15.000 Volt: Fahrlässige Körperverletzung?

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Am Freilassinger Bahnhof ereignete sich am Sonntag ein schwerer Unfall - noch ist nicht geklärt, ob es sich um einen Arbeitsunfall oder fahrlässige Körperverletzung handelt.

Freilassing - Am Sonntag ereignete sich ein schwerer Unfall am Freilassinger Bahnhof. Die Bundespolizei ermittelt - war es ein Arbeitsunfall oder fahrlässige Körperverletzung?

Am Sonntagnachmittag, 8. März, ist es bei Bauarbeiten im Gleisbereich des Bahnhofs Freilassing zu einem Unfall gekommen. Ein Arbeiter zog sich durch einen Stromüberschlag und den Sturz von einer Leiter schwere Verletzungen zu. Er musste ins Salzburger Unfallklinikum eingeliefert werden. Die Bundespolizei ermittelt, ob es sich um einen Arbeitsunfall handelt oder ob eine fahrlässige Körperverletzung in Frage kommt.

Im Zuge der Arbeiten am Freilassinger Bahnhof sollten die unteren Richtseile der Oberleitungen erneuert werden. Ein 43-jähriger Arbeiter stellte dazu seine Leiter zwischen zwei Gleisen auf. Offenbar ging er davon aus, dass die Oberleitungen beider Gleisbereiche nicht stromführend waren.

Schwerer Arbeitsunfall am Freilassinger Bahnhof

Dies traf allerdings nur auf die Leitung eines der beiden Gleise zu. Als sich der Deutsche beim Besteigen der Leiter der unter Volllast von 15.000 Volt stehenden Oberleitung näherte, kam es zu einem Spannungsüberschlag. Der Mann erlitt einen Stromschlag und wurde er aus einer Höhe von etwa vier Metern von der Leiter geschleudert. Zum Unfallzeitpunkt trug er die erforderliche Schutz- und Sicherheitsausrüstung, zu der auch Handschuhe und ein Schutzhelm zählen.

Mitarbeiter fanden den Verunglückten zwar noch bei Bewusstsein, allerdings war er nicht mehr in der Lage, seine Sicht der Geschehnisse zu schildern.

Der Verletzte wurde zunächst vom verständigten Notarzt an der Unfallstelle behandelt und anschließend mit dem Rettungswagen nach Salzburg ins Klinikum verbracht.

Vor Ort waren außerdem der Notfallmanager der Bahn, Landes- und Bundespolizei sowie die Feuerwehr aus Freilassing.

Aufgrund der erforderlichen Rettungsmaßnahmen mussten mehrere Gleise gesperrt werden. Hiervon waren 16 Züge betroffen. Insgesamt zog der Vorfall Verspätungen von rund 400 Minuten nach sich.

Die Bundespolizei hat die Ermittlungen aufgenommen. Es ist bislang nicht geklärt, ob oder weshalb der Arbeiter davon ausgegangen ist, dass der Strom von allen Oberleitungen abgeschaltet worden war. Auch eine fahrlässige Körperverletzung kann laut Ermittlern der Bundespolizei nicht ausgeschlossen werden.

Die bahnpolizeilichen Nachforschungen dauern derzeit an.

Pressemeldung Bundespolizeiinspektion Rosenheim

Quelle: BGland24.de

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