Badylon bringt Stadtrat zum Überkochen

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Freilassing - Bis hin zu Rücktrittsforderungen an den Bürgermeister: Nachdem beim Badylon-Neubau Interna ausgeplaudert wurden, ging es auf die "verbale Blutwiesn". Derweil steht das Neubau-Konzept fest.

"Das stinkt uns ganz gewaltig. Ich hoffe, sowas passiert nie wieder" - klarer hätten die Worte nicht sein können, wie sie am Montag unter anderem von Margita Popp im Stadtrat formuliert wurden. Auch von der "verbalen Bluatwiesn" war die Rede. Seit Monaten zerbrach man sich in Freilassing schon die Köpfe, welches Neubau-Konzept des Badylons man willIm ersten Schritt wurden nach einem Architektenwettbewerb acht Vorschläge im Februar bewertet, im zweiten Schritt sollten Bürgermeister, Stadtrat und Verwaltung endgültig entscheiden. Es kam zu Verzögerungen - und zu einem Informationsleck innerhalb der Reihen des Stadtrats. Denn in einem Artikel des "Freilassinger Anzeigers" von 11./12. April plauderte ein Stadtrat Interna aus nicht-öffentlicher Sitzung aus: Es wurde vorzeitig publik, dass der Sieger des Architektenwettbewerbs letztendlich doch durchfiel und die Stadt dem Planungsbüro aus Nordrhein-Westfahlen das Siegergeld zu Unrecht ausgezahlt hätte.

Gelder flossen nicht ohne Gegenleistung

"Der Architektenwettbewerb machte nur 30 Prozent aus. 70 Prozent dagegen das anschließende Verhandlungsverfahren, und da hat sich die ARGE Krieger aus Nordrhein-Westfahlen eben nicht durchsetzen können", so Bürgermeister Flatscher. Er gibt zu: "Ja, für die Architekten flossen bereits Preisgelder, aber nicht ohne Gegenleistung. Es wurden bereits mehrere Hundert Arbeitsstunden für die Entwicklung der Entwürfe aufgewendet." Insgesamt seien 127.000 Euro an die verschiedenen Büros bezahlt worden - nicht 200.000 Euro allein an den vorläufigen Sieger.

Stimmung kochte über

Es waren jene zwei Dinge, die die Stimmung im Stadtrat am Montag zum Überkochen brachten: Wohl falsche Siegerprämien aus dem "Freilassinger Anzeiger" und die Tatsache, dass ein Stadtratsmitglied nicht dicht halten konnte bzw. wollte: "Der Artikel ist ruf- und geschäftsschädigend", so der Bürgermeister - und Bernhard Schmähl ergänzte: "Wenn dadurch ein finanzieller Schaden für die Stadt Freilassing entsteht, müssen wir strafrechtliche Konsequenzen prüfen." Denn noch immer liegt wohl keine fixe, schriftliche Zusage des Freistaats vor, dass er die Neubaukosten für das Badylon wie versprochen mitträgt - es wurde durch das Hochwasser zerstört.

Vor allem Mitglieder der FWG/Heimatliste fetzten sich schließlich mit Bürgermeister Flatscher. Es wurde laut im Sitzungssaal: "Wer sagt denn, dass das ein Stadtrat ausgeplaudert hat? Vielleicht ja auch wer von der Verwaltung? Oder wir haben hier eine Wanze herinnen?", mutmaßte Ludwig Unterreiner. "Jetzt ist Schluss, jetzt mag ich nimmer", entfuhr es Josef Flatscher - und Florian Löw drohte er mit einem Ordnungsgeld, weil er "schon wieder anfängt, nicht-öffentliche Dinge zu sagen."

"Überlegen Sie sich mal, ob Sie zurücktreten wollen"

Für Ludwig Unterreiner war der Badylon-Neubau Anlass für einen Rundumschlag durch die Freilassinger Politik. Nachdem er schon mit dem Thema Huber-Jakl-Weg/Auenstraße den Bürgermeister reizte, kam er auf die niedrigen Gewerbesteuereinnahmen zu sprechen: "Die kriegen wir deshalb nicht, weil sich der Bürgermeister nicht mit dem Max Aicher versteht. Überlegen Sie sich mal, ob Sie zurücktreten wollen!" Als "lächerlich, uferlos" und "jedes Mal unter der Gürtellinie bezeichnete" Josef Flatscher die Einwürfe von Unterreiner. Dass die Stadt Freilassing nun wohl endgültig ein Konzept für ein neues Hallenbad hat, ging am Montag dagegen fast unter:

Dieses Konzept bekam den Zuschlag

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"Städtebaulich macht die Arbeit vieles Richtung", sagten die Juroren bereits im März zu dem Vorschlag des Münchner Büros Löweneck und Schöfer. "Die Architektur überzeugt in erster Linie durch die Maßstablichkeit und guten Proportionen der eingeschossigen Eingangs- und Umkleidezonen." Das Bad wird ein 25-Meter-Schwimmerbecken bekommen, einen Ein-Meter- und einen Drei-Meter-Sprungturm und das Sprungbecken wird separat zu den restlichen Becken gebaut. Auch eine Dreifach-Turnhalle ist vorgesehen.

xe

Quelle: BGland24.de

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