Freilassing braucht die Freien Wähler

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Für die Musik sorgte die Schneefeldner Stub`n Musi mit Berni Koch, Siegi Lenz, Angela Lenz und Michaela Küblbeck.

Freilassing - „Freilassing braucht die Freien Wähler“ - zu dieser Erkenntnis kamen die Mitglieder der FWG Heimatliste bei ihrer Jahreshauptversammlung.

Bert Enzinger, der 1. Vorsitzender der FWG Heimatliste Freilassing, bei seiner Ansprache.

„Freilassing braucht die Freien Wähler“. Zu dieser Überzeugung kamen die Mitglieder der FWG Heimatliste in ihrer Jahreshauptversammlung, die kürzlich im Gasthaus Moosleitner abgehalten wurde. „Wir sind eine politische Kraft, die sachgerechte Kritik übt, wenn es notwendig ist, und nicht nur alles „abnickt“., betonte Bert Enzinger mit Nachdruck. „Um eine richtige Entscheidung treffen zu können, dürfen keine gefärbten Informationen übermittelt werden.“ Damit nahm der erste Vorsitzende auch klar Stellung zu den jüngsten Aktivitäten des FWG- Stadtrates Ludwig Unterreiner, und lobte dessen Demokratieverständnis.

Bert Enzinger beschritt heuer einen gewagten Weg, in dem er die Jahreshauptversammlung 2011 der FWG Heimatliste mit einem anschließenden adventlichen Ausklang kombinierte. Nach heftigen Diskussionen im ersten Teil des Zusammentreffens gelang es ihm doch, im Anschluss den Blick auf den vorweihnachtlichen Frieden zu lenken. Wesentlich trug dazu die besinnliche und heimelige Musik der „Schneefeldner Stub`n Musi“ mit Michaela Küblbeck, Angela Lenz, Siegi Lenz und Berni Koch bei.

In seinen einleitenden Worten schweifte der erste Vorsitzende auf die vorherrschende Eurokrise, die dubiose Macht der Rating-Agenturen in den Finanzmärkten und die gierige Berichterstattung der Medien in Europa aus. Hierzu erinnerte er, dass der US-Staat Kalifornien im Prinzip schon seit geraumer Zeit eigentlich pleite ist, dieser Zustand dort aber niemanden interessieren würde. Und er warnte davor, dass Entscheidungen ausschließlich von Fachgremien und nicht mehr durch die gewählten Vertreter der Bürger getroffen werden. Mit Blick auf Freilassing forderte Enzinger, dass den Stadträten keine gefärbten Informationen vermittelt werden dürften, da ihnen sonst keine sachgerechte Entscheidung ermöglicht wird. „Die Verwaltung muss neutral bleiben“, betonte Enzinger. Vielfach von den Mitgliedern hinterfragt, ließ er die Geschehnisse um Ludwig Unterreiner bezüglich der Stellenbesetzung im Bauamt der Stadt ausführlich Revue passieren. „Solche Abläufe dürfen der Öffentlichkeit nicht vorenthalten werden.“ Für ihn sei deshalb eine Rüge mit Strafandrohung für Unterreiner nicht verständlich.

Thomas Ehrmann, der Schatzmeister, Christine Schaider, die Kassenprüferin und Bert Enzinger, der 1. Vorsitzende, bei einem Tischgespräch.

Dietmar Eder führte den Anwesenden als Protokollführer die Ereignisse des zurückliegenden Jahres nochmals vor Augen. Nahezu monatlich lud die FWG Heimatliste Interessierte zu Themenabende ein. Bereits im Oktober 2010 fragten die Freien Wähler die Bürger, wie es in Freilassing weitergehen solle. Zuletzt veranstaltete die Gruppierung im Juli 2010 einen grenzüberschreitenden Abend zum Thema „Auswirkungen des Flughafenbetriebes in Salzburg“, der großen Zuspruch fand. Zukünftig will die FWG Heimatliste verstärkt ihren Blick auf mögliche Veränderungen im Bahnhofsbereich werfen. „Wir sehen dort ein gewaltiges Potenzial zur Qualifizierung und Stärkung der Stadt.“, versicherte Eder. Zusammenfassend stellte er fest, dass die Freien Wähler mit ihren kritischen Augen und ihrer Tatkraft gut für Freilassing sind.

Fraktionssprecher Fritz Braun nahm den Faden auf und äußerte seine Überzeugung, dass mit der Abwehr des „Monster-Hackschnitzel-Werkes“ ein Schaden für Freilassing abgewendet worden sei. „Mit viel innerer Unruhe, aber trotz allem zuversichtlich habe die FWG-Fraktion geschlossen im Frühjahr vergangenen Jahres dem Start eines integrierten Stadtentwicklungskonzeptes zugestimmt.“, erläuterte er und räumte weiter ein, dass bezüglich der Ausführung mit Fachbüros Meinungsunterschiede bestanden. „Man hätte zuerst feststellen müssen, was der Freilassing überhaupt für Vorstellungen und Wünsche habe.“ In Übereinstimmung mit Altbürgermeister Ludwig Lindner sehe die Fraktion die vordringliche Aufgabe, nicht nur eine Neuansiedlung von Wirtschafts- und Gewerbebetriebe zu suchen, sondern die bereits ansässigen Unternehmen in ihrer Entwicklung zu stärken. „Auf alle Fälle muss die Stadt verhindern, dass Betriebe abwandern.“

Der "Herr der Schätze" der FWG-Heimatliste gab einen kurzen, aber detaillierten Überblick über die Finanzsituation. „Wir haben einen ausbaufähigen Grundstock.“, gab Thomas Ehrmann zu verstehen. Da er keine Schulden berichten musste und die Entwicklung als zufriedenstellend bezeichnet werden kann, erhielt er von der Rating- Agentur „Kassenprüfer“ ein dreifaches „AAA“. Auf Antrag von Christine Schaider und Altbürgermeister Lucian Breuninger erfolgte die Entlastung der Vorstandschaft.

Bettina Oestreich-Grau berichtete im Part „Verschiedenes“ über ihre Aktivitäten im Schutzverband Rupertiwinkel und ließ nicht in Vergessenheit geraten, dass die Wohn- und Lebensqualität in Freilassing maßgeblich vom Flughafen Salzburg beeinflusst wird. „Neben der Lärmbelästigung an- und abfliegender Maschinen muss vorrangig der Sicherheitsaspekt für die Bewohner der Stadt gesehen werden.“, mahnte Oestreich- Grau.

Einen besonderen Genuss zum Abschluss der Veranstaltung ermöglichte Ludwig Unterreiner den Anwesenden mit der Einladung der „Schneefeldner Stub`n Musi“. Mit der Erfahrung aus über zwanzig Auftritte in der Adventszeit trug die Formation echter Volksmusik Gedichte, Lieder und Weisen aus unserer Heimat vor. Mäuschen still war es im Raum und niemand wollte auch nur eine Klang bzw. Vers überhören. Zum Schluss ihrer Darbietungen konnte sich dann die Akteure über einen stehenden Applaus freuen.

Pressemitteilung FWG Freilassing

Quelle: BGland24.de

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