Ludwig Lindner: "Ein stets feiner Mensch"

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Freilassings Altbürgermeister Ludwig Lindner wurde heute am Friedhof Salzburghofen beerdigt.

Freilassing - Altbürgermeister Ludwig Lindner, der am vergangenen Sonntag im Alter von 95 Jahren verstarb, ist heute unter großer Anteilnahme zu Grabe getragen worden.

Die Marienkirche in Freilassing-Salzburghofen füllte sich, zahlreiche Freunde, Verwandte, Bekannte, Würdenträger, Vertreter aus Politik und Sport, begleiteten Ludwig Lindner auf seinem letzten Weg. Erst vor zwei Wochen durfte der Verstorbene seinen 95. Geburtstag im familiären Kreis mit Freunden und Wegbegleitern beim Ledererwirt in Surheim feiern. Kurz danach war er schwer gestürzt und kam ins Landeskrankenhaus Salzburg. Dort wachte Ludwig Lindner nicht mehr auf und entschlief friedlich am Sonntag, den 11. Dezember.

Ludwig Lindner kam am 29. November 1917 in Erbendorf der Oberpfalz als viertes Kind von später sieben Geschwistern zur Welt. 1938 wurde er - nachdem er bereits in der Gemeindeverwaltung Floß beschäftigt war - zum Arbeitsdienst abkommandiert. Sein Einsatz führte ihn dabei nach Polen, Frankreich, nach Afrika und auf den Balkan sowie schließlich in die Tschechoslowakei. 1941 heiratete er seine Erika, die 2008 verstarb.

Die Pfarrer Lucjan Banko, Geistlichem Rat Bernhard Schweiger und Anton Parzinger zelebrierten den feierlichen Trauergottesdienst und sprachen den Kindern Ludwig Lindners Trost zu: Seiner Tochter Inge sowie den drei Söhnen Klaus, Gerd und Hermann. Musikalisch gestaltete der Kirchenchor Saaldorf das Requiem in der Marienkirche. Den Altar rahmten die Fahnen der Verbände und Vereine der Stadt Freilassing ein.

"Beeindruckende geistige Frische"

Landrat Georg Grabner hob die geistige Frische hervor, die er noch vor zwei Wochen bei Ludwig Lindner und dessen Geburtstagsfeier erleben durfte: "Er begrüßte ohne Zettel alle seine Gäste mit Namen, es war eine Freude, sich mit ihm auszutauschen".

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Grabner streifte einige politische Stationen Lindners: Von 1. Juli 1972 bis 30. November 1993 war der Verstorbene Mitglied des Kreistags sowie zahlreicher Kreisausschüsse. Von 1978 bis 1992 bekleidete Lindner das Amt des Stellvertretenden Landrats. "Dreieinhalb Monate war er sogar Landrat", informierte Georg Grabner, nachdem der amtierende Amtsinhaber Andreas Birnbacher 1994 verstorben war. Bis zur Übergabe an Martin Seidl führte Lindner die Geschicke des Berchtesgadener Landes. Davor war er bereits von 1954 bis 1960 im Landratsamt Tirschenreuth beschäfigt, ehe er 1961 als Oberamtmann in die Stadt Freilassing kam - und hier seine neue Heimat fand.

"Ein stets feiner Mensch"

Landrat Georg Grabner bezeichnete Ludwig Lindner in seinem Nachruf als "Kommunalpolitiker mit Berufung und einem außergewöhnlichen Verhandlungsgeschick". Grabner selbst durfte ihn noch eine Periode als Landrat begleiten. "Ein auch kritischer, aber dabei stets feiner Mensch", so Grabner, der sich gerne an den 40. Geburtstag des Landkreises Berchtesgadener Land im Juni dieses Jahres erinnerte: "Der Ludwig war der Glanzpunkt unserer Feierlichkeiten".

Bereits zuvor war Lindner mit der höchsten Auszeichnung des Landkreises und der Stadt Freilassing, mit dem Goldenen Ehrenring, ausgezeichnet worden. Auch das Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland hatte Lindner erhalten.

Zwischen 1966 und 1980 hatte Ludwig Lindner das Freilassinger Bürgermeisteramt inne und kümmerte sich um unzählige Projekte, die der aktuelle Rathauschef Josef Flatscher anriss - "denn alles kann man bei ihm gar nicht aufzählen, das würde den Rahmen sprengen": Krankenhaus, Friedhof, Schulen, Altenheim, Kläranlage, Straßen und vieles mehr. "Ich kann mich noch gut daran erinnern, als aus der staubigen sandigen Münchner Straße eine saubere Asphaltstraße wurde", so Flatscher in seinem auch sehr persönlichen Nachruf.

"Wie ein guter alter Wein"

"Wir vermissen unseren Ludwig schon jetzt", so Flatscher. "Mit ihm verlieren wir einen herzlichen, liebenswürdigen älteren Herrn, der stets mit seinem freundlichen Charme begeisterte". Wein-Liebhaber Josef Flatscher verglich einen seiner Amtsvorgänger mit einem guten alten Tropfen: "Gut gereift, ein feines Aroma, ein edles Bouquet - eben ein ganz spezieller Jahrgang".

Georg Fiegler, Sprecher der Vereine, hatte dem Verstorbenen an dessen 95. Geburtstag die Ehrenmitgliedschaft im Krieger- und Reservistenverein verliehen: "Ludwig Lindner war ein Vorbild in Sachen Kameradschaft und Vereinstreue".

Ludwig Lindner wurde zur Mittagsstunde auf dem Friedhof der Marienkirche in Freilassing-Salzburghofen beigesetzt. Am Grab spielte die Stadtkapelle Freilassing unter der Leitung von Wolfgang Kellner. Böller-Salutschüsse zum Lied vom guten Kameraden begleiteten den Abschied eines "feinen Menschen".

bit

Quelle: BGland24.de

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