30 Jahre Hausnotruf

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Ida Königes aus Freilassing

Freilassing -  Das BRK feiert sein 30-jähriges Hausnotrufjubiläum. Anlässliche dessen stellt der BRK einer der ältesten Freilassingerin einen kostenlosen Hausnotruf zur Verfügung.

Seit 1979 bezieht Ida Königes aus Freilassing mittlerweile ihre Mahlzeiten vom BRK-Menüservice „Essen auf Rädern“, den sie damals wegen schlimmer Verdauungsprobleme in Anspruch nahm, da es in ihrer früheren Heimat in Rumänien nur Sauerkraut zum Essen gab. Da die 92-Jährige trotz ihres hohen Alters und einer starken Sehbehinderung weitgehend selbständig lebt, bekommt sie nun auch für mehr Sicherheit in den eigenen vier Wänden einen Hausnotrufanschluss – gratis für zwei Monate, denn das Rote Kreuz feiert in wenigen Tagen das 30-jährige Bestehen von „SOS-fon“. Ein Dienst, den das Rote Kreuz heute mit einer ehrenamtlichen Hintergrundmannschaft der BRK- Bereitschaften und der BRK-Wasserwacht betreibt.

Ida Königes erlebte vor 33 Jahren die ersten Gehversuche des damals noch neuen Rotkreuz-Dienstes „Essen auf Rädern“ mit. „Anfangs waren die wenigen Menüs noch in Plastikbeuteln verpackt“, erinnert sich die 92- Jährige, „jetzt kann man aus 240 Gerichten in Schalen auswählen, die viel einfacher zum heiß machen sind und auch viel schöner aussehen; das Auge isst schließlich mit! Meine Ärztin hat mir die Schonkost damals empfohlen, weil ich schlimme Verdauungsprobleme hatte, die ich damit rasch in den Griff bekam. Die Menüs haben mir sehr gut getan und ich konnte mit den Mahlzeiten beschwerdefrei leben.“

Da sie mittlerweile ein hohes Alter erreicht hat, fast blind ist und mehr Sicherheit zu Hause haben will, hat sie sich entschlossen, ab sofort auch den BRK-Hausnotruf-Dienst „SOS-fon“ in Anspruch zu nehmen, den sie für zwei Monate gratis bekommt, denn das Rote Kreuz feiert in wenigen Tagen 30 Jahre Hausnotrufdienst. Im November 1982 war nach offiziellen Unterlagen des DRK-Generalsekretariats der Kreisverband Starnberg der erste bayerische Kreisverband, der die Dienstleistung Hausnotruf im BRK angeboten hat. Noch heute laufen in der dortigen Hausnotrufzentrale auch die Alarme der rund 530 Geräte aus dem Berchtesgadener Land auf.

Peter Mühlbauer, Fachberater beim Mahlzeitendienst des Roten Kreuzes, Hausnotruf-Sachbearbeiter Eric Wierzchowski und Petra Jeuter, Bereichsleiterin für den ambulanten Pflegedienst und die Tagespflege in Freilassing haben Ida Königes in ihrer Wohnung besucht und sich mit ihr über ihre bewegende Vergangenheit in Rumänien und Russland unterhalten. Sie zeigten sich beeindruckt, wie fit und gesund sie trotz ihres hohen Alters noch ist und wie sie den Alltag allein in ihrer Wohnung meistert. Die rüstige Rentnerin lebt seit 1972 in Freilassing. Sie ist gebürtige Rumänin, wurde in den Wirren des Kommunismus sogar nach Russland verschleppt. Zurück in Rumänien musste sie erleben, wie Haus, Hof, Möbel und ihr gesamtes Vermögen plötzlich weg waren. „Nichts ist uns mehr geblieben und da wollte ich nur noch weg“, erzählt die heute 92-Jährige. Zu essen gab es nur Sauerkraut, was wohl damals schon die Magenprobleme auslöste, die sie später dann noch quälten. Heute fühlt sich die Freilassingerin bis auf ein paar Verschleiß-Erscheinungen recht wohl und sie ist zufrieden. Mit Hilfe von Familienangehörigen und des Roten Kreuzes meistert sie ihren Alltag.

Der BRK-Kreisverband Berchtesgadener Land betreut derzeit rund 530 Hausnotruf-Teilnehmer im gesamten Landkreis, wobei ein Team aus ehrenamtlichen Sanitätern der BRK-Bereitschaften und der BRK- Wasserwacht Bezugspersonen und Angehörige im Abwesenheitsfall vertritt , den BRK-Pflegedienst bei schwereren Hebehilfen unterstützt und im Notfall vor dem Rettungsdienst als Ersthelfer ausrückt. Der Notrufsender wird von den Senioren entweder um den Hals oder am Armgelenk getragen. Nach Betätigung der Notruftaste stellt die Anlage eine Sprechverbindung zur Zentrale in Starnberg her. Dort sind alle Daten des Teilnehmers gespeichert, die im Ernstfall zur schnellen Abarbeitung eines Notrufes notwendig sind. Die Disponenten wissen sofort über bestehende Krankheiten Bescheid und können im Bedarfsfall Bezugspersonen, Angehörige und den Hintergrunddienst in Kenntnis setzen oder den Hausarzt informieren. Bei lebensbedrohlichen Notfällen werden sofort Notarzt und Rettungsdienst alarmiert. Die Wohnungsschlüssel sind beim BRK vor Fremden gesichert und anonymisiert hinterlegt, so dass die Sozialdienst-Mitarbeiter, der Hintergrunddienst oder bei akuten Erkrankungen der Rettungsdienst schnell und ohne vorherige Verständigung von teilweise nicht verfügbaren Kontaktpersonen Hilfe leisten können.

Pressemitteilung BRK

Quelle: BGland24.de

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