Bürgermeister Flatscher: „Ich nenne keine Zahlen mehr“

Flugverkehr über Freilassing: Abschied von 70:30 Verteilung

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Dass Maschinen von Süden her landen, also über Anif und Grödig und nicht über Freilassing, ist die absolute Ausnahme. Der Flughafen sagt, dass die Piloten die Letztentscheidung hätten, die instrumentengestützte Landung von Norden her sei einfach sicherer.
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Freilassing - Von Januar bis September dieses Jahres landeten 93,2 Prozent aller in Salzburg-Maxglan ankommenden Flugzeuge über Freilassing, im Vergleichszeitraum 2018 waren es 93,5 Prozent, also eigentlich fast alle.

Trotzdem sieht die Stadt Freilassing nun eine Verbesserung, denn bei der Sitzung der Fluglärmkommission in der vergangenen Woche seien erstmals hochrangige Vertreter der Verkehrsministerien von Wien und Berlin dabei gewesen, „wir haben uns jetzt auf ein einziges, gemeinsames Pistennutzungskonzept geeinigt, das ab dem Frühjahr 2020 Stück für Stück umgesetzt wird“, so Freilassings Bürgermeister Josef Flatscher.

Nach drei Flug-Saisonen, also in 1,5 Jahren, sollen dann Ergebnisse vorliegen, „nur Prozente zu nennen ist eine Augenauswischerei, denn wenn ein Flugzeug über Nord-Ost abfliegt fliegt es zwar nicht über Freilassing, aber der Lärm ist in Teilen der Stadt trotzdem hörbar“. Welche genauen Verbesserungen das Konzept enthalten soll ist unklar, denn ausgearbeitete Vorschläge seien schon drei Jahre alt und müssten auf einen aktuellen Stand gebracht werden.

„Wir haben uns darauf verständigt dass wir keine Zahlen mehr nennen“,

Bereits am vergangenen Donnerstag trafen sich die Mitglieder der Deutsch- österreichischen Fluglärmkommission am Salzburger Flughafen, „das Besondere war, dass beide Verkehrsministerien hochrangige Vertreter geschickt hatten“. Das Ergebnis: bisher gab es zwei unterschiedliche Konzepte für die Pistennutzung, nun soll es nur mehr eines geben, „das nun schrittweise umgesetzt werden soll“, verspricht Flatscher. Schrittweise heißt, ab März 2020, wie allerdings ein Erfolg dieser „neuen Nutzung der Pisten“ gemessen werden soll scheint völlig offen. Klar ist nur, dass eine prozentuale Verteilung des Fluglärms kein Thema mehr ist, „wir haben uns darauf verständigt dass wir keine Zahlen mehr nennen“, sagt Faltscher, der gleichzeitig Vorsitzender der Fluglärmkommission ist.

Bürgermeister Flatscher: „Ich nenne keine Zahlen mehr“

In verschiedenen, älteren Gutachten sei von einer angestrebten Verteilung des Fluglärms im Verhältnis 70:30 die Rede gewesen, also 70 Prozent über Bayern und 30 Prozent über den Süden Salzburgs. „Diese Zahlen hatte ich nie in den Mund genommen“, behauptet nun Flatscher, organisierte Fluglärm-Gegner hatten immer wieder 50:50 als eine gerechte Verteilung gefordert. „Was ist schon gerecht, wichtig ist, dass es eine Verbesserung gibt und die Flugzeuge zum Beispiel immer leiser werden“. Außerdem würden Flugzeuge am Abflug immer öfter nicht direkt über Freilassing fliegen sondern Richtung Nord- Ost, also vor der Saalach in Richtung Salzburg-Nord und Bergheim abdrehen, „den hört man dann bei uns fast nicht mehr“. Mitglieder der Schutzgemeinschaft behaupten das Gegenteil.

Bayern zurück im Bürgerbeirat?

Bereits im Juni hatte es Gespräche mit den Vertretern der Ministerien aus Wien und Berlin gegeben, „mir war es wichtig dass die Beamten die Situation vor Ort kennen“, so Flatscher. Erstmals seit Jahren seien bayerische Vertreter auch wieder beim gemeinsamen Bürgerbeirat des Flughafens dabei gewesen, „als Gäste“, ob Vertreter der bayerischen Gemeinden und der Anrainer in Zukunft wieder fix teilnehmen werden ist noch nicht vereinbart. Für ihn, Flatscher, stehe fest, dass der Flughafen eine Einrichtung für die gesamte Region sei, auch er sei nach den Gesprächen im Juni von Salzburg aus in Urlaub geflogen.

hud

Quelle: BGland24.de

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