Nach Brief von Freilassinger Bürgermeister

So reagiert der Salzburger Flughafen 

Freilassing - Das Versprechen auf Entlastung vom Flugverkehr vom Flughafen Salzburg spüren die Bürger Freilassings nicht. Am Donnerstaf wandte sich Bürgermeister Flatscher an Verkehrsminister Scheuer, jetzt reagiert der Flughafen Salzburg.

Update, 14.30 Uhr - Pressemeldung Salzburger Flughafen

Wir nehmen Beschwerden, Anliegen und Verhandlungen mit unseren Nachbarn, egal ob diese in Österreich oder im benachbarten Bayern leben sehr ernst. Von Achselzucken oder Gleichgültigkeit kann an dieser Stelle und bei diesem sensiblen Thema keine Rede sein! Diesen subjektiven Eindruck eines einzelnen Journalisten können wir so nicht teilen. 


Ganz im Gegenteil! Bei der Pressekonferenz wurde vom Aufsichtsratsvorsitzenden und der Geschäftsführerin des Salzburger Flughafens bestätigt, dass das Verhältnis zwischen Salzburg und den benachbarten Gemeinden ein sehr gutes ist, die Gesprächsbasis in den letzten Monaten deutlich verbessert wurde und lediglich darauf verwiesen, dass die Gespräche zwischen den deutschen und österreichischen Behörden andauern. Auch der Flughafen Salzburg oder das Land Salzburg ist in dieser Causa nur „Trittbrettfahrer“ und nicht Verhandlungspartner und sind auf die Ergebnisse der bilateralen Gespräche angewiesen.

An dieser Stelle ist auch ganz klar festzustellen, dass der Flughafen nicht die Lande- oder Startrichtung der Flugzeuge beeinflussen kann, darf oder will. In der Luftfahrt gilt nach wie vor der oberste Grundsatz „Sicherheit an oberster Stelle“. Ohne Ausnahme liegt die Letztentscheidung über die Führung, Landung und den Start des Flugzeuges beim Piloten im Cockpit! 


Über Entlastungs- und Änderungsmöglichkeiten werden im Bügerinnenbeirat und auch in der deutsch österreichischen Fluglärmkommission beraten und berichtet. Speziell in der FLK sitzen neben den bayrischen Gemeinden und den bayrischen und österreichischen Behörden auch der Schutzverband Rupertiwinkel, die österreichische Flugsicherung, die deutsche Flugsicherung und der Flughafen zusammen.

Zum Thema Winterflugverkehr können wir die Zahl von 300 Flugbewegungen nicht nachvollziehen, denn auch mit Einbeziehung sämtlicher General Aviation Flugbewegungen wurde die Anzahl von 260 Bewegungen nicht überschritten. 

Es ist richtig, dass an vereinzelten Samstagen im Winter der stärkere Flugverkehr mit maximal 122 kommerziellen Landungen (etwa 250 Bewegungen) in dieser Saison zu tragen kommt und die Airlines Wintersportgäste für Salzburg und Bayern bringen. Diese Wintersamstage sind allerdings keine neue Erfindung sondern schon lange Jahre Standardverkehr auf dem EuRegio Airport Salzburg (z.B.: ein Samstag aus der Vergangenheit: 13. Januar 2007 waren dies 130 Landungen kommerzieller Fluggesellschaften). Als Flughafen können wir die Bettenwechseltage - die übrigens auch in Bayern üblicherweise am Samstag mit sieben Tages- und 14 Tages Urlaubern stattfinden – nur vereinzelt beeinflussen. 

Das ist über die letzten Jahre sehr gut gelungen und viele Landungen konnten so auch bereits unter die Woche gezogen werden, um die Wochenenden zu entlasten. Wir verstehen die Wünsche und Anliegen der bayrischen Seite und werden diese auch auf keinen Fall ignorieren! Es wäre allerdings unehrlich wenn wir versprechen würde, dass wir den Wintersamstagsverkehr in Salzburg wegbekommen – das wird sich auch in naher Zukunft nicht realisieren lassen. Nach wie vor urlaubt der größte Anteil der Wintergäste in dieser Jahreszeit.

Pressemeldung Flughafen Salzburg

Erstmeldung - Offener Brief von Freilassinger Bürgermeister Flatscher

"Sehr geehrter Herr Minister Scheuer

es wird uns immer wieder versprochen, dass wir bayerischen Gemeinden vom Flugverkehr entlastet werden (sollen) - allein mir, dem Freilassinger Stadtrat und den Bürgerinnen und Bürgern sowie den Nachbargemeinden fehlt der Glaube! 

Eine Verbesserung unserer Bevölkerung ist bisher so gut wie nicht festzustellen. Möglichkeiten zur Entlastung wurden von der Austro Control erarbeitet und liegen vor, werden aber kaum umgesetzt. Hier müssen endlich einmal die Verkehrsministerien auf deutscher und österreichischer Seite klare Vorgaben machen. Aber auch Stadt und Land Salzburg als Eigentümer des Flughafens müssen sich bewegen und nicht nur ihre Interessen vorne anstellen

Wie ,,ernst" eine Entlastung der Bevölkerung von Seiten des Flughafens genommen wird, war auf der gestrigen Pressekonferenz am 23. Januar zu entnehmen. Von Ihnen war ein Achselzucken zu vernehmen, die Geschäftsführerin Bettina Ganghofer sprach nur an, dass zwischen Wien und Berlin Gespräche stattfänden. Dass hier auf freiwilliger Basis Verbesserungen vorgenommen werden könnten, steht offensichtlich nicht auf dem Bildschirm. 

Ich fordere alle Beteiligten eindringlich auf, endlich konkrete Maßnahmen zu ergreifen, die zu einer gerechteren Verteilung der An- und Abflugrichtung führen! 

Ich möchte in diesem Zusammenhang auch den Winterflugverkehr ansprechen. 

In den Medien wird vollmundig - auch vom Salzburger Land Tourismus - verkündet, dass die Anreisetage der Winterurlauber besser verteilt werden sollen. In diesem Winter ist jedoch nichts davon zu spüren. Wenn wir die angekündigten Flugverkehrspläne für die kommenden Wintersamstage im Februar betrachten, ist gegenüber dem Vorjahr eine deutliche Steigerung der Flugbewegungen zu erkennen! Allein laut Flugplan sind deutlich über 200 Flugbewegungen an Samstagen angesetzt und zusammen mit der Allgemeinen Luftfahrt können das gut 300 Bewegungen ergeben. 

Gerade das Wochenende soll den Menschen zur Erholung dienen. Sie sollen dann nicht durch den Flugverkehr in besonderem Maße belastet werden. Ich fordere deshalb die Verantwortlichen im Namen des Freilassinger Stadtrates auf, für eine gleichmäßigere Verteilung der An- und Abflugrichtung zu sorgen."

Mit freundlichen Grüßen

Josef Flatscher

Pressemitteilung Stadt Freilassing

Quelle: BGland24.de

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