1975 bis 1985: 1. Alois Passrupper (Lomax), 2. Hans Hogger (BMW 318), 3. Andrea Schaider (NSU RO80).

Damenwertung: 1. Christa Jäckel (Pininfirina 124 Spider), 2. Andrea Schaider (NSU RO80 / Wankelmotor), 3. Sonja Wieser (Mitsubishi Lancer 2000 / ehemaliges Rallye-Auto).

schl

Quelle: BGland24.de

Zurück zur Übersicht: Rupertiwinkel

  • schließen
  • Weitere
    schließen

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser