Viele Aktivitäten beim Bund Naturschutz

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Kreisvorstandsmitglied Dr. Wolfgang Guglhör präsentiert das Plakat der Olympiagegner.

Freilassing -  Der Bund Naturschutz engagierte sich im vergangenen Jahr wieder in vielen Bereichen. Auch für die zukünftige Zeit will man nicht locker lassen:

Von Artenschutz bis zur Beteiligung an Behördenverfahren, von Energieberatung bis zu Planungen im öffentlichen Nahverkehr, vom Schutz gegen Fluglärm bis zum Eintreten gegen Großprojekte. In seiner Rückschau umriss 1. Vorsitzender Michael Behringer die umfangreiche Palette an Aktivitäten und Aktionen.

„Obwohl es in der Natur der Sache liegt und zu unseren Aufgaben gehört, dass wir öffentliche Planungen und Projekte immer wieder auch kritisch begleiten, betrachten wir uns als parteipolitisch unabhängig und neutral“, betonte Michael Behringer. Dies sei wohl auch einer der Gründe, warum die Ortsgruppe auf zwischenzeitlich 370 Mitglieder zählen könne.

Eines dieser Mitglieder, den 2. Vorsitzenden der Ortsgruppe und langjährigen Kreisvorsitzenden Erich Prechtl, mochte Behringer dann besonders hervorheben: „Lieber Erich, du bist von Umweltminister Marcel Huber mit der Bayerischen Staatsmedaille für besondere Verdienste um die Umwelt ausgezeichnet worden, dazu dürfen wir dir sehr herzlich gratulieren. Es ist schon etwas Besonderes, dass ein Umweltschützer solchermaßen geehrt wird, und wenn es sich einer verdient hat, dann bist es du.“

In seinem Jahresrückblick unternahm Michael Behringer anschließend einen Streifzug durch die vielfältigen Aktivitäten der Naturschützer. So versuche die Ortsgruppe mit Veranstaltungen und Beratungsangeboten ihren Beitrag zur Energiewende zu leisten. „Wir haben immer einige Objekte zur Verfügung, an denen wir beispielsweise Bauwerbern den effizienten Einsatz erneuerbarer Energien darstellen können.“ Kinder und Jugendliche zu erreichen und mit dem Naturschutzgedanken vertraut zu machen, nannte Michael Behringer als weiteres wichtiges Anliegen. Dabei werde versucht, möglichst eng mit den Schulen zusammen zu arbeiten und beispielsweise Führungen durchs Ainringer Moor anzubieten. „Lebendigen Heimatkundeunterricht“ durften Salzburghöfler Grundschüler erleben, als sie zusammen mit Biobauer Hias Kreuzeder Kartoffeln setzten, im Herbst ernteten und gemeinsam verspeisten. „Sieben große Töpfe haben wir gekocht – und grad g’schmeckt hat’s“, wußte Heidi Jersch zu berichten und der „Hias“ überreichte als Erntegabe eine 770 Gramm schwere Riesenkartoffel an Michael Behringer.

Als Träger öffentlicher Belange müsse der BN bei Behördenverfahren, insbesondere bei Bauleitplanungen, angehört werden, erinnerte Michael Behringer. „Für uns ist das ein enormer Arbeitsaufwand, aber wir machen es gerne, weil wir unsere Anregungen einbringen können und damit unserer ureigenen Aufgabe gerecht werden, nämlich dem Schutz und dem Erhalt von Lebensräumen.“ Von Anfang an eingebunden sei man auch in die Planungen bezüglich des dritten Gleises zwischen Staatsbrücke und Bahnhof Freilassing gewesen. Die Bahn habe sich dabei sehr kooperativ verhalten und alle für den Naturschutz relevanten Sachverhalte in ihrer Planung berücksichtigt. „Ein „optisches Problem“ haben wir allerdings mit der vorgesehenen Lärmschutzwand, weil sie die Stadt zweiteilen würde. Behringer schlug stattdessen ein 75 Zentimeter hohe Garbonen-Mauer entlang der Gleise vor und zusätzlich eine Lärmdämmung des Schienenbettes mittels Matten. Wegen des Einspruchs von Max Aicher, aber auch aus den Erkenntnissen des Juni-Hochwassers könne es nach Behringers Einschätzung zu einer Neuaufrollung des gesamten Verfahrens kommen.

Lobend hob Michael Behringer die Entwicklung am Hammerauer Bahnhof hervor, nachdem die Gemeinde das Areal gekauft habe. Wegen der Nähe zur B 20 könne hier ein gut vernetztes park- und ride-Gelände entstehen. Der Umstieg auf die Schiene sei ein vorrangiges Anliegen, „weil ohne Verkehrswende wird es auch keine Energiewende geben“. Zum Dauerthema „Fluglärmbelästigung“ bat Behringer um Unterstützung der derzeit laufenden Unterschriftenaktion. „Der fast 50 Jahre alte Staatsvertrag muss endlich gekündigt werden, um Bewegung in die Angelegenheit zu bringen“. Bettina Oestreich-Grau vom Fluglärm-Schutzverband kritisierte, dass Verkehrsminister Ramsauer bisher keines seiner gegebenen Versprechen gehalten habe. „Wir fliegen zum Schifahren“, unter diesem Motto verspreche der neue Winterflugplan eine weitere Zunahme der Flugbewegungen, merkte Bettina Oestreich sarkastisch an. Ebenfalls unterstützen will die Ortgruppe das Bürgerbegehren gegen den geplanten Globus-Baumarkt, „weil hier auf Kosten der Freilassinger Innenstadt ein gigantischer Verdrängungs-Wettbewerb stattfindet“. Zudem seien die Flächen ursprünglich für produzierendes Gewerbe und nicht als Verkaufsflächen vorgesehen gewesen, rief Michael Behringer in Erinnerung.

„Gegen Olympische Spiele im Berchtesgadener Land sind wir nicht nur aus Sicht des Naturschutzes, sondern auch aus gewichtigen anderen Gründen“, leitete Behringer zu einem weiteren Thema über und beschrieb Problemfelder, wie Verkehrsbewältigung, jahrelange Großbaustellen, aufwändige Sicherheitskonzepte, wirtschaftliche Risiken und rechtlose Zustände durch sittenwidrige IOC-Knebelverträge. „17 Tage Olympisches Spektakel kostet genau so viel, wie der berühmte neue Berliner Flughafen.“

Im weiteren Verlauf der Versammlung stellte Dr. Johannes Augustin vom Naturschutzbund Salzburg eine neue Studie zum naturnahen Ausbau der Salzach im Freilassinger Becken vor.

Norbert Höhn

Quelle: BGland24.de

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