Fluglärm: Südanflug ab 3. Mai genehmigt

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Die Fluglärmkommission tagte am 29. März am Flughafen Salzburg.

Salzburg - Seit Jahren kämpfen die bayerischen Anrainergemeinden für eine gerechtere Verteilung bei der An- und Abflügen zum und vom Flughafen Salzburg. Jetzt könnte es Entlastung geben.

Gefordert wird eine Entlastung bei den Anflügen von Norden bzw. bei den Starts nach Norden, die bisher zu etwa 90 Prozent über diese Richtung und damit über deutsches Gebiet erfolgen. „Der Weg für Verbesserungen ist zäh und langwierig“, stellte der Kommissionsvorsitzende, Bürgermeister Josef Flatscher, in der 46. Sitzung der Fluglärmkommission am Donnerstag fest. „Aber mit Unterstützung des Deutschen Bundesverkehrsministeriums wurde erreicht, dass ein neues Anflugverfahren für den Süden entwickelt wurde.“

Dieses Flugverfahren sei zurzeit noch im Test, wurde inzwischen auch veröffentlicht und kann ab dem 3. Mai geflogen werden, wie in der Kommissionssitzung bekannt gegeben wurde. Jedoch seien nur wenige Fluggesellschaften bisher in der Lage, dieses Verfahren zu fliegen, die Flugzeuge müssen teilweise noch technisch aufgerüstet und die Piloten entsprechend geschult werden.

Die Deutsche Flugsicherung wird auch prüfen, ob eine Anbindung von Flügen, die von Westen kommen, für diesen Südanflug möglich ist. Es wird von Seiten der Flugsicherung jedoch immer wieder darauf hingewiesen, dass die letzte Entscheidung, welche Anflug- oder Startroute gewählt wird, beim Pilot liege. Er ist für die Sicherheit verantwortlich.

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Besitzt der Staatsvertrag noch seine Gültigkeit?

Der Vorsitzende sieht in der neuen Flugroute einen Schritt in die richtige Richtung, um die Bevölkerung vom Fluglärm zu entlasten. Zu weiteren Schritten gehören für ihn, Ainrings Bürgermeister Hans Eschlberger und Saaldorf-Surheims Bürgermeister Ludwig Nutz unter anderem eine Reduzierung der Flugbewegungen an den Winterwochenenden (Wintercharter) und zu den Tagesrandzeiten. Dies haben die drei Bürgermeister auch in einem Brief dem Landeshauptmann-Stellvertreter Dr. Wilfried Haslauer, der kürzlich zu Gesprächen bei Bundesverkehrsminister Dr. Ramsauer in Berlin war, mitgeteilt und ihn um Unterstützung gebeten.

Maßnahmen, die der Verbesserung der Situation für die Bevölkerung dienen, sollten festgehalten und festgeschrieben werden. Dies sollte durch die Fortschreibung des bestehenden Staatsvertrages zum Flughafen Salzburg und/oder durch den Erlass einer Durchführungsverordnung erfolgen. Das Bundesverkehrsministerium wurde hierzu auch schon entsprechend um Hilfe gebeten.

Verkehrszahlen des Flughafens

Der Flughafen legte in der Sitzung seinen Bericht über die Entwicklung im Flugverkehr vor, wonach in 2011 insgesamt 60.331 Flugbewegungen erfolgten, 3,2 % mehr als im Jahr zuvor. Auf Linienflüge und den touristischen Verkehr entfielen davon 19.548 Bewegungen, 3 % weniger als im Vorjahr (20.159 Bewegungen). Den weitaus größeren Anteil an den Flugbewegungen hatte die Allgemeine Luftfahrt (40.783 Flugbewegungen), das sind Geschäftsflüge, Schul- und Rundflüge und ähnliches. Schul- und Rundflüge erfolgen fast ausschließlich über österreichischem Gebiet.

Die Passagierzahlen stiegen 2011 auf 1,7 Mio. Passagiere, 4,6 % mehr als im Vorjahr. Der Grund, warum es zwar höhere Passagierzahlen, aber weniger Linienflüge und touristische Flüge gab, liegt darin, dass größere Flugzeuge eingesetzt werden.

Betriebszeitenüberschreitungen - das leidige Thema

Die leidigen Betriebszeitenüberschreitungen waren auch wieder Thema in der Sitzung. Die Betriebszeit für den Flughafen wird bekanntlich durch den Staatsvertrag auf 6 bis 23 Uhr beschränkt. Der Flughafen habe aber die Betriebspflicht, Flugzeuge bei Verspätungen auch außerhalb der Betriebszeit landen zu lassen, wie Flughafendirektor Roland Hermann erläuterte. Der Flughafen bemühe sich aber, diese Überschreitungen so gering wie möglich zu halten. Im Jahr 2011 waren 27 Betriebszeitenüberschreitungen zu verzeichnen, im Jahr davor mit 41 fast doppelt so viele.

Einen Termin für die Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP-Verfahren) zu den geplanten baulichen Maßnahmen am Flughafen konnte die Flughafenleitung noch nicht nennen, da noch nicht endgültig geklärt sei, welche Maßnahmen nun tatsächlich in Angriff genommen werden sollen. Das UVP-Verfahren solle aber noch dieses Jahr beantragt werden.

Die Berechnungen der Fluglärmschutzzonen für die deutsche Seite sind noch nicht abgeschlossen, wie Ministerialrat Rainer Köstler vom Bayerischen Verkehrsministerium mitteilte. Das Ministerium benötige für die Berechnungen noch Daten, die von österreichischer Seite bis zur Jahresmitte geliefert werden sollen. Dann könne die Berechnung und Festlegung der Zonen voraussichtlich noch in diesem Jahr erfolgen.

Pressemitteilung Stadt Freilassing

Quelle: BGland24.de

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