Freibad-Filmer: Keine Anklage!

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Das Freilassinger Freibad Brodhausen. Hier hatte ein Mitarbeiter der Stadt heimlich Kinder mit dem Handy gefilmt.

Freilassing - Gegen den Mitarbeiter der Stadt Freilassing, der in den Umkleidekabinen des Freibads Brodhausen heimlich Kinder mit dem Handy gefilmt hatte, wird keine Anklage erhoben.

Laut Medienberichten gab es eine außergerichtliche Einigung. Der freigestellte Mitarbeiter entgeht offenbar aufgrund einer Zahlung - deren Höhe nicht bekannt ist - einem Strafverfahren mit anschließendem Prozess.

Monatelang hatte die Staatsanwaltschaft Traunstein gegen den Stadt-Bediensteten, der bislang nicht mehr an seinen Arbeitsplatz zurückgekehrt ist, ermittelt. Auch in dessen Umfeld.

Disziplinarverfahren läuft noch

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Bis zu einem Jahr Gefängnis droht

Die Sache ist jedoch noch nicht vom Tisch: Ein beamtenrechtliches Disziplinarverfahren läuft noch. Die Stadt Freilassing möchte das Ergebnis abwarten, um dann zu entscheiden, wie es mit dem Mitarbeiter weitergehen soll. Allerdings steht dieser ohnehin kurz vor der Rente.

Staatsanwalt Andreas Miller aus Traunstein versicherte vor zwei Monaten auf Anfrage von BGLand24 den zügigen Abschluss der Ermittlungen - von Einstellung des Verfahrens war zu diesem Zeitpunkt noch keine Rede. Die Anklage sollte laut Paragraph 201 a Strafgesetzbuch erhoben werden: "Verletzung des höchstpersönlichen Lebensbereichs durch Bildaufnahmen". Den Angeklagten hätte im Falle einer Verurteilung ein Straßmaß zwischen einer hohen Geldstrafe und bis zu einem Jahr Gefängnis gedroht.

Der Mitarbeiter der Stadt war dabei ertappt worden, wie er heimlich Kinder, die in den Umkleidekabinen des Freibades spielten, mit dem Handy gefilmt hatte.

Erster Bürgermeister Josef Flatschers größte Sorge galt im Anschluss stets den betroffenen Kindern, Eltern und Familien: "Ich hoffe sehr, dass deren Anonymität gewahrt bleibt. Sie sollen das Erlebte in Ruhe verarbeiten können". Die Unterstützung des Rathauses sei den Geschädigten sicher, so das Stadtoberhaupt.

Flatscher wollte mit Beratungen im Stadtrat Zeichen setzen. "Ich bin froh, dass die Angestellten des Freibades so rasch und richtig handelten", so der Bürgermeister. Flatschers Gremium überlegt, welche Präventionsmöglichkeiten es gibt. Man habe bereits Ausschau nach Vorbildern andernorts gehalten.

Das Stadtoberhaupt musste sich gegen Vorwürfe aus der Öffentlichkeit wehren, er würde die Sache für seinen nächsten Wahlkampf im Jahre 2014 politisch ausschlachten und nützen wollen: "Gegen derart dreiste Unterstellungen gehe ich entschieden vor", so der CSU-Mann.

bit

Quelle: BGland24.de

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