FW: Besuch im Speicherkraftwerk

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Freilassing - Abgeordnete und Kandidaten der Freien Wähler haben sich über das Bauvorhaben von Max Aicher am Predigtstuhl informiert.

Die energiepolitischen Maßnahmen der Bundesregierung erfordern ein Umdenken. Das gilt besonders in Bayern, wo man bisher den Hauptanteil der Stromversorgung mittels Kernkraft sichern konnte. Gedanken machen sich deshalb auch viele Unternehmen wie die Freilassinger Max Aicher Unternehmensgruppe, einer der größten privaten Stromverbraucher im Süden Deutschlands.

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Um Abhilfe zu schaffen, will Aicher ein Pumpenspeicherkraftwerk bauen. Die Freien Wähler informierten sich vor Ort über die Planungen. Die Energie der Zukunft soll Ressourcen schonen, das Klima schützen und die Risiken der Erzeugung minimieren. Mit dem Aus der Kernkraft werden Wind- und Sonnenenergie an Bedeutung gewinnen. Ein Pumpspeicherkraftwerk könnte bei Stromerzeugung auftretende Schwankungen regulieren. „Das Verfahren ist die einzige weltweit großtechnisch einsetzbare Stromspeichertechnologie,“ so Firmenchef Max Aicher, der vorab die Glückwünsche zu seinem Geburtstag entgegennehmen konnte.

Der bekannte Unternehmer kennt die politischen Abläufe sehr genau, schließlich ist er Gründungsmitglied der Freien Wähler Freilassing und war 18 Jahre im Stadtrat aktiv. Grund und Boden für sein Projekt am Poschberg hat sich der Unternehmer bereits gesichert. Die Höhendifferenz eigne sich besonders für das Bauvorhaben, das Projektgebiet liege außerhalb von Siedlungsflächen, so dass das Unter- und das Oberbecken vom Tal aus nicht einsehbar sind. Auch vom touristisch erschlossenen Gebiet des Predigtstuhls aus habe man keine Möglichkeit der Einsicht auf das Gelände und die Anlage, die sowohl Strom erzeugen als auch speichern kann. Ein Pumpspeicherkraftwerk kann bei einem Überschuss an elektrischer Energie als auch bei Bedarf an Strom zum Einsatz kommen, weil es mit unterschiedlichen Funktionen ausgestattet ist. Besteht Strombedarf, fließt das Wasser von dem so genannten Oberbecken in das Unterbecken hinab, wobei das Wasser eine Turbine antreibt. Bei einem Überschuss elektrischer Leistung im Stromnetz wird das Wasser, das sich in dem Unterbecken angesammelt hat, durch Rohrleitungen zurück in das Oberbecken gepumpt.

Die Lage der geplanten Maßnahme sei unter verschiedenen Gesichtspunkten ideal, so der Chef der Max Aicher Unternehmensgruppe. Das gelte vor allem hinsichtlich der topographischen und geologischen Gegebenheiten. Durch den Standort werden benötigte Flächen nur in geringem Maße in Anspruch genommen,“ so Aicher. So könne für das Unterbecken ein Steinbruch, der sich auf dem Gelände befindet, genutzt werden. In Natur und Landschaft würde nur in geringem Umfang eingegriffen. „Die zwei Seen, die auf verschiedenen Ebenen am Poschberg entstehen, sollen mit  Trinkwasser gefüllt werden,“ so Aicher.

Ein Heilwasserschutzgebiet grenze an das Projekt an. Auf etwa 500 Millionen Euro dürfte sich die Bausumme nach Expertenschätzung belaufen. Die Energieableitung soll die ersten 11 Kilometer unterirdisch, dann mittels einer Hochspannungsleitung entlang von Saalach und Salzach bis nach Pirach erfolgen. In diesem Monat sollen die Raumordnungsverfahren für die Anlage und auch für die Hochspannungsleitung eingeleitet werden. Zuerst gehe es um die Korridorfindung. Der Naturschutz ist den Kritikern des Projekts im Zuge der Planungen ein Hauptanliegen. Kritisch gesehen wurde neben der Bebauung der hochsensiblen Landschaft vor allem die geplante Hochspannungsleitung und der Abtransport des Materialaufkommens im Zusammenhang der Aushubarbeiten. Hubert Aiwanger, Bundesvorsitzender der Freien Wähler, macht sich deshalb für eine offene Informationspolitik, die niemanden im Unklaren lasse, stark.

Landtagskandidat Michael Koller aus Berchtesgaden sieht den Nutzen des Projekts vor allem hinsichtlich der Schaffung neuer Arbeitsplätze und der Stromversorgung für den gesamten Landkreis. „30 Dauerarbeitsplätze könnten entstehen“, so Koller. „Der produzierte Strom werde für den gesamten Landkreis ausreichen.“ Auch das gewerbesteuerliche Aufkommen sei nicht außer Acht zu lassen. Die Wahrnehmung des Ortstermins trug zum Verständnis und zur Klärung grundsätzlicher Fragen bei. So werde der abgebaute Dolomit für die Lechstahlwerke verwendet, so Aicher. 100.000 Tonnen des Karbongesteins würden dort jährlich verarbeitet. Zum Abtransport soll ein 11 Kilometer langes unterirdisches Förderband, das bis nach Piding reicht, installiert werden. Die Freilassinger Max Aicher Unternehmensgruppe beschäftigt weltweit über 3000 Mitarbeiter. Das jährliche Umsatzvolumen beträgt weit über eine Milliarde Euro. Durch das Sammeln von Metallabfällen in mehreren europäischen Staaten wurde Max Aicher Bayerns größtes Recyclingunternehmen.

Pressemitteilung Freie Wähler

Quelle: BGland24.de

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