Eine Zeuge meldete sich bei uns

Streit um "Hitler-Päckchen" auf Christkindlmarkt 

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Freilassing - Erschüttert musste unser User Michael S. feststellen, dass auch auf dem Christkindlmarkt in Freilassing die Päckchen der rechten Partei "Der Dritte Weg" ausgelegt wurden.

Schon wieder:

Bereits 2013 verteilten rechtsextreme Aktivisten vom "Freien Netz Süd" solche Süßigkeiten-Tüten mit Flugblättern. Mehr zu dem Vorfall hier. Das "Freie Netz Süd" wurde am 23. Juli 2014 vom Bayerische Staatsministerium des Innern verboten.

Besonders "abscheulich" fand unser User, dass sich sogar zwei junge Männer um das letzte Exemplar mit den Worten "Das ist mein Hitler-Päckchen" stritten. Er hatte den Eindruck, dass sich die meisten Besucher schon bewusst waren, von wem diese Geschenkpäckchen stammen, sich aber niemand einmischen wollte.

Hintergrund "Der Dritte Weg"

Seit September 2013 organisieren sich süddeutsche Neonazis in der neuen Partei "Der Dritte Weg", die sich selbst als "revolutionär" begreift. Das auf der Homepage der Partei veröffentlichte „Zehn-Punkte-Programm“ beinhaltet Ziele wie die „Schaffung eines Deutschen Sozialismus“ oder die „Wiederherstellung Gesamtdeutschlands in seinen völkerrechtlichen Grenzen“.

Mehr Infos hier auf:

netz-gegen-nazis.de

endstation-rechts.de

Wie von uns berichtet, wurde bereits Anfang Dezember das Pamphlet der rechtsextremen Kleinstpartei "Der Dritte Weg" auf dem Christkindlmarkt auf der Fraueninsel verteilt. Die rechten Aktivisten waren damals laut einer Augenzeugin in "Tracht und Lederhosen" unterwegs gewesen. Auf dem Flugblatt wird die braune Gesinnung gut zwischen den Zeilen versteckt, da zunächst lediglich der Wert der Familie zur Festzeit gegen Konsum, Werbung und Kommerz hervorgehoben wird. Dann aber scheint das wahre Gedankengut hervor, wenn von angeblichen "Multi-Kulti-Umerziehern" die Rede ist.

Die kleinen Päckchen, in denen neben den Propaganda-Blättchen auch Süßigkeiten und Nüsse drin waren, wurden am Sonntag auch auf dem Christkindlmarkt in Freilassing unter die Leute gebracht. Sie gingen offenbar weg wie "warme Semmel". 

Der User fotografierte den Zettel: "Gratis zum mitnehmen!"

Die Verteiler hätten Zunfthosen getragen, "wie sie von Zimmermann-Leuten getragen werden", schreibt uns unser User, der das Geschehen gegen 18.30 Uhr beobachtete. In diesem Fall wurden sie jedoch nicht direkt verteilt, sondern an einem zentralen Holztisch abgelegt, der zum Christkindlmarkt gehört und bereits dort stand. Ein Zettel wies darauf hin, dass die Päckchen gratis seien (siehe Bild rechts). Enthalten war dasselbe Flugblatt vom Dritten Weg wie bei der Aktion auf der Fraueninsel.

Ulrich Zeeb, Amtsleiter für Öffentlichkeitsarbeit bei der Stadt Freilassing, empfiehlt Zeugen solcher rechtsextremen Aktionen, am besten direkt die Polizei zu verständigen. Der Stadt und der Polizei sei von der Aktion am Sonntag nichts davon bekannt. Zeeb selbst sei am Sonntag nur kurz auf dem Christkindlmarkt gewesen. Angemeldet habe jedenfalls niemand eine solche Verteilaktion. Für politischen Infotische brauche es eine Sondergenehmigung durch die Stadt.

mg/ro24

Quelle: BGland24.de

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