Abriss: Die Jahnturnhalle ist Geschichte

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Hier stand - vermutlich 100 Jahre - die alte TSV-Jahnturnhalle. Sie ist jetzt Geschichte. Neue Wohn- und Geschäftshäuser sollen entstehen.

Freilassing - Die Freilassinger Jahnturnhalle ist nun endgültig Geschichte. Nach dem Einsturz im Sommer wurde sie jetzt abgerissen.

"Das war vielleicht eine staubige Angelegenheit", berichtet eine Anwohnerin mit Wehmut im Gesicht. Täglich ging sie an diesem alten Gebäude vorbei, dessen Alter sich nicht mehr genau bestimmen ließ. Womöglich hatte sie bereits 100 Jahre auf dem Buckel. Sicher ist: 1918 stellte Fabrikbesitzer Ludwig Zeller dem TSV 1896 Freilassing 20.000 Mark Kriegsanleihe zur Verfügung, damit dieser die Jahnturnhalle kaufen konnte. Der Verein erwarb den Hallenteil mit Bühne 1919, nicht jedoch den Eingangstrakt mit Umkleidekabinen und Hausmeisterwohnung, der 1930 eingeweiht wurde.

Fotos von der Baustelle:

Abriss der Jahnturnhalle

Umbau 1928/29

Der Sportverein hörte zu Beginn des letzten Jahrhunderts noch auf den Namen "Turnverein Salzburghofen-Freilassing". 1918 kam trotz Widerstands aus Teilen der Bevölkerung eine Frauenriege hinzu. 1928 bauten die Besitzer die Halle um - sie sollte den damaligen Ansprüchen genügen. Am 1. Oktober 1929 war es dann soweit, 80 Turnerinnen und Turner nahmen die neue Halle in Besitz, die Einweihung der Gesamtanlage wurde am 1. Juni 1930 feierlich begangen.

Fotos vom Hallendach-Einsturz:

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Im Zweiten Weltkrieg erlahmte der Sportbetrieb in der TSV-Turnhalle nahezu. Viele Mitglieder und Funktionäre kehrten nicht mehr in die Heimat zurück. 1945 befand sich der Bau in einem erbärmlichen Zustand, im Juli 1948 stürzte er ein. Doch viel Engagement und Eigenleistung ließ die Halle bald in altem Glanz erstrahlen.

Unzählige gesellschaftliche und sportliche Ereignisse wurden fortan in der Freilassinger Jahnturnhalle abgehalten, war es doch der einzige große Saal der Stadt. Vor allem im Fasching ging es hier stets hoch her. Doch der TSV ermöglichte auch den Schulen die Nutzung des Gebäudes, da ihnen keine eigenen Sportstätten zur Verfügung standen. Das minderte die Schulden des Klubs.

Lange Zeit fanden hier die Weihnachtsfeiern mit Bühnenschauturnen statt, ehe die Halle ab November 1976 ihren Zweck - aufgrund der neuen Sporthalle am Prielweg - nicht mehr erfüllte. Zuletzt diente sie nurmehr als Verkaufshalle und Lager. Am 30. Juni dieses Jahres stürzte ein Großteil des Daches ein, Personen kamen dabei nicht zu schaden. Das angrenzende (blaue) Wohn- und Geschäftshaus wurde unbwohnbar, eine Familie mit vier Kindern musste unvermittelt ausziehen, die Geschäfte und Gewerbebetriebe schließen.

Mittlerweile hatte Bauträger Hermann Scharl Halle und Grundstück gekauft und das Gebäude abreißen lassen. Hier sollen nun neue Wohn- und Geschäftshäuser, womgölich mit einer Tiefgarage, entstehen.

Das Video vom Einsatz der Rettungskräfte:

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Quelle: BGland24.de

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