Brüder-Duo an der BRK-Spitze

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Stefan Fuchs (links) bleibt für weitere vier Jahre Leiter der BRK-Bereitschaft Freilassing. Als neuer Stellvertreter steht ihm zukünftig sein jüngerer Bruder Michael (rechts) zur Seite, der Florian Löw ablöst

Freilassing - Stefan Fuchs bleibt Beretschaftsleiter. Sein Bruder Michael wird Stellvertreter. Außerdem blickte man bei der Jahreshauptversammlung auf ein einsatzreiches Jahr 2012.

Stefan Fuchs bleibt für weitere vier Jahre Leiter der BRK-Bereitschaft der Stadt Freilassing. Als neuer Stellvertreter steht ihm zukünftig sein jüngerer Bruder Michael zur Seite, der Florian Löw ablöst. Löw hatte sich sieben Jahre lang als Bereitschaftsleiter und zwei Jahre als Stellvertreter intensiv für das Rote Kreuz in Freilassing eingesetzt und stand aus beruflichen und privaten Gründen nicht mehr zur Wiederwahl.

Bei ihrer Jahreshauptversammlung im Gasthaus Rieschen blickten die ehrenamtlichen Rotkreuz-Sanitäter auf ein durchschnittliches, aber dennoch arbeitsreiches Einsatzjahr zurück, berichteten mit beeindruckenden Zahlen über ihre Aufgaben und freuten sich über bedeutende Nachrichten: Die rund ein Jahrzehnt lang erkämpfte Helfergleichstellung wird 2013 endlich Wirklichkeit und in wenigen Wochen bekommen sie vom Freistaat Bayern ihren neuen Gerätewagen Sanität, der den über 23 Jahre alten Arzttruppwagen in den Ruhestand verabschiedet.

Michael Fuchs löst Florian Löw als Vize-Chef ab

Die Neuwahlen fanden bereits im Vorfeld der Jahreshauptversammlung statt, wobei Bereitschaftsleiter Stefan Fuchs einstimmig mit nur einer Enthaltung für weitere vier Jahre im Amt bestätigt wurde. Bereits 2012 gab Florian Löw nach sieben Jahren als Bereitschaftsleiter und weiteren zwei Jahren als Stellvertreter sein Amt an Michael Fuchs ab, der nun offiziell gewählt wurde und zum ersten Mal bei einer Jahreshauptversammlung die Blutspender sowie die Vertreter der Gemeinden und Einsatzorganisationen im Gasthaus Rieschen begrüßen durfte.

Zusätzlich wurde Christian Koller wieder als Leiter der Schnell-Einsatz-Gruppe (SEG) und Lorenz Hartmann als sein neuer Stellvertreter gewählt. Till Schöndorfer hatte 2012 kommissarisch das noch nicht besetzte Amt des stellvertretenden SEG-Leiters übernommen und stand Koller tatkräftig zur Seite. Melanie König kümmert sich als neuer Gerätewart speziell um die Kleiderkammer und hatte 2012 jede Menge Arbeit, da nahezu die komplette Mannschaft mit neuer leuchtroter Einsatzkleidung ausgestattet wurde, die den aktuellen Unfallverhütungsvorschriften entspricht.

BRK-Breitschaft bekommt neue Führungsspitze

Retterfreistellung und neuer Gerätewagen Sanität

Für die ehrenamtlichen Einsatzkräfte gab es bei ihrer Jahreshauptversammlung gleich mehrfachen Anlass zur Freude: BRK-Kreisbereitschaftsleiter Andreas Rautter, der zugleich hauptamtlicher Leiter der Freilassinger Rettungswache ist, konnte in seinem Grußwort gute Nachrichten überbringen, denn in wenigen Wochen bekommt die BRK-Bereitschaft Stadt Freilassing vom Freistaat Bayern ihren neuen Gerätewagen Sanität, der den über 23 Jahre alten Arzttruppwagen ablösen und mit an der großen Katastrophenschutz-Übung Taranis 2013 im Land Salzburg teilnehmen soll.

„Mit dem Fahrzeug wird auch die Ausbildung von acht zusätzlichen ehrenamtlichen Rettungssanitätern finanziert“, freute sich Rautter, der auch berichtete, dass der aktuelle Alarmplan der BRK-Bereitschaften derzeit zusammen mit der Leitstelle Traunstein angepasst wird, „damit die SEG´n künftig besser, schneller und zuverlässiger alarmiert werden können.“ 2013 wird im Rahmen von Qualitätsverbesserungen auch die zu enge Freilassinger Rettungswache umgebaut und um einen Anbau erweitert. Nach jahrelangem Kampf für ihre Interessen werden die freiwilligen Helfer in den bayerischen Hilfsorganisationen künftig im Einsatzfall besser gestellt.

Der Innenausschuss des Bayerischen Landtags hat am 20. Februar einer entsprechenden Initiative der CSU-Landtagsfraktion zugestimmt. Damit sollen ehrenamtliche Einsatzkräfte im Rettungsdienst künftig einen gesetzlichen Freistellungs- und Lohnfortzahlungsanspruch oder einen Anspruch auf Ersatz ihres Verdienstausfalls erhalten, auch wenn kein Katastrophenfall vorliegt. Die so genannte Retterfreistellung gilt auch für volljährige Schüler und Studenten, die für die Zeit des Rettungsdiensteinsatzes grundsätzlich vom Unterricht und von Ausbildungsveranstaltungen befreit werden. Das Vorhaben soll noch in dieser Legislaturperiode umgesetzt werden. „Das kommt unserer Alarm- und Ausrücksicherheit sehr zu Gute“, freute sich Rautter.

Zwölf SEG-Einsätze und 27 Sanitätsdienste

Die SEG der BRK-Bereitschaft musste 2012 zu zwölf Einsätzen ausrücken, darunter der Lkw-Brand auf der B20 bei Feldkirchen und der Einsturz der ehemaligen Jahnturnhalle in Freilassing – sie war damit nahezu genauso oft gefordert wie im Vorjahr. Bei 27 Sanitätsdiensten – auch überregional wie bei der Biathlon-WM in Ruhpolding – standen die Ehrenamtlichen bei Veranstaltungen zur Sicherheit von Teilnehmern und Gästen bereit, wobei sie insgesamt 76 Patienten versorgen mussten. „Von der Wickelhilfe im Rettungswagen über kleine Schnittwunden bis zum Herzinfarkt oder schwerst Verletzten bei einer Motorsportveranstaltung war alles geboten.

Wir konnten auch immer wieder andere Bereitschaften unterstützen, die nicht so viele aktive Helfer haben“, freute sich Fuchs, der betonte, dass diese Arbeit nicht mit den Krankenkassen abgerechnet werden kann und aus eigenen Einnahmen und Spenden der Bereitschaft finanziert werden muss. Zusätzlich war die Bereitschaft bei 34 sonstigen Veranstaltungen gefordert, unter anderem zur Öffentlichkeitsarbeit mi ihrem Infostand, beim Losverkauf mit dem Glückshafen, bei einer Rollstuhlaktion für Südafrika, beim Salzburger Rotkreuz-Ball, beim Kirchweihmarkt, beim Christkindlmarkt, bei einer Grillfeier oder bei der Weihnachtsfeier.

Ehrenamtliche Stunden im Rettungsdienst fast halbiert

Wie viel Arbeit oft nur von ganz wenigen Helfern geleistet wird, zeigt eine aktuelle Entwicklung an der Rettungswache Freilassing und am Stellplatz in Laufen: Die ehrenamtlich erbrachten Dienste der BRK-Bereitschaft Freilassing im Rettungsdienst und Krankentransport haben sich mit einem Tiefststand in 2012 von 233 Schichten und 2.797 Stunden innerhalb eines Jahres fast halbiert, was daran liegt, dass gleich sieben zuvor sehr aktive Leute weggefallen sind, da sie unter anderem hauptamtlich wurden.

Wachleiter Andreas Rautter und Bereitschaftsleiter Stefan Fuchs sind dennoch optimistisch und gehen von einem vorrübergehenden Effekt aus, da aktuell elf ehrenamtliche Jung-Rettungsdienstler der Bereitschaft in Ausbildung sind und bald schon selbständig fahren dürfen. Sie haben 2012 als Dritte in 81 Schichten auf Kranken- Rettungs- und Notarztwagen 970 Praktikumsstunden absolviert. „Wir profitieren von diesen praktischen Erfahrungen am Patienten auch sehr bei unserer Arbeit im Sanitätsdienst und Katastrophenschutz“, erklärte Fuchs.

Starke und gut ausgebildete Jugend

Vor allem für den Nachwuchs ist in Freilassing jede Menge geboten: Jugendwart Christian Koller und sein Team der Bereitschafsjugend leisten ganze Arbeit, denn von 2010 bis 2012 ist die Zahl der aktiven Bereitschaftsmitglieder von 33 auf 45 gestiegen. 2012 wechselten erneut zwei ausgebildete Jungmitglieder in den aktiven Dienst. Die Gesamtmitgliederzahl der BRK-Bereitschaft stieg von 66 auf 71 an; über 63 Prozent davon sind aktive Helfer. Zur Jugendgruppe gehören aktuell 15 Mädchen und Buben im Alter zwischen sechs und 17 Jahren, die engagiert die Ausbildungen besuchen und bereits bei vielen Sanitätsdiensten an der Seite erfahrener Helfer erste praktische Erfahrungen sammeln konnten. Im Oktober 2012 wurde eine zweite Gruppe für die Sechs- bis Zehnjährigen gegründet.

Bei 44 Dienstabenden und in über 70 Unterrichtsstunden lernte der Rotkreuz-Nachwuchs 2012 die wichtigsten Grundlagen aus der Ersten Hilfe, der Notfallmedizin und des Katastrophenschutzes und übte mit Material und Fahrzeugen der BRK-Bereitschaft. Auch der Spaß kam nicht zu kurz, denn Koller und sein Team hatten Ausflüge zum ÖRK oder zum Traunsteiner Rettungshubschrauber organisiert, mit den Jugendlichen Pizza gebacken und einen DVD-Abend und eine Weihnachtsfeier veranstaltet. Ein geplantes Camp am Höllerer See in Oberösterreich fiel wettertechnisch ins Wasser und musste kurzerhand mit Feldküchen-Verpflegung ins Rotkreuz-Haus verlegt werden, was der guten Stimmung keinen Abbruch tat.

„Die Jugendlichen wurden während des Wochenendes immer wieder mit spannenden Fallbeispielen konfrontiert und mussten geschminkte Verletzte versorgen“, berichtete Koller. Zusammen mit der Feuerwehr Saaldorf fand ein 24-Stunden-Berufsfeuerwehrtag statt (wir berichteten) und beim Ferienprogramm der Stadt Freilassing stellte die Bereitschaftsjugend den 30 Kindern im Alter von sechs bis 14 Jahren ihre Arbeit vor (wir berichteten). Bei Sanitätsdiensten und an Informationsständen leisteten die Jugendlichen 2012 85 ehrenamtliche Stunden.

Wer aufhört, besser zu sein, hat aufgehört, gut zu sein

 „Arbeit hatten wir trotz des ruhigeren Einsatzjahrs genug, auch Personal steht uns momentan noch für unsere Tätigkeiten zur Verfügung“, erklärte Fuchs. Die aktiven Einsatzkräfte der BRK-Bereitschaft Stadt Freilassing sind vor allem wegen ihrer teilweise sehr intensiven Rettungsdienst-Erfahrung qualitativ hochwertig und sehr umfangreich ausgebildet, sind geschult in Notfallmedizin, Betreuungsdienst und Funk- und Fernmeldetechnik.

„Wer aufhört, besser zu sein, hat aufgehört, gut zu sein“, meinte Fuchs, der das Versprechen seiner Bereitschaft erneuerte, auch im kommenden Einsatzjahr das Beste zu geben, um der Bevölkerung in der Region in gewohnter Weise helfen zu können. Um den hohen Ausbildungsstand zu erhalten, organisierte die Bereitschaft 2012 28 Übungen und Dienstabende, darunter auch Pflichttermine. Höhepunkt war ein von Till Schöndorfer und mehreren Ausbildern organisierter großer Übungs- und Fortbildungstag, bei dem die ehrenamtlichen Sanitäter in Zusammenarbeit mit den Nachbarbereitschaften und anderen Organisationen und Einheiten den ganzen Tag über realistisch nachgestellte Einsatzszenarien abarbeiten mussten (wir berichteten).

Fuchs gratulierte Melanie König, Julia Seeor und Marianne Pichler, die 2012 an zehn Wochenenden nach Wolfratshausen gefahren sind, um ihre Rettungsdiensthelfer-Ausbildung zu absolvieren. Stefanie Kitzberger, Simon Pawelka und Lorenz Hartmann legten erfolgreich die Prüfung zum Rettungssanitäter ab, wobei Lorenz Hartmann nun weiter die Ausbildung zum Rettungsassistenten durchläuft. Aktuell gehören damit zur Bereitschaft zwei Ärzte, acht Rettungsassistenten, 14 Rettungssanitäter, sieben Rettungsdiensthelfer, zwei Sanitätshelfer und acht Ersthelfer. Zur Weiterbildung der Ersthelfer startete am Sonntag in Freilassing unter der Regie der eigenen Ausbilder ein neuer Sanitätskurs mit Teilnehmern der BRK-Wasserwacht und der BRK-Bereitschaften Freilassing und Berchtesgaden.

Nach Jahrzehnten intensiver Breitenausbildung schult die BRK-Bereitschaft Freilassing seit 2012 selbst keine Ersthelfer mehr, da die Erste-Hilfe-Kurse für den Führerschein vom BRK-Kreisverband nur noch zentraler gebündelt in den BRK-Häusern in Mitterfelden, Bad Reichenhall und Berchtesgaden angeboten werden.

Nur 4,4 Prozent der Freilassinger spenden ihr Blut

 Beim Roten Kreuz muss nicht jeder Sanitäter werden: Für die weniger spektakuläre, aber ebenso wichtige Sozialarbeit sucht die BRK-Bereitschaft laufend zusätzliche Freiwillige, die das bestehende Team aus 16 Helfern unterstützen wollen, das im vergangenen Jahr fast 900 Stunden ehrenamtlich gearbeitet hat. Allein 741 Stunden wurden bei der Betreuung der zwölf Blutspende-Termine in Freilassing, Saaldorf und Surheim geleistet.

Fuchs bedauerte, dass die Spendenbereitschaft im Vergleich zum Vorjahr in Freilassing um 9,6 Prozent und in Saaldorf und Surheim um 2,7 Prozent gesunken ist. Nur 4,4 Prozent der Freilassinger Bürger spenden Blut, dem gegenüber stehen 8,3 Prozent der Saaldorfer und Surheimer. „Wir beobachten hier ein starkes Land-Stadt-Gefälle, wobei Freilassing an vorletzter Stelle im Landkreis liegt. Die Saaldorfer und Surheimer sind dagegen die drittfleißigsten Blutspender“, berichtete Fuchs. Im September fand zusätzlich ein von den BRK-Bereitschaften organisierter Behinderten-Ausflug nach Lofer statt, an dem die Helfer des Sozialdienst-Teams als Fahrer und Betreuer für zehn Gehbehinderte teilnahmen.

Langjährige Blutspender und verdiente Ehrenamtliche ausgezeichnet

 Kreisbereitschaftsleiter Andreas Rautter zeichnete Bereitschaftsleiter Stefan Fuchs, seinen Bruder Bernhard (beide 15 Jahre), Maximilian Lederer und seinen Bruder Johann Sebastian junior (verhindert, beide fünf Jahre), Jugendwart Christian Koller (fünf Jahre, zuvor ÖRK), Dominik Eder (u. a. Einsatzleiter Rettungsdienst, fünf Jahre) und Florian Kogoj (fünf Jahre) für langjährige aktive Mitgliedschaft in der BRK-Bereitschaft Stadt Freilassing aus. Die Lederer-Brüder engagieren sich in der Sozialarbeit der Bereitschaft und kümmern sich vor allem um die Vorbereitung der Blutspende-Termine.

Aktuelle statistische Erhebungen zeigen, dass zwischen 60 und 80 Prozent der Bevölkerung mindestens einmal im Leben selbst von einer Blutkonserve oder einem daraus hergestellten Produkt profitieren. Kreisbereitschaftsleiter Andreas Rautter und der zweite Bürgermeister von Saaldorf-Surheim, Franz Singhartinger konnten zusammen mit Bereitschaftsleiter Stefan Fuchs bei der Jahreshauptversammlung zwei Frauen und zwei Männer für über viele Jahre hinweg ehrenamtlich geleistete Blutspenden auszeichnen: Herbert Fuchs (Vater von Stefan, 75 Blutspenden), Renate Heinz, Helga Huber und Josef Prechtl (alle 50 Spenden).

Da Blutspenden unentgeltlich erfolgt, bekommt im Notfall jeder eine Konserve, der sie braucht und nicht nur diejenigen, die sie sich leisten können. „Mit ihrer unentgeltlichen Blutspende unterstützen sie das ethisch-moralische Ideal, dass Blut als menschliches Organ nicht zur Handelsware degradiert wird!“, lobte Rautter.

Viel Lob für ehrenamtliche Arbeit

Der zweite Bürgermeister von Saaldorf-Surheim, Franz Singhartinger, BRK-Kreisbereitschaftsleiter Andreas Rautter und Freilassings zweiter Feuerwehrkommandant Rochus Häuslmann dankten den Ehrenamtlichen der BRK-Bereitschaft für ihren gemeinnützigen Dienst und die gute Zusammenarbeit bei Einsätzen, Sanitätsdiensten, Blutspendeterminen und Übungen. „Die BRK-Bereitschaft ist auch ein Aushängeschild für unseren Rettungsdienst, da wir einen so großen Teil ehrenamtlich leisten können!“, lobte Rautter.

Pressemitteilung Bayerisches Rotes Kreuz, Kreisverband Berchtesgadener Land

Quelle: BGland24.de

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